Geldbeschaffung

Geldbeschaffung
Zuallererst ist mit der Gruppe abzusprechen, ob und wozu man das Geld überhaupt braucht. In der Gruppe geht es zuallererst um mitmenschliche Werte, also um Dinge, die es für kein Geld der Welt zu kaufen gibt.
Einer aus der Gruppe ist dafür zu benennen, verantwortlich zu sein für Geldsachen, um ein Durcheinander in Geldangelegenheiten von Vornherein auszuschließen.

Selbsthilfegruppen benötigen für ihre Arbeit Geld. Zum Beispiel für

  • Miete für den regelmäßig zu nutzenden Gruppenraum oder für einen größeren Veranstaltungsraum für gelegentliche Vorträge, Öffentlichkeitsarbeit usw.
  • Kopier- oder Druckkosten für Informationsmaterial, Einladungen, Mitgliederrundbriefe, Plakate
  • Zeitungsanzeigen für bestimmte Veranstaltungen
  • Telefonkosten
  • Portokosten
  • Anschaffung von Fachliteratur für die Arbeit oder zum Thema der Selbsthilfegruppe
  • Honorare und Fahrtkosten für Referenten
  • Fahrtkosten zu Mitgliedern, die vorübergehend bettlägrig oder im Krankenhaus sind oder zu Treffen mit anderen Selbsthilfegruppen
  • Teilnahmekosten an Fortbildungsveranstaltungen
  • Gebühren für die Präsentation der Gruppe auf Messen oder ähnlichen Veranstaltungen

Es soll nicht so sein, dass diejenigen, welche zur Gründung und Organisation der Gruppenarbeit Aktivitäten entfalten, auch noch die dabei entstehenden Kosten tragen. Selbsthilfe basiert ganz wesentlich auf dem Solidaritätsprinzip und auf der Eigenverantwortlichkeit der Einzelnen. Vor allem geht man in eine Selbsthilfegruppe, um für sich selbst etwas zu tun und sich Erleichterung im Umgang mit seiner Krankheit oder einer belastenden Lebenssituation zu verschaffen. Also ist es nur gerechtfertigt, wenn jedes Gruppenmitglied dazu auch finanziell einen kleinen Beitrag leistet.
Doch darf nicht vergessen werden, dass oft Menschen Mitglied werden, die wegen ihrer Krankheit in einer schwierigen finanziellen Situation sind und dass Selbsthilfegruppen eine gesellschaftlich nützliche Einrichtung sind : Die Mitglieder engagieren sich bürgerschaftlich in eigener Sache und erzielen damit Kosteneinsparungen für den Staat und die Sozialversicherungen. Eine materielle bzw. finanzielle Unterstützung von Selbsthilfegruppen ist also gerechtfertigt aus menschlichen wie ökonomischen Gründen heraus.

Kostenlose Hilfe

Praktische Hilfe ist teilweise leichter zu bekommen als Geld

  • kostenlosen Raum zur Verfügung stellen
  • Fotokopien oder Drucke anfertigen
  • Telefon zur Verfügung stellen
  • Versandaktionen übernehmen
  • die Gruppe durch einen Artikel in der Lokalzeitung oder einer Fachzeitschrift bekannt machen
  • ausgemusterte Büroausstattung überlassen
  • Sachen für eine Tombola oder einen Basar der Gruppe spenden
  • fachliche Beratung anbieten
  • Beiträge aus der Gruppe

Freiwillige Spenden einzelner Gruppenmitglieder werden in einer Büchse gesammelt, welche bei jedem Treffen aufgestellt wird.
Erlöse und Einnahmen

  • Straßenfest
  • Kaffee und Kuchen am Informationsstand anbieten
  • Verkauf eigener Sachen auf Flohmarkt oder Weihnachtsbasar oder Amazon / Ebay
  • Benefiz-Tombola im Rahmen einer Veranstaltung durchführen
  • Anzeigen von Geschäftsleuten im Mitgliederrundbrief abdrucken

Formale Schritte wie etwa die Genehmigung beim Ordnungsamt für die Errichtung eines Standes in der Öffentlichkeit sind einzuhalten. Die Versteuerung sollte jeweils im Vorfeld geklärt sein.

Spenden und Bußgelder
Sollte die Selbsthilfegruppe ein gemeinnütziger Verein sein, dann sind Spenden steuerlich absetzbar. Um die Spende auch absetzen zu können, benötigt der Spender eine entsprechende Bescheinigung.
Die Zuweisung von Bußgeldern regelt die Bußgeldstelle beim Verwaltungsgericht. Vorab sind Bedingungen und Voraussetzungen abzuklären.

Fördermittel
Finanzielle Zuschüsse von der öffentlichen Hand, von gesetzlichen Krankenkassen und von anderen Organisationen beantragen.

Unterstützung durch Sponsoren
Die Idee, Werbemittel nicht nur im Sport oder im Kulturbetrieb zu investieren, sondern auch im sozialen Bereich, greift auch in Deutschland um sich. Und gerade vor Ort, wo man sich kennt oder sich persönlich vorstellen kann, sind die Voraussetzungen ganz gut, Unternehmen anzusprechen. Unter Umständen wird die Bereitschaft eines Unternehmens zu einem Sponsoring gesteigert, wenn man bereit ist, sein Engagement öffentlich besonders hervorzuheben oder Werbemöglichkeiten einzuräumen.
Die Verabredung eines Sponsorings ist mit Erwartungen des Sponsors verbunden ! So kann der Sponsor beispielsweise erwarten, dass die Gruppe gemeinsam mit ihm in öffentlichen Veranstaltungen auftritt. Die Zusammenarbeit muss man also auch inhaltlich vertreten können. Die Selbsthilfegruppe darf sich dabei nicht vor einen fremden Karren spannen lassen.
Sponsoringgelder sind Betriebsausgaben für den Sponsor, welche dieser von der Steuer als Werbungskosten absetzen kann. Für die Gruppe sind diese Gelder Einnahmen, welche prinzipiell zu versteuern sind. Als gemeinnütziger Verein hat man für solche Einnahmen einen Freibetrag. Die Steuerpflicht beginnt erst bei einem Jahresumsatz von 30.678 Euro. (Stand : Dezember 2002)

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