Glückskiller

Dieser Text ist nicht gedacht für Leser, die gerade in der Depression
stecken oder aber eine Krise durchstehen. Die Zeilen würden den ohnehin schon
geplagten Leser leicht überfordern. Am Besten, man merkt sich in diesem Falle
diese Webseite vor und liest sie später durch.

Glückskiller

Wie kann ich meinem persönlichen Glück selbst im Wege stehen ? Hier finden sich einige einfache, aber höchst wirkungsvolle und bewährte Rezepte von Dr. Rolf Merkle, um andauernd selig im eigenen Unglück zu schwelgen. Heutzutage ist es jedem möglich, die eigenen Gefühle dauerhaft und nachhaltig zu verschlechtern. Dabei kommen die verschiedenen Glückskiller erfolgreich zur Anwendung und bewirken Unglücklichsein, Depressionen, Schuldgefühle, Ängste, Minderwertigkeitsgefühle, geringes Selbstbewusstsein, Eifersucht, Stress, Einsamkeit, Alkoholismus
und so weiter

Wie kommt es nun dazu und wie verschlechtert sich dadurch mein emotionales Befinden? Schon die Stoiker, eine philosophische Richtung, entdeckten vor zweitausend Jahren, dass uns eigentlich nicht die Dinge selbst beunruhigen, sondern unsere Sicht der Dinge. Sehe oder bewerte ich etwas als negativ, dann erzeugt dies also schlechte Gefühle in mir. Jeder ist der Schöpfer seiner Gedanken und kann aufbauende oder schwächende Gedanken und Gefühle haben. Aufbauend wirken dabei stärkende, positive, selbstbewusste, liebevolle und zuversichtliche Gedanken und Gefühle. Schwächend wirken dagegen negative, ängstliche, ärgerliche und hasserfüllte Gedanken und Gefühle. Im Grunde genommen ist es ganz einfach : Macht man sich deprimierende Gedanken, dann fühlt man sich auch deprimiert. Macht man sich ängstliche Gedanken, dann ist man auch ängstlich. Macht man sich hoffnungslose Gedanken, dann verspürt man auch Hilflosigkeit. Allein die Gedanken entscheiden darüber, ob das eigene Leben befriedigend oder unbefriedigend, erfüllt oder unerfüllt, spannend oder langweilig ist. Aus diesem Grunde kann man auch sagen : Die eigenen Gedanken sind letzten Endes auch die Baumeister des eigenen Schicksals. Dies ist eine einfaches und tausendfach untersuchte und abgesicherte Gesetzmäßigkeit. Genau auf diesem Gesetz von Ursache und Wirkung baut sich auch die Lehre der Glückskiller auf : Negative Gedanken führen zu negativen Gefühlen. Wer dies anwendet, der kann sein Leben dadurch unter voller Garantie nachhaltig verschlechtern.

Wer die Glückskiller anwendet, der schadet sich seelisch und körperlich. Wer dagegen mutig gegen diese Regeln verstößt, dem ist ein glückliches Leben beschieden. Jedem nach seinem Geschmack und auf sein persönliches Risiko. Man kann also wählen zwischen einer Mehrung des erlittenen Unglücks durch gewissenhafte Befolgung des Regelwerks oder aber dem Weg ins Glück. Das liegt dann an einem selbst - man kann sich selbst dazu entscheiden, ob es einem nun gut oder aber schlecht ergeht. Glück lässt sich also entweder zerstören oder aber schmieden. Um sein Glück zu schmieden muss man damit beginnen, die Verantwortung für sich, seine Gefühle und sein Leben zu übernehmen. Ein Blick in den Spiegel offenbart Dir den Menschen, der für dein Glücklichsein und Unglücklichsein verantwortlich ist. Glück hängt nämlich nicht davon ab, was man ist oder besitzt, sondern davon, was man denkt. Es gilt also zu akzeptieren, dass jeder zu hundert Prozent Verantwortung hat für sein Leben und sein Glück. Jeder hat die Macht über sein Leben und sollte davon auch Gebrauch machen. Ausreden und Schuldzuweisungen gilt es beiseite zu schieben. Es ist schließlich mein eigenes Leben und ich kann damit tun, was ich will : Die Entscheidung über Glücklichsein und Unglücklichsein trägt jeder selbst für sich allein. Es ist gewiss einfach, sich durch die Glückskiller das eigene Leben unnötig zu erschweren. Und es fällt dann unheimlich schwer, das Leben leicht zu nehmen, wenn sich die hier beschriebenen Glückskiller im Leben manifestiert und etabliert haben.

Liste der Glückskiller

  1. Denke stets schlecht von dir selbst
  2. Mach deinen Wert immerzu nur vom Ergebnis Deines Handelns abhängig
  3. Mache immer gute Miene zum bösen Spiel
  4. Falls du unglücklich bist, dann finde heraus, weshalb dem so ist
  5. Verzeih dir nie Deine Fehler
  6. Vergleiche dich immerzu mit den anderen
  7. Sei nie zufrieden mit dem, was du hast
  8. Verzeih anderen nie deren Schwächen und Fehler
  9. Denke stets über die Nachteile des Älterwerdens nach
  10. Übernimm niemals die Verantwortung für Dein Handeln
  11. Traue ja keinem über den Weg
  12. Verberge stets Deine wahren Gefühle
  13. Spiele mit den Menschen das "Wenn ..., dann ...-Spiel"
  14. Manipuliere die Mitmenschen nach Strich und Faden
  15. Verlange von Dir, alles perfekt machen zu müssen
  16. Glaube fest daran, dass andere in der Lage sind, Deine Gefühle zu verletzen
  17. Glaube fest daran, dass Du nicht dazu imstande bist, Dich zu ändern
  18. Verlange, dass wichtige Leute dich mögen müssen
  19. Sieh Dich selbst als Opfer Deiner Vergangenheit und Deiner Lebensumstände
  20. Rechne immerzu mit dem Schlimmsten
  21. Zweifle an Deinen Fähigkeiten
  22. Glaube fest daran, dass Deine Gefühle sich Deiner Kontrolle entziehen
  23. Sei fest davon überzeugt, ein Pechvogel zu sein
  24. Arbeite und leiste nur gerade noch so viel, dass du nicht unangenehm auffällst
  25. Fühle dich allein verantwortlich für andere und deren Wohlbefinden
  26. Lass dir vorschreiben, auf welche Art du zu leben hast
  27. Meide alle Unannehmlichkeiten und Schwierigkeiten
  28. Rede unablässig über Krankheiten
  29. Sorge Dich um das Morgen
  30. Suche und finde stets das berühmte Haar in der Suppe
  31. Gehe stets davon aus, zu versagen
  32. Bemühe dich darum, es allen anderen auch recht zu machen
  33. Erzürne Dich stets über Ungerechtigkeiten


1) Denke stets schlecht von dir selbst

Anwendung

Man hat stets etwas an sich auszusetzen: am Äußeren, an der Arbeit, am Charakter, am Verhalten, an seinen Leistungen. Es ist wohl das Beste, sich eine Liste zu machen, in der all diese Fehler, Schwächen und Misserfolge aufgeführt sind. Man führt in dieser Aufzählung alles auf, was man in der Vergangenheit alles falsch gemacht hat, wo man die falsche Entscheidung getroffen hat, welche Sünden man begangen hat. Diese Auflistung der eigenen Unvollkommenheit sollte man sich täglich mehrmals durchlesen und sich anschließend deswegen verurteilen. Da diese Aufzählung nie komplett sein kann, weil man ja jeden Tag neue Fehler macht, sollte man die neuen Fehler nicht vergessen zusätzlich zu notieren. Falls nun unerwarteterweise doch einmal etwas gelingen sollte, dann ist das zu werten als Zufall oder Glück. Auf keinen Fall hat es etwas zu tun mit einem selbst oder seinem Können.

Wirkung

Stimmung und Selbstwertgefühl gehen garantiert sofort zum Nullpunkt. Dauerndes Unglücklichsein wird garantiert erreicht. Es gibt nichts Besseres, um sein Lebendauerhaft zu vermiesen.Die selbstabwertenden Gedanken erzeugen starke Minderwertigkeitsgefühle. Man kommt sich ständig den anderen unterlegen vor, hat Angst davor, Entscheidungen zu treffen, hat Angst vor Misserfolgen und Angst vor Ablehnung. Man bekommt Depressionen und wird eifersüchtig und neidisch auf andere. Man fühlt sich stets bedroht von den anderen und meistens einfach miserabel.

Die Angst vor Misserfolg lässt einen wenig riskieren und noch weniger erreichen. Entscheidungen trifft man nur schwer, da diese ja falsch ausfallen oder aber unangenehme Konsequenzen haben könnten. Die Angst davor zu versagen verhindert die Erfahrung, welche Talente, Begabungen und Fähigkeiten in einem schlummern. Man traut sich nichts zu und hält sich im besten Falle für das Mittelmaß. Deshalb wird man nicht nach seinen Begabungen suchen und die Talente und Fähigkeiten liegen folglich brach.

Unter Garantie ergibt sich ein recht mittelmäßiges Leben voller Langeweile und ohne Erfolg. Die Angst vor Ablehnung lässt einem die Meinung der anderen unendlich wichtig erscheinen. Deshalb fragt man sich oft, wie andere wohl über einen denken und man sorgt sich darüber, andere könnten einen kritisieren oder ablehnen. Obendrein fällt es Dir schwer, anderen etwas abzuschlagen aus der Angst davor, sie könnten ihre gute Meinung über einen ändern und das Nein übel nehmen. Konsequenterweise keimt das Gefühl, zu kurz zu kommen und ausgenutzt zu werden.

Unbedingt vermeiden

Es gilt zu vermeiden, sich auf die Suche zu machen nach seinen positiven Seiten, Erfolgen und Stärken. Sich diese stets vor Augen zu halten könnte die schlechte Stimmung ja schlagartig aufhellen und die Selbstachtung steigern. Eine Positivliste zu machen, in der man all das aufführt, was man an positiven Seiten hat und was man gemacht hat, wäre das Allerdümmste, was man machen könnte. Schädigend für die geringe Selbstachtungwäre es, stolz zu sein auf sich selbst, wenn einem etwas gelingt oder zu sich sagen zu können, dass man etwas gut gemacht hat. Und schlimm wäre es, zu sich zu sagen: "Du bist ein liebenswerter und wertvoller Mensch - trotz deiner Fehler und Schwächen", wenn einen die Selbstzweifel quälen. Solch aufbauende Selbstgespräche würden nämlich die Minderwertigkeitsgefühle senken und Selbstachtung und Selbstwertgefühl steigern.

Merksatz

Wer sich stets einredet, minderwertig zu sein und auf sich selbst herumhackt, der fühlt sich auch minderwertig. Wer sich laufend für seine Fehler und Schwächen verurteilt, der kommt sich auch klein und unterlegen vor. Wer jedoch gut von sich denkst, wer Nachsicht hat mit sich selbst und seinen Fehlern und Schwäche, wer sich selbst verzeihen kann, wer sich selbst den Rücken stärken und aufbauen kann, der beobachtet eine Steigerung seiner Selbstachtung und damit das Abflachen des Unglücklichseins.

Handelt man nun für oder gegen sich? Wen also sieht man im Spiegel? Einen Freund oder einen Feind? Es obliegt jedem selbst, wen man dann sieht. Man kann sich angewöhnen, so über sich selbst zu denken, wie man es gerne sähe, dass andere von einem denken und sich so zu behandeln, wie man sich gerne von anderen behandelt wissen möchte. Man soll sich selbst ein guter Freund sein und nicht der schlimmste Feind.

Schluss

Am Besten ist, man verbannt den inneren Kritiker aus seinem Leben und nimmt sich selbst in den Arm. Wer nämlich dem inneren Kritiker weiterhin erlaubt, über einen selbst so negativ zu urteilen, der darf sich auch nicht darüber wundern, dass er unglücklich ist. Wer sich für liebenswert hält, der ist es auch.

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2) Mach deinen Wert immerzu nur vom Ergebnis Deines Handelns abhängig

Anwendung

Man geht hart und unbarmherzig um mit sich selbst, wenn etwas nicht gelingt oder man etwas falsch macht. Man verurteilt dabei nicht nur sein Verhalten aufs Schärfste, sondern auch sich selbst als Mensch. Wenn man versagt, dann beschimpft man sich auch als Versager; wenn man Angst hat, dann beschimpft man sich als Feigling und wenn man einen Fehler macht, dann beschimpft man sich als Dummkopf. Man sagt sich, man sei ein Versager, kann nichts, taugt nichts, ist nichts und was man anpackt, das macht man doch verkehrt. Demzufolge stellt man seinen Wert als ganze Person und Mensch gänzlich in Frage.

Wirkung

Man fühlt sich klein und minderwertig. Wenn man einen Fehler macht, dann sinkt das Selbstvertrauen unweigerlich gen Null. Man hat Schuldgefühle und kann nicht mehr mit gutem Gewissen in den Spiegel sehen. Wer seinen Selbstwert vom Ausgang seines Handelns abhängig macht, dessen Stimmung geht wie eine Berg- und Talbahn auf und ab. Macht man etwas gut, dann fühlt man sich auch gut. Macht man etwas schlecht. dann fühlt man sich mies. Die Gefühle fahren Achterbahn mit einem. Mal ist man zu Tode betrübt und am Boden zerstört und dann wieder schwebt man in den Wolken - je nachdem ob einem etwas misslingt oder gelingt.

Unbedingt vermeiden

Nachsicht mit sich selbst zu haben würde unweigerlich ein gutes Gefühl provozieren. Unter keinen Umständen sollte man sich sagen"Das kann doch jedem passieren; Fehler machen ist nur allzu menschlich. Ich bin ein liebenswerter und wertvoller Mensch, auch wenn ich versage oder ich mich falsch verhalte". Rücksicht und Verständnis für die eigenen Fehler würden einem das Selbstwertgefühl steigern.

Merksatz

So richtig minderwertig und schlecht fühlen kann man sich nur, wenn man seinen Wert als Mensch von seinem Handeln abhängig macht. Lediglich dann, wenn man sich für einen Versager hält, wenn man versagt oder einen Fehler macht, erntet man ein geringes Selbstwertgefühl. Wenn man jedoch Nachsicht mit sich hat, dann bedauert und bereut man zwar den Fehler, aber das führt keinesfalls zu lähmenden und negativen Gefühlen.

Schluss

Jeder hat den (Selbst)Wert, den er sich selbst gibt. Nichts und niemand kann einen sich wertlos fühlen lassen, wenn man es nicht zulässt. Es ist die eigene Entscheidung, ob du man sich wertvoll oder wertlos fühlt. Wer sich für wertvoll hält, der ist dies auch.

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3) Mache immer gute Miene zum bösen Spiel

Anwendung

Man macht stets eine gute Miene zum bösen Spiel der anderen. Hintergeht oder demütigt einen jemand, dann nimmt man das hin. Macht man einem seine Rechte als Verbraucher streitig, dann lässt man die anderen die Rechte mit den Füßen treten. Redet jemand schlecht von einem, dann widersprich man nicht. Trampelt jemand auf denGefühlen herum, dann lässt man ihn walten. Macht einem jemand, ob nun gerechtfertigt oder nicht, Vorwürfe, nimm man diese ohne Widerrede hin. Man schluckt die Kröte hinunter, wenn man sich ungerecht behandelt fühlt. Man ordnet seine Bedürfnisse stets denen der anderen unter. Man ist das Opfer und der Fußabtreter, auf dem die anderen nach Lust und Liebe herumtrampeln können.

Wirkung

Man erzielt damit garantiert jede Menge negativer Gefühle. Ärger über sich, weil man sich alles gefallen lässt, Ärger über die anderen, dass sie so rücksichtslos auf einem herumtrampeln. Es kommt zu Minderwertigkeitsgefühlen, weil man jegliche Selbstachtung verliert und sich selbst nicht leiden kann, da man solch ein Feigling ist. Depressionen, weil man der Meinung ist, hilflos und den anderen ausgeliefert zu sein. Man wird ausgenutzt und benutzt und wenn man nicht mehr gebraucht wird, dann wird man wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen. Es ist falsch zu glauben, dass die anderen es danken werden, wenn man so nachgiebig, unterwürfig und freizügig war. Immerhin muss man sich nie mehr Sogen machen, ob die anderen schlecht von einem denken. Sie tun es nämlich unter Garantie. Soziale Fußabtreter stehen nämlich nicht gerade hoch im Kurs.

Unbedingt vermeiden

Es ist unbedingt zu vermeiden, sich zur Wehr zu setzen, Grenzen zu setzen und selbstbewusst aufzutreten. Man sage sich nie "Ich wehre mich, wenn andere meine Freiheit einschränken und mich ausbeuten möchten. Dies ist mein gutes Recht, selbst wenn dies den anderen nicht gefällt. Ich bin es mir wert, dass meine Bedürfnisse respektiert werden".In diesem Falle hätten die anderen Respekt vor einem, man würde zu seinem Recht kommen und Selbstachtung und Selbstbewusstsein würden steigen.

Merksatz

Man verliert jegliche Selbstachtung und jeden Respekt seitens der anderen, wenn man immer nur nachgibt, sich ausnutzen und auf sich herumtrampeln lässt. Wer jedoch selbstbewusst seine Rechte als Mensch und Verbraucher einfordert, dessen Selbstbewusstsein und dessen Selbstachtung steigen und andere werden ihn respektieren und achten.

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4) Falls du unglücklich bist, dann finde heraus, weshalb dem so ist

Anwendung

Man grübelt stets darüber nach, warum es so ist, wenn man sich unzufrieden, unglücklich und deprimiert fühlt. Man sucht nach dem, wer oder was für das Unglücklichsein verantwortlich ist. Womöglich liegt es ja an der Erziehung durch die Eltern, an einer in der Vergangenheit getroffenen falschen Entscheidung oder an Kränkungen und Verletzungen, die einem die anderen zugefügt haben. Man geht also dem Übel ausgiebig auf den Grund.

Wirkung

Die Glücksforschung hat entdeckt, dass man umso unglücklicher ist, je mehr man grübelt und in der Vergangenheit nach den Gründen für sein Unglücklichsein herumstochert. Falls man niedergeschlagen ist und grübelt, warum dem nun so ist, dann fühlt man sich automatisch noch schlechter. Das Grübeln über die schlechte Stimmung verstärkt diese. Dies liegt daran, dass man meistens keine eindeutige Ursache für das Unglücklichsein findet und man so viele Vermutungen anstellt, die einen weiter verunsichern. Auch spielt es eine Rolle, dass man seine Vergangenheit und das, was vorgefallen ist eventuell für das Unglücklichsein verantwortlich ist, nicht ändern und rückgängig machen kann. Folgerichtig erlebt man sich als Opfer dieser vermeintlichen Ursache und fühlt sich dieser Ursache auch gänzlich ausgeliefert. Man fühlt sich hilflos, bemitleidet sich selbst, beklagt sich über die ungerechte Welt und die Mitmenschen, ist verärgert und damit noch unglücklicher.

Unbedingt vermeiden

Man soll sich auf keinen Fall sagen "Was auch immer der Grund für mein Unglücklichsein sein mag, es ist geschehen und damit nicht mehr änderbar. Ich lasse die Vergangenheit auf sich beruhen, schaue nach vorne und überlege mir, was mir gut tun würde, wie ich mein Leben und meine Beziehungen besser und befriedigender gestalten könnte und womit ich mir eine Freude und gute Gefühle machen könnte". Je mehr man sich darauf konzentriert, was man sich Gutes tun kann, je mehr man sich mit etwas beschäftigt, das einen befriedigt und ausfüllt und je mehr man nach vorne schaut, umso besser geht es einem.

Merksatz

Wer wie ein Psychoanalytiker in seiner Vergangenheit nach den Ursachen für sein Unglücklichsein herumwühlt, dem ist das Unglücklichsein schon garantiert. Damit ändert man nämlich überhaupt nichts. Glückliche Menschen grübeln nicht über unerfreuliche Vorkommnisse nach, sondern lassen diese auf sich beruhen, schauen nach vorne und konzentrieren sich auf das Hier und Heute und wie sie dieses für sie befriedigend gestalten können. Man sollte eher nach vorne schauen und sein Leben nach seinen Wünschen gestalten. Es ist nie zu spät dazu, mehr aus seinem Leben zu machen.

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5) Verzeih dir nie Deine Fehler

Anwendung

Man überhäuft sich mit Selbstvorwürfen und harscher Selbstkritik, wenn man einen Fehler macht. Man sagt sich, man hätte das nicht tun dürfen. Man hätte besser aufpassen müssen. Und man hätte sich nicht so gehen lassen dürfen. Man stellt sich und seinen Wert als Mensch so richtig in Frage und verurteilt sich für sein stümperhaftes Verhalten. Man beschimpft sich als einen Versager, eine schlechte Mutter, einen schlechten Vater, eine Niete und ein egoistisches Schwein. Fehler zu machen wird als eine Schwäche ausgelegt, die unverzeihlich ist.

Wirkung

Durch diese Art der Selbstkritik wird man sich stets so richtig mies fühlen. Sich selbst klein machen ist eine prima Methode für dauerhaftes und tiefes Unglücklichsein. Man wird sich seines Lebens nicht mehr froh, weil man ständig Fehler macht - wie alle Menschen - und so jeden Tag einen Grund hat, sich Vorwürfe zu machen und sich selbst durch den Dreck zu ziehen.

Unbedingt vermeiden

Es ist dringend geboten, Nachsicht mit sich selbst zu haben und sich zu sagen: "Fehler machen ist menschlich. Das kann jedem passieren. Ich bin trotzdem ein liebenswerter Mensch. Jeder Mensch macht Fehler, das ist völlig normal." Solche eine Rücksichtsnahme sich selbst gegenüber würde schlimme Folgen zeitigen: Die Stimmung wäre nur leicht gedrückt oder würde sich gar bessern und man kämst sich als ganz normaler Mensch vor, der von Zeit zu Zeit Fehler macht und sich diese eingesteht. Die Lage verschlimmern würde es, wenn man anfinge, sich selbst zu loben, wenn man etwas gut gemacht hat. Dann würden die schlechten Gefühle sofort verschwinden und man wäre stolz auf sich. Also immer schön auf sich selbst draufhauen und sich anständig heruntermachen. Dann bleibt die Stimmung unter Garantie im Keller.

Merksatz

Harsche und unerbittliche Selbstkritik und das Vermeiden jeglicher Nachsicht mit den eigenen Fehlern und Schwächen garantiert einem Minderwertigkeitsgefühle, Depressionen und Angst. Wohlwollende Nachsicht und das, Verzeihen der eigenen Fehler führt dahingegen schlimmstenfalls zu einem Bedauern.

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6) Vergleiche dich immerzu mit den anderen

Anwendung

Man misst und vergleicht sich nur mit denen, die um vieles besser, äußerlich attraktiver, kreativer, witziger, schlagfertiger, intelligenter, mutiger, fähiger, stärker, finanziell und beruflich erfolgreicher sind. Man orientiert sich an deren Leistungen und Erfolgen und vergleicht diese mit den eigenen Leistungen und Erfolgen. Man schielt stets nach denen, die mehr haben als einer selbst oder die sich mehr leisten können. Man beneidet andere und bedauert sich als Versager und Niete..

Wirkung

Indem man sich nur mit denen vergleicht, die einem etwas voraus haben, wird mansich so richtig schön mittelmäßig und höchstwahrscheinlich sogar minderwertig vorkommen. Man wird stets unzufrieden sein mit sich, keinen seiner Erfolge genießen können. Es gibt schließlich immer jemanden, der noch erfolgreicher und besser ist,. Man ist ständig angespannt, neidet anderen deren Erreichtes, kann sich nicht entspannt zurücklehnen und kommt sich als totaler Versager vor. Es entstehen Depressionen, Schuldgefühle, Minderwertigkeitsgefühle und geringes Selbstvertrauen.

Unbedingt vermeiden

Unbedingt zu vermeiden ist, sich seine Startbedingungen anzusehen und diese als Maßstab heranzuziehen, um zu beurteilen, was man alles erreicht und aus seinem Leben gemacht hat. Bestimmt sollte man sich nicht einreden : "Ich bin ich. Ich kann dazulernen und mich verbessern. Entscheidend ist, was ich aus mir mache mit den Fähigkeiten und Talenten, die ich habe. Ich bin einzigartig." Eine solche Denkweise würde einem alle Minderwertigkeitsgefühle nehmen und man würde unbeschwert und zufrieden durchs Leben gehen. Man würde sich und sein Leben mit eigenen Augen sehen und seinen persönlichen und eigenen Weg gehen, ohne danach zu fragen, wie andere leben. Man wäre ein Original und keine Kopie.

Merksatz

Sich stets mit anderen zu vergleichen ist eine todsichere Methode, um totale Unzufriedenheit mit sich und seinem Leben zu haben. Einen besseren Nährboden für Depressionen und Selbstmordgedanken gibt es kaum. Und es gibt kein besseres Rezept für Misserfolge, als die Messlatte sehr hoch zu legen, indem man sich stets mit den Besten vergleicht. Der Verzicht dagegen, sich mit anderen zu vergleichen und sich und sein Erreichtes nur danach zu beurteilen, wie weit man es aufgrund seiner Startbedingungen, Fähigkeiten und Talente gebracht hat, könnte einen stolz und zufrieden machen. Man würde anderen gönnen, was sie haben und sich mit ihnen darüber freuen - so wie man sich über sein Erreichtes freuen könnte

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7) Sei nie zufrieden mit dem, was du hast

Anwendung

Man verlangt immer mehr und ruht sich auch nicht auf seinen Lorbeeren aus. Was man besitzt und erreicht hat, kann man nicht genießen, da man stets etwas sucht und findet, was man nicht hat, doch gerne hätte. Man bedauert sich selbst und redet sich pausenlos ein, dass man erst glücklich und zufrieden sein kann, wenn man dieses oder jenes besitzt. Man gibt sich nicht zufrieden mit dem, was man erreicht hat und nörgelt stets über das Leben und das Erreichte.

Wirkung

Die Wirkung dieser Lebenseinstellung ist die eine hundertprozentige Garantie der eigenen Unzufriedenheit. Man erlangt dauerhaft und lebenslang Unzufriedenheit. Es ist absehbar, dass man so unglücklich ist, dass einem das Leben sinnlos erscheint und man depressiv wird. Und die unablässige Nörgelei vergiftet todsicher die Beziehung zu den Mitmenschen, welche unter Deiner permanenten Unzufriedenheit leiden. Man macht sich auch recht unbeliebt damit.

Unbedingt vermeiden

Man sollte auf jeden Fall vermeiden, sich darauf zu besinnen, was man man hat, wenn man schätzen würde, was man besitzt. Dabei gibt es so viele Reichtümer, die man hat : So kann man vielleicht lachen, gehen, denken, ist ziemlich gesund kann morgens aufstehen, ist frei von Schmerzen, hat Mitmenschen, die einen mögen. Vielleicht hat man sogar so etwas wie Arbeit. Und es gibt noch unzählige weitere Punkte, die man hier aufzählen könnte. Eine solche Auflistung der persönlichen Besitztümer würde die Zufriedenheit wachsen lassen, einen dankbar und glücklich machen. Man wäre weit weg vom Unglücklichsein..

Merksatz

Unglücklich und unzufrieden ist man dann, wenn man sich ständig auf das konzentrierst, was einem gerade fehlt, sich bedauert, sich bemitleidet, klagt und nach dem Grundsatz lebt:" mehr, mehr, mehr". Unzufriedenheit ist die Konsequenz dafür, dass man nicht mit dem zufrieden ist, was man besitzt. Sobald man sich bewusst macht, was man alles besitzt und wie dankbar man sein könnte dafür, steigert sich die Zufriedenheit.

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8) Verzeih anderen nie deren Schwächen und Fehler

Anwendung

Ebenso wie man sich die eigenen Fehler und Schwächen nicht verzeihen sollte, wenn man sich so richtig mies fühlen möchte (siehe Selbstkritik), so sollte man auch bei den anderen unbarmherzig und herzlos sein, so dass sie sich immerfort mies und schuldig fühlen. Man handelt am Besten nach dem Grundsatz "Verzeihen und Vergeben ist nur etwas für schwache Menschen". Man demonstriert dem Partner, den Freunden und Kollegen, wie sehr man ihr Verhalten verurteilt. Gebetsmühlenartig und entrüstet wiederholteAnklagen wie"Wie kannst du nur?, Das hättest du nicht tun dürfen" rührt man mit dem Finger immer und immer wieder in alten und neuen Wunden und gibt zu verstehen, dass man das Verhalten dem anderen nicht vergibt. Man schmollt und grollt bei Kränkungen und Verletzungen. Man verhält sich nachtragend und lässt die anderen immer wissen und spüren, dass man nichts vergessen hat, geschweige denn ihnen vergeben kann. Man sollte auch nicht vergessen, zu betonen, dass einem selbst so etwas nie passieren würde.

Wirkung

Die anderen meiden einen und gehen einem aus dem Weg, weil sie einen für rechthaberisch, oberlehrerhaft und unausstehlich halten. Man kann fast schon für den Titel als Ekel der Nation nominieren. Man gießt damit Öl ins Feuer und schürt durch die Vorwürfe den Ärger oder gar Hass auf die anderen und fühlt sich stets angespannt.

Unbedingt vermeiden

Man sollte es unbedingt vermeiden, Nachsicht walten zu lassen, indem man sich sagt: "Die anderen sind auch nur Menschen und deshalb nicht perfekt. Ich wünschte, die anderen würden sich rücksichtsvoller und freundlicher verhalten, aber das kann ich nicht verlangen. Die anderen haben das Recht, sich so zu verhalten, wie sie es tun - auch wenn es mir nicht gefällt oder ich Nachteile dadurch habe". Eine solcher Denkansatz könnte die Zahl der vermeintlichen Feinde im Leben erheblich minimieren und man käme besser aus mit den anderen.

Merksatz

Man reibe am Besten stets den anderen ihre Fehler unter die Nase. Auf diese Art verschafft man sich bestimmt viele Feinde und handelt man sich auch gehörig Ärger ein. Vergebung würde einem inneren Frieden geben und die anderen würden gewiss ebenso großzügiger mit den Fehlern und Schwächen umgehen, die man so macht. Es ist nun mal so, dass man von anderen erst dann Vollkommenheit erwarten darf, wenn man selbst in den Spiegel sehen und sich sagen kann "Du bist perfekt". Leider wird dieser Zeitpunkt wohl nie eintreten.

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9) Denke stets über die Nachteile des Älterwerdens nach

Anwendung

Am Besten man sehe dreimal täglich in den Spiegel und suche nach Orangenhaut, Glatzenbildung, Falten oder ähnlichen Alterserscheinungen. Man vergleiche sich mit Gleichaltrigen, die besser und jünger aussehen. Man gibt seine Hobbies auf, interessiert sich nicht mehr für Neues und verliert das Interesse an allem, was die Zukunft noch leisten kann. Man beobachtet sich peinlich genau, ob man noch so leistungsfähig ist wie vor einigen Jahren und schreibt genau auf, worin die Einbußen an Leistung genau bestehen.Es kann ja sein, dass man vergesslicher wurde, dieses oder jenes Zipperlein sich ankündigt oder man weniger ausdauernd und belastbarer wurde im Laufe der Zeit. Man redet sich zusätzlich ein, zu alt zu sein für manche Dinge und nicht mehr mitzukommen mit den anderen.

Wirkung

Man sieht so richtig alt aus und fühlt sich auch so. Es ist kaum zu glauben, wie viel älter man nach einiger Zeit aussehen kann und erst recht nicht, wie alt man sich dabei fühlen kann. Die Strategie ist bestechend einfach anzuwenden : Je mehr man sich alt redet, umso weniger unternimmt man und umso schneller altert und stirbt man.

Unbedingt vermeiden

Es ist unbedingt zu vermeiden, zu sagen"Ich bin so alt, wie ich mich fühle und ich fühle mich so, wie ich denke." In diesem Falle würde man sich auch jung reden, sich jung fühlen und letzten Endes jung bleiben.Man darf sich auf keinen Fall seine Neugier und sein Interesse für alles bewahren, was um einen herum vorgeht, sich aktiv am Leben beteiligen oder aber sich neuen Herausforderungen zu stellen, Es würde auch schaden, Neues zu lernen, sich durch Gehirnjogging und körperliche Bewegung geistig und körperlich rege zu halten.

Merksatz

Der sicherste Weg, um unaufhaltsam abzubauen und um Jahre älter auszusehen ist, sich einzureden, dass man alt ist und sein Interesse an seiner Umwelt aufzugeben. Geistig, körperlich und seelisch jung bleiben bis ins hohe Alter kann man nur dann, wenn man geistig, körperlich und auch seelisch aktiv bleibt und sich ständig ändert und verbessert.

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10) Übernimm niemals die Verantwortung für Dein Handeln

Anwendung

Man wäscht ständig seine Hände in Unschuld. Der Grundsatz lautet : "Schuld sind stets die anderen" - ob nun der Partner, die Kinder, der Chef, die Mitarbeiter, die Gene oder die Gesellschaft. Man wiederholt am Besten ständig laut und entrüstet : "Das ist nicht meine Schuld". Man belügt sich und die anderen, indem man jegliche Verantwortung für Fehler und Fehlentscheidungen entschieden von sich weist. Man macht stets die persönliche, finanzielle Lage, die Familie, die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse oder das Wetter verantwortlich, warum man nun etwas getan oder nicht getan hat.

Wirkung

Man macht sich so richtig schön unbeliebt bei denen, denen man die Schuld zuweist und du outet sich als Feigling und Drückeberger. Das gesellschaftliche Ansehen sinkt also rapide ab. Die ständig neuen Ausreden machen einen im Laufe der Zeit unglaubwürdig und man kann den anderen und sich selbst nicht mehr in die Augen schauen, ohne sich zu schämen. Man verbaut sich alle Möglichkeiten, einen positiven Wandel im Leben hinzubekommen, da die anderen oder die Umstände einem sein Schicksal bestimmen und man deshalb keinen Grund hat, sich zu ändern.

Unbedingt vermeiden

Man sollte unbedingt vermeiden, sich zu sagen "Ich bin ein Mensch, der manchmal falsche Entscheidungen trifft. Niemand ist vollkommen. Alle Menschen machen Fehler. Falsche Entscheidungen werde ich möglichst korrigieren, Fehler werde ich wieder gutmachen. Was ich nicht rückgängig machen kann und in meinen Augen falsch war, bedaure ich und übernehme dafür die Verantwortung". So würde nämlich ein verantwortungsvoller Mensch denken und handeln, der von anderen respektiert und geachtet wird. Man hätte sogar die Möglichkeit, etwas dazu zu lernen und etwas aktiv zu verändern.

Merksatz

Wer sich vor seiner Verantwortung drückt, der handelt verantwortungslos und ist ein Drückeberger. Damit kann man sich prima bei den anderen unbeliebt machen. Übernimmt man jedoch die Verantwortung für sein Handeln, dann kann das für einen unangenehm ausgehen. Man bewahrt sich jedoch seine Selbstachtung und kann in den Spiegel sehen, ohne rot zu werden.

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11) Traue ja keinem über den Weg

Anwendung

Man unterstellt allem und jedem, dich nur ausnutzen und benutzen zu wollen, dass alle nur auf ihren Vorteil schauen und sich einen Dreck um einen selbst kümmern. Falls jemand trotzdem einmal seine Hilfe anbietet, dann ist man besser misstrauisch - er könnte ja mit dem Angebot bezwecken wollen, dass man in seiner Schuld steht .Unverhoffte Geschenke sind besonders gefährlich, da der andere damit etwas im Schilde führen könnte. Freundlichkeit und Zuvorkommen seitens anderer schwächt man am besten dadurch ab, dass man sich daran erinnert, dass man schon so oft enttäuscht worden ist, weil die anderen ja stets nur böse Hintergedanken haben.

Wirkung

Mit dieser Einstellung zum Leben wird man immer wieder zufrieden feststellen, dass man es dochimmer schon besser gewusst hat, dass man niemandem trauen kann. Je mehr man anderen misstraut, umso öfter macht man unweigerlich die Erfahrung, dass man ihnen auch tatsächlich nicht trauen kann. Die Psychologie spricht in diesem Falle von einer selbsterfüllenden Prophezeiung : Man sieht, spürt, erlebt das, was man erwartet und womit man rechnet. Zusätzlich lebt man in der steten Angst, von den anderen ausgenutzt zu werden und hält man deshalb ängstlich Ausschau nach vermeintlichen Feinden, die an jeder Straßenecke lauern und einem ans Leder wollen.Mit dem Verlust des Vertrauens verhindert man auch erfolgreich enge Beziehungen zu den Mitmenschen. Man lebt schließlich und endlich in der steten Angst, verletzt zu werden.

Unbedingt vermeiden

Man sollte vermeiden, nach dem Motto zu leben: "Ich vertraue jedem, bis ich vom Gegenteil überzeugt wurde. Es gibt Menschen, die werden mein Vertrauen und meine Offenheit ausnutzen und ich werde vielleicht Nachteile dadurch haben. Andere dagegen werden meine Offenheit und mein Vertrauen schätzen und mich dafür mögen". Die Investition eines solchen Vertrauensvorschusses würde wahrscheinlich viele positive Erfahrungen mit den Mitmenschen nach sich ziehen. Die Selbsterfüllende Prophezeiung wirkt nämlich nicht nur im negativen sondern auch in positivem Sinne. Die Welt käme einem trotz gelegentlicher Enttäuschungen wie ein friedlicher Ort vor.

Merksatz

Die Denkweise, niemandem trauen zu können, weil der andere dies nicht ohne Hintergedanken tut, vergiftet erfolgreich die Beziehungen zu anderen Menschen und mündet in der Annahme, es nur noch mit potentiellen Feinden zu tun zu haben. Gewährt man den anderen einen Vertrauensvorschuss, so wird die oft, aber nicht immer, belohnt. Immerhin vermutet man nicht an jeder Straßenecke einen Feind und geht man gelassener durchs Leben.

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12) Verberge stets Deine wahren Gefühle

Anwendung

Man zeigt sich so verschlossen wie eine Auster, wenn es um die eigenen Gefühle geht. Man behält es ganz für sich, wenn man sich zu jemandem hingezogen fühlt. Immerhin könnte die Sympathie ja nicht auf Gegenseitigkeit beruhen und man könnte sich lächerlich machen. Oder man überspielt sein Gefühl und gibt sich selbstbewusst, wenn man sich in jemands Gegenwart unsicher fühlt. Schließlich besteht doch die Gefahr, der andere könnte die Unsicherheit ausnutzen. Und wenn man sich wirklich ausgenutzt fühlt, dann steckt man das weg und tut so, als sei nichts geschehen, weil der andere ja wütend werden könnte. Falls man sich eigentlich schwach und hilflos fühlt, dann gilt es, die Zähne zu zeigen. Immerhin könnte der andere einen übervorteilen, wenn er spürt, dass man sich nicht wehren kann. Und wenn einem eigentlich nach Weinen zumute ist, dann ist es besser, die Zähne zusammenzubeißen, um nicht als Weichei dazustehen. Bei Traurigkeit ist es besser, Zuversicht auszustrahlen und zu lächeln. Und ist man müde und abgespannt, dann tut man so, als sei alles in Ordnung, weil man sonst abgelehnt werden könnte von den anderen.

Wirkung

Man leidet daran, wenn man sich nicht aussprechen und mitteilen kann und deshalb auch keine Hilfe und keinen Trost erfährt. Es kostet unsäglich große Energie, wenn man seine Gefühle versteckt, sich verstellt und vorgibt, man sei ein anderer. Man vertut sich viele, wenn nicht gar alle engen Kontakte zu Menschen, die einem wichtig sind. Der Partner ist der Meinung, alles sei in Ordnung, während in Realität alles in Trümmern liegt. Auf der einen Seite ist man durch diese harte Schale ziemlich sicher vor Verletzungen, aber man ist und bleibt auch unnahbar und unerreichbar für die Mitmenschen. Man fühlt sich aus diesem Grunde immer ausgeschlossen, unverstanden und einsam. Zudem lebt man in der steten Angst, die anderen könnten einen durchschauen. Ein hohes Maß an Selbstkontrolle ist nötig, um die Maskerade aufrechtzuerhalten. Dies kostet eine ganze Menge Kraft und lähmt einen nachhaltig. Es ist einem unmöglich, frei und ungezwungen mit den Mitmenschen zusammenzusein. Und natürlich kann man nicht "du selbst sein" und muss immerdar gegen sich selbst und seine Gefühle ankämpfen.

Unbedingt vermeiden

Es ist unter allen Umständen zu vermeiden, zu sagen: "Ich bin ich und ich bin weder schlechter, noch besser als die anderen. Also muss ich mich und meine Gefühle auch nicht verstecken. Ich kann nicht davon ausgehen, dass andere stets gut heißen, was sie in mir sehen, wenn ich mich ihnen öffne und mich mitteile. Es ist aber allemal besser, jemand mag mich, wie ich bin, als dass er mich für jemanden hält, der ich gar nicht bin. Dann muss ich mich nicht verstellen und kann meine Kraft sinnvoller in die Beziehung stecken". Natürlich riskiert man es, die Schale zeitweise zu öffnen und anderen Einblick in sein Inneres zu geben. In solchen Augenblicken wäre man leichter verletzbar, die Mitmenschenwüssten aber, woran sie sind mit einem. Zudem gäbe man ihnen die Möglichkeit, auf einen selbst und seine Bedürfnisse einzugehen.

Merksatz

Wer seine Gefühle vor anderen verbirgt und sich ausgibt für einen anderen, der man gar nicht ist, dann vergeudet man seine Kraft dafür, einen Schein aufrechtzuerahlten. Folglich lebt man in der steten, die anderen könnten einen durchschauen. Wer sich jedoch öffnet und andere an seinen Gefühlen teilhaben lässt, dann wird man dafür geliebt, was und wie man ist. Anstatt die Kraft zu verschwenden, um Mauern hochzuziehen, könnte man die Energie dafür nutzen, tiefere Beziehungen zu pflegen.

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13) Spiele mit den Menschen das "Wenn ..., dann ...-Spiel"

Anwendung

Bei diesem Spiel geht es darum, seine Wünsche, Träume und Bedürfnisse auf einen fernen Tag in der Zukunft aufzuschieben. Man steht sich selbst im Wege und verwehrt sich die Erfüllung seiner Wünsche und Träume, da man der Überzeugung ist, man habe jetzt erst einmal etwas Wichtigeres zu tun. Falls man eine große Reise machen möchte, schiebt man diese bis zur Rente auf. Der Kauf eines Sportwagens hat Zeit, bis die Kinder aus dem Haus sind. Der Tanzkurs mit dem Partner kann auch im nächsten Jahr stattfinden.

Wirkung

Die Träume werden nicht Realität und zerplatzen im Laufe der Zeit wie Seifenblasen, weil man stets einen Grund dafür findet, die Verwirklichung zu verschieben. Es findet sich stets etwas Wichtigeres, das dazwischenkommt - das kann bedauerlicherweise auch eine schwere Krankheit sein oder gar der eigene Tod. Am Ende seines Leben wird man dann dastehen und sagen: "Hätte ich doch nur ..., als ich noch die Zeit, die Gesundheit, das Geld, ... dafür hatte". Man wird sich selbst bemitleiden und sich über die Ungerechtigkeit der Welt beschweren, weil die Wunschträume nur Träume geblieben sind.

Unbedingt vermeiden

Es wäre dumm, zu sagen "Das Leben ist zum Leben da" und sich immer wieder mal den einen oder anderen Traum oder Wunsch zu erfüllen.

Merksatz

Wenn man sein dein Leben auf einen fernen Tag in der Zukunft verlegt, dann stirbst man eventuell ohne je seine Träume verwirklicht zu haben. Man sollte jeden Tag auch nutzen. Das Heute ist die einzige Gewissheit, das Morgen ist nur ein Versprechen.

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14) Manipuliere die Mitmenschen nach Strich und Faden

Anwendung

Um seinen Willen durchzusetzen und andere gefügig zu machen, braucht man lediglich den anderen vorwerfen, sie seien egoistisch, ungerecht oder unmoralisch und würden nur an ihren Vorteil denken. Bewährt haben sich Sätze wie "Ich tue alles für dich und wenn ich dich mal um einen Gefallen bitte, dann ..., Du denkst nur an dich. Immer muss alles nach deinem Kopf gehen. Du bist egoistisch. Ich bin dir wohl gleichgültig. Wenn du mich lieben würdest, dann ... Du wirst schon sehen, was du davon hast. Das wird dir noch mal leid tun. Typisch Mann. Typisch Frau. Wenn du mich verlässt, bring ich mich um". Um sich durchzusetzen, helfen auch Lautwerden, Toben, schreien, nichts mehr sagen und schweigen oder Weinen.

Wirkung

Die anderen werden diese Manipulationen oft nicht durchschauen, aber manchmal nun doch. Immerhin werden sie sich wie erwartet schuldig fühlen und zähneknirschend nachgeben. Als Ergebnis werden sie einen hassen und versuchen, es einem heimzuzahlen. Es kommt zu Konflikten, Streitereien, Beziehungsproblemen, schier endlosen Diskussionen und beidseitigen Vorwürfen.

Unbedingt vermeiden

Man sollte also vermeiden, seine Wünsche und Bedürfnisse offen und direkt auszudrücken, indem man lediglich sagt: "Ich wünsche mir, ...." "Es gefällt mir nicht, dass ...", "Schön wäre es, wenn ..." Zwar mag die Möglichkeit bestehen, keinen Erfolg einzufahren, doch braucht man dann nicht zu befürchten, dass sich die anderen ausgenutzt vorkommen und sich an dann rächen möchten.

Merksatz

Die Manipulation der anderen ist oft von Erfolg gekrönt, der Preis ist jedoch hoch : Eine dauerhafte Beziehungsschädigung. Der Erfolg ist nicht gewährleistet, wenn man seine Wünsche offen ausspricht, doch respektieren die anderen einen und man kann ohne Scham in den Spiegel blicken.

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15) Verlange von Dir, alles perfekt machen zu müssen



Anwendung

Man ist nie zufrieden mit seiner Leistung und sinnt stets darüber nach, was man eventuell noch besser machen könnte. Immerzu ist man auf der Lauer, etwas vergessen oder übersehen zu haben, was die Arbeit noch vollkommener gemacht hätte. Man strebt nach der idealen Figur, Fitness und Ernährung. Man versucht sich darin, das perfekte Zuhause, die perfekte Familie und das perfekte Aussehen zu haben. Man scheut keine Schönheitsoperationen, hungert sich auf Idealgewicht, kennt und befolgt bis auf das i-Tüpfelchen die aktuellen Empfehlungen von Ernährungswissenschaftlern, Fitness- und Gesundheitsgurus. Man kennt alle Liebesstellungen des Kamasutra und ist immerdar darauf aus, der perfekte Liebhaber zu sein. Man kleidet sich stets nach der modernsten Mode und sorgt sich darum, overdressed oder underdressed zu sein. Jede Menge an Parfüms und Deodorants verhindern, dass die Mitmenschen niemals den wahren Geruch wahrnehmen können. Der Knigge wird penibel befolgt. Man kontrolliert stets sein Verhalten und erstickt alle Bedürfnisse im Keim, die einen von einem perfekten Lebenswandel abbringen könnten. Hart und unerbittlich bezähmt man seinen inneren Schweinehund, der einen ja doch nur zum easy-going und zu einem unbeschwerten und natürlichen Leben verführen will. Man weicht keinen Zentimeter ab von dem Pfad der Tugenden, die man sich selbst oder ein anderer auferlegt hat. Man bekämpft also jeden persönlichen Makel so standhaft wie einen Pickel auf der Nase und lebt den absoluten Perfektionismus.

Wirkung

Als Mr. oder Miss Perfect erschwert man sich so richtig schön das Leben. Es kann ganz schön stressig werden, sich an den immer neuen Trends zu orientieren. Man kann keine Arbeit guten Gewissens beenden, weil man ja etwas vergessen oder übersehen haben könnte. Dadurch schläft man schlecht und kommt tagsüber nicht zur Ruhe. Man ist oft unzufrieden mit sich selbst, weil es eigentlich unmöglich ist, den eigenen Ansprüchen zu genügen. Man steht dauernd unter Hochspannung, kann sich kaum mehr konzentrieren und fühlt sich immer mehr ausgebrannt und leer. Die ständige Angst treibt einen um, man könne den Mitmenschen nicht perfekt genug sein und deren Ansprüchen nicht gerecht werden. Auch ist da die Angst, schwach zu werden, nachzugeben und die Kontrolle über sich selbst zu verlieren, so dass das mühsam aufgebaute perfekte Leben zusammenbricht wie ein Kartenhaus. Man gibt sehr viel Geld aus für Mittel, die einen jung, fit und gesund aussehen lassen sollen. Das Leben ist voller Scham, Schuldgefühlen und Selbsthass, da der natürliche Trieb nach einem unbeschwerten Leben einen immer wieder schwach werden und von seinen Vorbildern abrücken lässt.

Unbedingt vermeiden

Geradezu verhängnisvoll wäre es, zu sagen "Ich gebe mein Bestes. Das ist alles, was ich tun kann. Ich kann mich ständig verbessern und dazulernen, aber perfekt ist niemand". Und abträglich wäre es auch, sich die Einstellung starker, selbstbewusster und unabhängiger Menschen anzueignen, die in der Art denken wie gängeln zu lassen. Selbstachtung und Selbstwert hängen nur von mir selbst ab und ich alleine entscheide, mich so anzunehmen, wie ich bin"

Merksatz

Perfektionismus, perfekt sein zu wollen, ist ein aussichtsloser Kampf gegen Windmühlen - weil Perfektion eine Illusion ist. Frustration, Stress, körperliche Beschwerden, Überforderung und Ärger sind vorprogrammiert.

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16) Glaube fest daran, dass andere in der Lage sind, Deine Gefühle zu verletzen

Anwendung

Es ist ein einfacher Weg : Man ist fest davon überzeugt, dass andere durch ihre Worte und Taten die Gefühle des anderen verletzen können und einem gute und schlechte Gefühle vermitteln können. Die anderen machen einen durch ihre Worte und Taten verärgert, traurig oder deprimiert. Verletzt und gekränkt fühlt man sich, weil die Mitmenschen verletzende Worte benutzt haben. Angst hat man aus dem Grunde, weil einem etwas Angst macht. Wenn sich deprimiert fühlt, dann eigentlich nur aus dem Grunde, weil die Lage so deprimierend ist.

Wirkung

Man fühlt sich wie eine Marionette, an deren Fäden die Mitmenschen ziehen. Die Gefühle gehen wie eine Achterbahn stets auf und ab. Man hat den Eindruck, dass man Mitmenschen oder der aktuellen Situation ausgeliefert ist und sieht keine Möglichkeit mehr, sich auch dann wohl zu fühlen, wenn sich die Mitmenschen oder die Umstände des Lebens sich nicht ändern. Das Leben ist also voller Ängsten, Ärger und Depressionen und es besteht keine Möglichkeit, dass sich daran etwas bis zum Tode ändert. Verletzte Gefühle sind der stete Begleiter in solch einem Hundeleben.

Unbedingt vermeiden

Am schlimmsten wäre es, sich der mehr als 2000 Jahre alten und wissenschaftlich belegten Erkenntnis anzuschließen, man sei selbst verantwortlich für seine Gefühle. Es sind die eigenen Gedanken und Einstellungen, die darüber entscheiden, wie man sich fühlt und wie man handelt. Und weil man ja auch der Steuermann seiner Gedanken ist, hat man es ebenfalls in der eigenen Hand, wie man sich fühlt und auf andere reagiert. Man kann seine Gefühle und Gedanken selbst beeinflussen.

Merksatz

Wenn man die Mitmenschen oder die Umstände bemächtigt, über sein seelisches Befinden zu entscheiden, dann macht man sich selbst zum Opfer anderer und oder der Umstände. Akzeptiert man jedoch, dass man selbst seine Gefühle macht, dann kontrolliert man auch seine Gefühle und kein anderer kann mehr diese Gefühle verletzen. Man wird also frei.

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17) Glaube fest daran, dass Du nicht dazu imstande bist, Dich zu ändern

Anwendung

Es ist so leicht, denen Glauben zu schenken, die sagen, dass die Gene, die Veranlagung oder die Sterne über das Leben und das Schicksal bestimmen. Man klammert sich an das Sprichwort " Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr" und ist stets pessimistisch ob seiner persönlchen Fähigkeiten und Möglichkeiten.

Wirkung

Der Pessimismus vermittelt das Gefühl, dem Schicksal oder seinen Genen ausgeliefert zu sein. Es besteht folglich keine Chance, sein Befinden zu bessern. Der Pessimismus verstärkt die negativen Gefühle, insbesondere das Gefühl der Hilflosigkeit und es geht einem noch schlechter. Man beschwert sich eventuell, dass man unter einem schlechten Stern geboren ist, hat Selbstmitleid und fühlt dich von Gott und der Welt betrogen.

Unbedingt vermeiden

Es wäre geradezu fatal, der Wissenschaft zu glauben, dass sich jeder ändern und dazu lernen kann, solange man lebt. Das Unglücklichsein hätte dann sofort ein Ende, da man wegen seiner Überzeugung, sich ändern zu können, anfinge, sein Leben in die eigene Hand zu nehmen und an dem zu arbeiten, was einem an sich oder der aktuellen Situation störend erscheint.

Merksatz

Falls man überzeugt ist, sich nicht ändern zu können, dann kann man das auch nicht. Der Pessimismus wirkt dann blockierend, wenn es darum geht, die eigen Fähigkeiten zu entwickeln und zu nutzen. Ob man nun der Überzeugung ist, dass man etwas kann oder aber nicht kann, dann behält man natürlich immer recht, da der Pessimismus sich stets bewahrheiten wird. Wer glaubt, nichts ändern zu können, der wird auch nichts ändern. Ansonsten bestünde ja die Möglichkeit, dass sich doch etwas ändert, wenn man an die Möglichkeit glaubt, dass man sich selbst ändern kann. Man hat in diesem Falle also die Chance, sein Leben zum Positiven hin zu ändern.

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18) Verlange, dass wichtige Leute dich mögen müssen

Anwendung

Man besteht darauf, dass Menschen, die einem wichtig erscheinen wie der Partner, die Kinder, die Mutter, der Vater und bestimmte Freunde, einen lieben müssen und ist der Überzeugung, es sei total schrecklich und unerträglich, wenn sie das nicht tun. Es ist noch nicht einmal genug, dies zu erwarten und zu wünschen, nein, es wird abgefordert. Dann erst besteht auch die Garantie, dass man sein Unglücklichsein auch anständig nährt.

Wirkung

Diese Sichtweise erzeugt eine ständige Angst vor Ablehnung und man wird dauernd deprimiert und verzweifelt sein. Um die Liebe der anderen nicht zu verlieren, wird man unterwürfig, gibt oft auch gegen sein Empfinden um der Liebe willen nach und kommt sich deswegen ausgenutzt und benutzt vor. Daraus resultiert zumindest ein großer Ärger, wenn nicht gar Wut und Hass. Solange man darauf besteht, dass die anderen einen lieben müssen, wird man zwangsweise dauerhaft wütend und gänzlich frustriert sein. Schließlich hat man nicht die Zauberkraft, durch die man andere dazu zwingen könnte, einen zu mögen - egal wie wichtig einem deren Liebe und Zuneigung auch erscheinen mag.

Unbedingt vermeiden

Man darf sich auf keinen Fall klarmachen: "Es wäre zwar wunderschön, wenn mich andere, deren Meinung mir wichtig ist, lieben und schätzen würden. Sie haben jedoch das Recht, mich nicht zu mögen. Damit kann ich auch leben. Auch ohne deren Liebe und Anerkennung bin ich schließlich ein liebenswerter und wertvoller Mensch". Zwar würde bei dieser Denkweise ein Bedauern und eine leichte Enttäuschung aufsteigen, falls andere einen ablehnen. Doch wäre man keinesfalls todunglücklich. Zum Unglücklichsein gehört nämlich die Überzeugung, dass bestimmte Mitmenschen einen auch mögen müssen.

Merksatz

Wer sich von der Zuneigung und Liebe bestimmter Menschen abhängig macht, der handelt sich notgezwungen großen Frust und Ärger ein. Sich nur zu wünschen - nicht zu fordern -, dass es schön wäre, wenn einen die Personen, deren Liebe einem wichtig ist, einen auch wirklich lieben würden, kann zwar auch Enttäuschungen erzeugen, doch kann man mit diesen leichter leben.

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19) Sieh Dich selbst als Opfer Deiner Vergangenheit und Deiner Lebensumstände

Anwendung

Alle Enttäuschungen, seelischen Wunden und Schmerzen, also alle in der Vergangenheit gemachten negativen Erfahrungen sind dafür verantwortlich, dass man in der Gegenwart unglücklich ist und keine Möglichkeit hat, je wieder glücklich zu sein. Man bedauert sich selbst für das, was andere einem angetan haben und rechtfertigt damit, dass man halt so ist, wie man ist. Beziehungsprobleme liegen dann an den Eltern, die sich eventuell getrennt oder häufig gestritten haben Alkohol-, Drogen oder andere Abhängigkeitsprobleme erklären sich aus der schweren und unglücklichen Kindheit. Mangelnde Ausdauer liegt an der eigenen geringen Willensstärke. Man ist leicht verletzt und gekränkt, weil man nie geliebt worden ist. Probleme mit dem Partner, den Kindern, den Kollegen oder dem Chef erklären sich ganz einfach damit, dass eben die anderen das Problem sind. Als Entschuldigung für all das Leiden dient der Leitspruch: "Ich bin halt so. Dafür kann ich doch nichts. Wenn nur die anderen anders wären, dann ...".

Wirkung

Wenn man die eigene Vergangenheit für die Probleme in der Gegenwart verantwortlich macht, dann hat man stets eine Entschuldigung zur Hand, weshalb es einem schlecht gehen muss. Man kann beruhigt die Hände in den Schoß legen, andere für das Unglück verantwortlich machen und sich herzlichst bedauern. Wer die Verantwortung von sich schiebt, der zahlt jedoch einen schmerzhaften und hohen Preis: Unter anderem quälen einen dann die Gefühle der Hilflosigkeit, der Ohnmacht und der Angst. Da die Vergangenheit nicht rückgängig gemacht werden kann, begibt man sich zwangsläufig in eine Opferrolle und sieht keine Möglichkeit mehr dafür, seine persönlichen, emotionalen oder finanziellen Umstände zu ändern. Man beklagt seine Vergangenheit, klagt an, ärgert und bedauert sich und sieht wütend und neidisch auf die anderen, die besseren Startbedingungen hatten,. Eventuell wird man sogar depressiv und denkt daran, sich das Leben zu nehmen. Man versaut sich kurzum das eigene Leben.

Unbedingt vermeiden

Es wäre geradezu fatal, sich zu sagen "Die Vergangenheit ist aus und vorbei. Ich gestalte mein Leben und meine Zukunft neu. Alte Wunden kann ich heilen lassen und mich verändern. Ich allein entscheide darüber, wer oder was ich bin und werde. Ich selbst kann darüber entscheiden, wie ich die Fähigkeiten und Talente nutze, die ich mitbekommen habe. Ich gestalte meine Zukunft damit, dass ich jetzt Entscheidungen treffe, die sich auf meinen weiteren Lebensweg positiv auswirken. Sollte es nötig sein, so kann ich mich auch ändern. Zudem kann ich das nachholen, was ich früher nicht gelernt habe. Ich allein bin der Steuermann meines Lebens und bestimme den Kurs in meinem Leben." Mit dieser gesunden und vernünftigen Denkweise würde sich das eigene Leben zum Positiven wenden. Deshalb ist dieser Denkansatz der falsche wenn man weiterhin unglücklich leben möchte.

Merksatz

Sich als Opfer seiner Vergangenheit anzusehen ist die perfekte Grundlage, um lebenslang zu leiden und unglücklich zu sein. Das Ruder herumzureißen und sich als Steuermann seines Lebens anzuerkennen verleiht einem die nötige Kraft und den nötigen Willen, das zu ändern, was einen stört und behindert. In diesem Falle könnte man sein Leben ganz nach seinen eigenen Vorstellungen gestalten.

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20) Rechne immerzu mit dem Schlimmsten

Anwendung

Man denkt unablässig darüber nach, was einem alles Schlimmes widerfahren kann. Will man verreisen, denkt man an kilometerlange Staus. Bei der Bewerbung um eine neue Stelle rechnet man damit, abgelehnt zu werden. Bei Gedanken an die Fahrt ins Grüne am Wochenende kommt einem nur der mögliche Regenschauer in den Sinn. Die Routineuntersuchung beim Arzt kann nur eine schwerwiegende Krankheit zutage fördern. Das Kind verreist das erste Mal alleine? Dann rechnet man damit, dass ihm etwas zustößt.

Wirkung

Je öfter man bei allem mit dem Schlimmsten rechnet, umso mehr versetzt man sich in Aufregung und desto schlechter geht es einem körperlich und seelisch. Man wird Ängste haben, von deren Existenz man bislang noch gar nichts gewusst hat. Der Körper wird in einen Alarmzustand versetzt, der dauerhaften Stress erzeugt, der wiederum körperliche Symptome verursacht. Dazu gehören Schlafstörungen, Herz-, Magen- und Verdauungsprobleme bis hin zu chronischer Müdigkeit.

Unbedingt vermeiden

Es ist unbedingt zu vermeiden, darauf zu vertrauen, dass alles klappen wird oder gar optimistisch zu sein. Es wäre falsch zu denken "Es wird schon gut gehen und wenn nicht, wäre das auch keine Katastrophe, Selbst wenn es schmerzlich oder unangenehm wäre, könnte ich damit umgehen." In diesem Falle wäre man vielleicht ein wenig beunruhigt, doch keineswegs panisch. Panik und Angst treten nämlich dann zutage, wenn man in seiner Phantasie mit dem Schlimmsten rechnet und sich vorstellst, dass man das nicht ertragen kann.

Merksatz

Sich nur das Schlimmste auszumalen verursacht starke Angstgefühle und versetzt den Körper in einen permanenten Alarm- und Stresszustand. Eine vertrauensvolle Sicht der Zukunft wirkt sich stabilisierend aus auf das Selbstvertrauen und schenkt einem Sicherheit.

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21) Zweifle an Deinen Fähigkeiten

Anwendung

Man wühlt sorgsam in seiner Vergangenheit und listet all das auf, was einem misslungen ist und wo man gescheitert ist. Daraus leitet man als einzig mögliche Schlussfolgerung ab, dass man nicht die nötige Begabung hat, um persönlich, beruflich und finanziell erfolgreich zu sein. Diese schlechten Erfahrungen überträgt man dann auf die Zukunft und sagt sich "Das kann ich nicht. Das schaffe ich nicht". Man findet immer einen Grund dafür, etwas nicht zu tun. So sagt man sich über eine Sportart, die man gerne erlernen möchte, dass man sportlich zu unbegabt und überhaupt viel zu alt dafür ist. Wenn einem eine Stelle angeboten wird, die einen weiterbringen würde, dann redet man sich ein, dass diese Stelle wohl eine Nummer zu groß für sich ist und man dieser Herausforderung sowieso nicht gewachsen ist.

Wirkung

Man handelt sich dadurch nur eine ganze Menge Frust ein und das Gefühl, dazu verurteilt zu sein, ein langweiliges und erfolgloses Leben zu führen. Die steten Selbstzweifel führen unweigerlich dazu, dass man andere beneidet, die den Mut haben, den man sich ständig nimmt, indem man n seinen Fähigkeiten zweifelt und sich einredet, nicht begabt oder gut genug für etwas zu sein. Niemals wird man erfahren, welche Fähigkeiten und Talente in einem stecken.

Unbedingt vermeiden

Es ist unbedingt zu vermeiden, zu denken "Was die anderen können, das kann auch ich lernen. Deshalb gebe mir die Chance, das zu tun, was ich gerne tun würde". Auf keinen Fall sollte man sich eine Liste machen von Dingen, die einem Spaß machen und eine zweite Liste zu erstellen von seinen Stärken. Dies könnte sich schädlich auf die Selbstzweifel auswirken. Natürlich verbietet es sich von selbst, die Mitmenschen zu befragen, welche Fähigkeiten oder Eigenschaften sie an einem schätzen und diese ebenfalls in die Listen aufnehmen. Dies könnte nämlich Selbstvertrauen erzeugen, welches dabei helfen könnte, dem Ziel näher zu kommen.

Merksatz

Wenn man an seiner Fähigkeit, etwas zu sein, zu haben oder zu erreichen zweifelt, dann wird man dieses Ziel mit höchster Wahrscheinlichkeit auch nicht erreichen. Selbstzweifel garantieren in der Regel auch den Misserfolg. Der feste Glaube daran, dass es einem möglich ist, etwas zu sein oder zu erreichen, hilft dabei, Wunschträume zu realisieren.

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22) Glaube fest daran, dass Deine Gefühle sich Deiner Kontrolle entziehen

Anwendung

Man redet sich dauernd ein, dass man seinen Gefühlen gänzlich ausgeliefert ist und diese mit einem machen, was sie wollen. Man fühlt sich hilflos und schwach, weil man nun mal so ist, wie man ist und dies nicht ändern kann.

Wirkung

Der Glaube daran, dass die Gefühle einen überfallen und man nichts dagegen tun kann garantiert dauerhafte schwere Depressionen bis hin zu Panikattacken und scheinbar unkontrollierbaren Angstzuständen. Das Gefühl von Hilflosigkeit und Ohnmacht treibt einen in die tiefe Depression bis hin zu Suizidgedanken. Hilflosigkeit und Ohnmacht gehören zu den Gefühlen, die den größten Schaden im Leben von uns Menschen anrichten können.

Unbedingt vermeiden

Schädlich für eine solche Einstellung wäre es, wenn man sich in die Hand von Fachleuten begibt, um sich helfen zu lassen. Es gibt inzwischen eine ganze Menge an Selbsthilfe-Strategien, um seine Gefühle zu steuern und zu beeinflussen. Geradezu fatal wäre es jedoch, zu sagen "Ich kann lernen, meine negativen Gefühle zu überwinden. Ich habe lediglich gelernt, mich in bestimmten Situationen schlecht zu fühlen, also kann ich auch lernen, mich gut zu fühlen. Ich bestimme, wie ich fühle." In diesem Falle würden diese Gefühle, die einen lähmen und behindern entweder erst gar nicht aufkommen oder sich ändern. Man würde sein Gefühlsleben wieder in den Griff bekommen.

Merksatz

Wer sich hilflos und depressiv fühlen möchte, der redet sich am Besten ein, seinen Gefühlen ausgeliefert zu sein. Wer aber anerkennt, dass sich jeder durch seine Gedanken seine Gefühle selbst macht, der wird stärker und schützt sich vor Depressionen.

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23) Sei fest davon überzeugt, ein Pechvogel zu sein

Anwendung

Man redet sich andauernd ein, nur vom Pech verfolgt zu sein. Sei es beim Kauf eines Loses, beim Lotto, bei Ebay oder in der Tombola : Man ist sich schon im Vorfeld sicher, leer auszugehen und kein Glück zu haben. Bei der Bewerbung um eine neue Stelle sagt man sich schon vorher, dass man chancenlos ist und andere bestimmt besser qualifiiziert sind und sich besser darstellen können.

Wirkung

Zwar garantiert diese Strategie kein hundertprozentiges Unglück, doch hilft sie einem, sein Pech und damit sein Unglücklichsein zu mehren. Dies liegt daran, dass man ist, was man denkt. Die negative Sichtweise wirkt wie ein starker Magnet, der darauf ausgerichtet ist, Unglück anzuziehen. Man denkt nicht nur, man sei ein Pechvogel, sondern verhält sich auch automatisch wie einer. Zudem packt man die Dinge nur halbherzig an, lässt seinem Glück erst gar keine Chance, wirft bei den kleinsten Problemen gleich die Flinte ins Korn und gibt oft schon im Vorfeld auf mit dem Gedanken daran, ohnehin Pech zu haben. Man läuft auch Gefahr, das als Pech oder Unglück zu deuten, was eigentlich von den Mitmenschen als harmlos eingestuft wird. Man bewertet also viele alltäglichen Dinge als Pech, was die anderen für Zufall oder für normal halten.

Unbedingt vermeiden

Dem Pechvogeldasein abträglich wäre es, sich zu sagen "Ich habe ebenso viel Glück wie die anderen. Ich rechne zukünftig bei allem damit, Glück zu haben und das zu bekommen, was ich möchte. Das bedeutet lange nicht, dass ich stets Glück habe, doch stehen die Chancen dafür gut. Zudem ich ein gutes Gefühl, wenn ich vom Besten ausgehe." Der Pechvogel könnte sich mit dieser Einstellung zum Glückspilz mausern.

Merksatz

Man ist stets der, für den man sich hält. Wer sich für einen Pechvogel hält, wird wohl einer bleiben. Sich derart negativ einzuschätzen erhöht nach dem Prinzip der Selbsterfüllenden Prophezeiung die Wahrscheinlichkeit auf dauerhaftes Pech ungemein. Man fühlt sich oft in seiner Meinung bestätigt, weil die negative Erwartungshaltung einem Bumerang gleich zu einem zurückkehrt. Ist man jedoch der Überzeugung, Glück zu haben, dann wird man auch ein Glückspilz. Es besteht zwar keine Garantie für ein dauerhaftes Glück, doch hat man gute Karten dafür, dass sich die positiven Erwartungen auch bewahrheiten.

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24) Arbeite und leiste nur gerade noch so viel, dass du nicht unangenehm auffällst

Anwendung

Man leistet gerade so viel, als sei man gänzlich unterbezahlt und werde nur ausgebeutet vom Arbeitgeber. Der Grundsatz lautet : "Ich lasse mich doch nicht ausbeuten. Ich bin nicht blöd und arbeite mehr als es unbedingt nötig ist"..Dazu gönnt man sich jedes Jahr mindestens vier bis sechs Wochen Sonderurlaub in Form von Krankheitstagen. Wenn der Chef mal nicht hinschaut, dann drückt man sich vor der Arbeit. Die ersten dreißig Minuten am Morgen verbringt man erst einmal auf der Toilette und liest die Bildzeitung. Nach der anschließenden Zigarettenpause macht man sich dann so langsam auf den Weg zur Kantine, um das zweite Mal zu frühstücken. Und danach bitte nicht hetzen, - zunächst wird die Arbeit sondiert und das erledigt, was noch vom vorigen Tage liegen geblieben ist. Bis zur Mittagspause vertreibt man sich die Zeit dann erst einmal im Internet.

Wirkung

Man geht jeden Tag nur mit Widerwillen zur Arbeit, da keine Arbeitszufriedenheit mehr gegeben ist. Die Arbeit geht einem schwer von der Hand, da man sich ausgebeutet fühlt. Aus den fünf Tagen die Woche werden es sechs, weil man schon sonntags an die Maloche am Montag denkt und sich damit gänzlich den freien Tag verdirbt. Eventuell spricht sich diese negative Einstellung herum bis zum Chef, der dann die befreiende Kündigung ausspricht. Hat man dann noch ein Haus abzubezahlen, die Raten für das Auto abzustottern, den Kredit für die neuen Möbel zu tilgen, dann hat man sich so richtig Stress eingehandelt und wird sich seines Lebens nicht mehr froh. Man hat es also fertiggebracht, sich das eigene Leben gründlich zu vermiesen, kann sich selbst bemitleiden und die bösen Ausbeuter anklagen Unglücklichsein ist also vorprogrammiert.

Unbedingt vermeiden

Es kommt natürlich nicht in Frage, dafür dankbar zu sein, eine Arbeit zu haben. Und erst gar nicht, sich eine Arbeit zu suchen, die Befriedigung verschafft, Spaß macht und auch genügend fordert. Schädlich sind auch solche Gedanken, dass man, um mehr zu erreichen und mehr Geld zu verdienen, erst einmal beweisen muss, dass man das auch verdient.

Merksatz

Die Arbeitsmoral sinkt automatisch, wenn man sich einredet, ausgebeutet zu werden und unterbezahlt zu sein. Sinkt die Moral, dann sinken auch die Arbeitsleistung und die Arbeitszufriedenheit und man fühlt sich einfach nur schlecht. Und das nicht zu wenig, weil man ja etwa ein Drittel seines Erwerbslebens mit Arbeit verbringt.

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25) Fühle dich allein verantwortlich für andere und deren Wohlbefinden

Anwendung

Man redet sich ein, für die Gefühle der Mitmenschen verantwortlich zu sein. Falls es dem Partner, den Kindern oder den Freunden nicht gut geht, dann trägt man dafür die Verantwortung und muss sich selbst Vorwürfe deswegen machen. Der Partner ist dadurch verärgert und verletzt, dass man nicht mit ihm geschlafen hat, weil man so egoistisch ist. Dann gilt es, sich schnell zu überlegen, wie man das wieder gut machen kann. Falls die Kollegin enttäuscht ist darüber, dass man keine Überstunden schiebt, um ihr zu helfen, sollte man ein schlechtes Gewissen haben und ihr sofort unter die Arme greifen. Man fühlt sich also verantwortlich für das Wohlergehen aller Mitmenschen und hat Schuldgefühle, wenn man mal an sich denkt. Selbstverständlich verrichtet man diesen Liebesdienst nicht ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Nein, man erwartet und fordert von den anderen Dankbarkeit und Anerkennung für diesen Opferdienst.

Wirkung

Man erntet mit dieser Handlungsweise eine Menge Schuldgefühle bis hin zu Depressionen und hat große Angst vor Ablehnung. Oft wird man dann maßlos enttäuscht sein und sich ausgenutzt vorkommen, weil die Mitmenschen den Opferdienst zumeist nicht honorieren und einem eventuell die erbrachte Leistung auch noch vorwerfen. Man handelt sich also eine ganze Menge an Unglücklichsein ein.

Unbedingt vermeiden

Man sollte unbedingt vermeiden, selbstbewusst zu sein und zu sagen "Ich bin nicht verantwortlich für die Gefühle und das seelische Wohlbefinden meiner Mitmenschen. Meine Worte und mein Handeln sind nämlich nicht in der Lage, die Gefühle anderer zu verletzen, weil ich nur dazu befähigt bin, meine eigenen Gefühle zu steuern. Wenn der andere sich verärgert oder deprimiert fühlt, dann lediglich aus dem Grunde, weil er sich ärgerliche oder deprimierende Gedanken macht".

Merksatz

Wer sich für die guten wie schlechten Gefühle der anderen verantwortlich fühlt, der macht sich zu deren Sklaven. Man ist dann stets unfrei in seinen Entscheidungen und kann niemals mit gutem Gewissen dem Mitmenschen etwas abschlagen, weil man stets Angst vor Ablehnung hat. Falls man die Verantwortung für die Gefühle der anderen auch bei diesen anderen belässt, dann ist man frei in seinen Entscheidungen, ob man für die anderen etwas tun will oder nicht.

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26) Lass dir vorschreiben, auf welche Art du zu leben hast

Anwendung

Die Mitmenschen wissen ganz genau, was für einen gut ist und wollen natürlich nur mein Bestes. Man verleugnet dann seine wahren Bedürfnisse und Wünsche und ordnet sich liebend gerne ein und unter. Man tut das, was von einem erwartet wird, zur Not mit Widerwillen und Missmut, doch man tut es eben. Man vereinfacht seine Lebensart, da man frei ist vom Ballast des eigenen Geschmacks, einer eigenen Meinung, der eigenen Vorstellung darüber, was nun richtig oder falsch ist oder was einem gut tut oder schadet. Man folgt der Einfachheit halber den Wegweisern, die andere für einen aufstellen auf dem Weg des Lebens. Man hält sich gewissenhaft an die Empfehlungen und gutgemeinten Ratschläge der Eltern, Freunde, Partner und Kollegen, die ja doch am Besten wissen, was für einen das Beste ist.

Wirkung

Unbestreitbar hat es eine ganze Menge Vorteile, wenn man sich bevormunden lässt. Die Mitmenschen werden einen scheinbar lieben. Denn hinter vorgehaltener Hand werden sie einen verspotten und sich lustig machen über diesen Hampelmann. Wer hat schon Respekt vor jemandem, der ständig nach der Pfeife der anderen tanzt ? Die anderen werden also abschätzig und abwertend über einen denken. Aus dieser unterwürfigen Folgsamkeit heraus wird man jegliche Selbstachtung verlieren, sich selbst bemitleiden und verärgert sein darüber, der Fußabtreter der anderen zu sein. Da es einem versagt ist, die eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu befriedigen, steigert sich die eigene Unzufriedenheit enorm. Man rastet hin und wieder aus und macht es den anderen zum Vorwurf, ihnen doch im Grunde genommen egal zu sein, - was ja auch stimmt. Es kann auch vorkommen, dass man irgendwann einmal Amok läuft und die Peiniger körperlich bestraft.

Unbedingt vermeiden

Unbedingt sollte vermieden werde, zufrieden so zu denken ::"Ich bin ich. Nur ich kann wissen, was wichtig, richtig und gut für mich ist. Deshalb muss ich auch tun, was ich für richtig halte - auch wenn das nicht immer den Gefallen der Mitmenschen findet. Ich bin nämlich nicht auf dieser Welt, um nach den Vorstellungen der anderen zu leben. Ebenso wenig sind andere dazu da, um nach meinen Vorstellungen zu leben. Falls die anderen teilweise enttäuscht sind und mir den Vorwurf machen, ich sei ein Egoist, dann muss ich eben mit diesem Vorwurf leben, da die anderen auch egoistisch sind, wenn sie von mir verlangen, dass ich nach ihren Vorstellungen lebe". Mit diesem gefährlichen Denkansatz könnte man ein Leben führen, das zufrieden, erfüllt und erfolgreich ist. Man riskiert dabei auch, dass die Mitmenschen einen bewundern für die ausgestrahlte Unabhängigkeit und Selbstsicherheit.

Merksatz

Um seine Selbstachtung und den Respekt der Umwelt zu verlieren, muss man einfach immer nachgeben und tun, was die anderen von einem erwarten. Die totale Verleugnung der eigenen Bedürfnisse und sich ständig unterzuordnen münden in ein garantiert unerfülltes und miserables Leben. Wer es riskiert, von den anderen abgelehnt zu werden und das tut, was er für richtig erachtet und seine ureigenen Wünsche und Bedürfnisse befriedigt, der könnte ein befriedigendes und erfülltes Leben führen. Man soll dabei nicht partout die Meinung der Mitmenschen ablehnen, sondern darauf horchen, was sie vorschlagen. Aber man sollte sich weigern, seine eigenen Vorstellungen zu Grabe zu tragen und sich willenlos zu unterwerfen. Man tut das, was man für richtig und wichtig hält und lässt sich nicht unhinterfragt bevormunden.

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27) Meide alle Unannehmlichkeiten und Schwierigkeiten

Anwendung

Man steckt bei allen beruflichen und privaten Problemen den Kopf in den Sand und hofft darauf, dass die Probleme sich ganz von alleine lösen. Man geht den Weg des geringsten Widerstandes drückt sich vor Auseinandersetzungen und Konflikten. Klärende Gespräche werden gemieden. Aufgaben, die einem unangenehm sind, obwohl sie einen weiterbringen, wird aus dem Wege gegangen. Man hält sich für zu schwach und die Aufgaben für zu schwer. Anstatt endlich Sport zu treiben, schiebt man dies auf den nächsten Tag, weil heute Wichtigeres ansteht, obwohl es einem bestimmt gut täte. Unangenehme und mühselige Aufgaben werden auf die lange Bank geschoben und ausgesessen. Das nervtötende Verhalten des Partners wird mit keiner Silbe erwähnt sondern geschluckt. Wenn einem einer Geld schuldet, wird besser nicht daran erinnert, weil das ja unangenehm sein könnte. Man weiß an sich selbst eine schlechte Angewohnheit, die einem schon wiederholt Probleme bereitet hat, und kapituliert vor ihr und gibt ihr weiter nach.

Wirkung

Schwierigkeiten lösen sich meistens nicht von selbst, sie werden jedoch immer größer, unangenehmer und bedrohlicher. Je weiter man die anfänglich kleinen Unannehmlichkeiten auf die lange Bank schiebt, desto mehr entwickeln sie sich zu Monstern, die stets an einem nagen und damit drohen, einen zu zerfressen. Man wird ständig bedrückt von einem schlechten Gewissen, verspürt andauernd einen inneren Druck, der einen nicht zur Ruhe kommen lässt und die Gedanken kreisen laufend um das Problem. Zudem bedrückt einen noch die Angst, dass das Vermeidungsverhalten unangenehme Folgen zeitigt, was ja auch nur allzu oft zutrifft.

Unbedingt vermeiden

Es sollte vermieden werden, die Probleme umgehend anzugehen und nach einer Lösung derselben zu suchen., Dann hätte man den Kopf wieder frei für schöne und erfreuliche Sachen.

Merksatz

Wer seine Probleme nur ansieht wie Mogli die Schlange Ka, darüber grübelt und nichts unternimmt, der fühlt sich bald so richtig gestresst, hilflos und als Opfer der Umstände. Wer sich nur darüber beklagt, ohne die Probleme anzugehen, dem geht es regelmäßig schlecht damit und leidet unter Schuldgefühlen, weil man nichts unternommen hat. Wer dagegen aktiv nach einer Lösung der Probleme sucht, der wird voller Tatendrang aktiv werden und das Problem beseitigen. Für jedes Problem gibt es eine Lösung. Man sollte sich fragen, wie man das Problem am Besten angeht, wer einem dabei helfen kann und ob es etwas Positives an dem Problem gibt.

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28) Rede unablässig über Krankheiten

Anwendung

Manche Mitmenschen betrachten Unterhaltungen als eine Art Olympiade, auf der es darum geht, wer am meisten und längsten über Krankheiten reden kann. Sie sprechen stets bei Freunden und Bekannten über deren großen und kleinen Zipperlein, die Untersuchungen, die Kunstfehler und fühlen sich dabei so richtig wohl in ihrem Kranksein. Man hört täglich in sich hinein, liest die Todesanzeigen in der Zeitung und macht sich große Sorgen um seinen Körper und seine Gesundheit.

Wirkung

Die Wissenschaft hat erwiesen, dass das seelische Befinden einen großen Einfluss auf die körperliche Genesung hat. Je mehr die Gespräche sich um Krankheiten zentrieren, desto schlechter geht es einem seelisch und umso mehr verzögert sich dann auch der Heilungsprozess. Stetes Reden über Krankheiten führt dazu, dass man sich seelisch und körperlich noch kränker fühlt und schwächt sowohl den Körper als auch das Immunabwehr. Die einzige Freude daran ist die Genugtuung, als Sieger aus der Unterhaltung hervorzugehen, als derjenige mit den schlimmsten Schmerzen und mit der schlimmsten Krankheit Ansonsten verschlechtern sich das seelische und das körperliche Befinden enorm.

Unbedingt vermeiden

Man sollte auf der Frage nach dem eigenen Befinden das Gespräch auf keinen Fall auf etwas Erfreuliches zu lenken. Daraus könnte nämlich resultieren, dass man sich auf einen Schlag besser fühlt und sich das seelische wie körperliche Missbehagen bessert. Auch sollte man seinen Körper nicht als einen Freund ansehen und so behandeln wie einen Freund - nämlich indem man ihn schon, wenn er Ruhe benötigt.

Merksatz

Das immerforte Reden über Krankheiten macht einen nur kränker und zögert den Prozess der Heilung hinaus. Wer darüber hinweggeht und sich lieber dem Schönen und Erfreulichen zuwendet, der fördert damit sein seelisches Wohlbefinden und trägt so zum Erfolg der Heilung maßgeblich bei

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29) Sorge Dich um das Morgen

Anwendung

Man sieht die Welt an als einen unsicheren Platz, auf dem viel passieren kann, womit man rechnen und auf das man vorbereitet sein muss. Um vorbereitet zu sein, gibt es die Sorgen. Man sorgt sich um die Gesundheit, ob die anderen auf die schiefe Bahn geraten, man morgen noch seine Arbeit hat, ob man im Alter noch genügend Geld hat, um auch zu leben und darum, beim Sex zu versagen. Man hat sich die Denkweise zu eigen gemacht, dass den das Leben bestraft, der sorglos lebt.

Wirkung

Die steten Sorgen lassen einen schlecht schlafen, verursachen Kopfschmerzen und Magenbeschwerden, verderben den Appetit und sabotieren einem jede Minute des Tages. So sehr man sich auch sorgt, so kommt doch, was kommt. Man verhindert durch seine Sorgen nichts, aber auch gar nichts. Je mehr man sich ausmalt, was alles schief gehen kann, desto mehr trägt man dazu bei, dass das eintritt, worum man sich Sorgen macht. (Siehe auch Pechvogel).

Unbedingt vermeiden

Es wäre dem Ganzen abträglich, zu denken "Vorsorge ist gut. Worauf ich Einfluss habe, dafür trage ich Sorge, dass ich so gut vorbereitet bin, wie es in meiner Macht steht. Was ich lösen kann, löse ich, bei allem anderen, über das ich keine Kontrolle habe, rechne ich mit einem positiven Ausgang und akzeptiere ich das Unabänderliche".

Merksatz

Sorgen um das Morgen sabotieren einem das Heute, ohne dabei irgendetwas zu verhindern. Nur die Besorgnis kombiniert mit aktivem Handeln kann Unheil verhindern, gesetzt den Fall es steht auch in unserer Macht, die Dinge zu beeinflussen.

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30) Suche und finde stets das berühmte Haar in der Suppe

Anwendung

Es ist nichts so perfekt geraten, als dass sich nicht ein Haken daran finden ließe. Denn es heißt ja auch : Wer suchet, der findet. Bei der Suche nach dem berühmten Haar in der Suppe hilft unwahrscheinlich die Ja-aber-Strategie. Man drückt dabei seine Zustimmung oder sein Lob aus zu etwas oder jemand und schränkt seine Aussage im selben Atemzug ein. "Das war wirklich nett von Dir, aber hättest Du denn nicht .. ", "Das ist richtig prima, aber hätte man denn nicht ... ", "Das hört sich richtig gut an, aber hätte man denn nicht ..", "Es war wirklich ein schöner Tag, aber das Wetter .. ", "Der Urlaub war richtig schön, aber viel zu kurz.", "Die Arbeit gefällt mir ganz gut, aber leider ist sie zu .."

Wirkung

Man verdirbt sich und den anderen die gute Laune und nimmt sich und den anderen jeden Spaß und jede Freude an dem, was man erlebt. Das Haar in der Suppe wirkt wie eine Fischgräte, die im Halse stecken bleibt und einen Genuss ohne Reue unterbindet. Die ewigen Nörgeleien fallen den anderen so richtig zur Last. Es will keine Freude aufkommen und sie erleben einen als steten Miesepeter. Weil Nörgler nun mal keine Stimmungskanonen sind und andren nur die gute Laune verderben, rangiert man auf der Beliebtheitsskala weit unten und wird auch kaum eingeladen.

Unbedingt vermeiden

Es wäre grundfalsch, sich darauf zu konzentrieren, was gut und schön ist und den Rest einfach für sich zu behalten. Es kommt auch nicht in frage, ohne Wenn und Aber nur das zu sehen, was gut läuft. Dann könnten eventuelle Bedenken erst gar nicht aufkommen. Man wäre dann dazu in der Lage, ungetrübte Freude zu empfinden, das Schöne zu genießen und auch mal zu entspannen.

Merksatz

Alles hat mindestens zwei Seiten. Es liegt an einem selbst, worauf man nun seine Aufmerksamkeit lenkt. Haare in der Suppe sind nutzlos und verderben lediglich den Genuss. Um etwas zu genießen oder sich an einer Sache zu erfreuen, muss man bewusst das Schöne suchen und das Haar in der Suppe gegebenenfalls übersehen.

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31) Gehe stets davon aus, zu versagen

Anwendung

Man redet sich bei allen Zielen und Vorhaben ein, dass man das nicht kann und auch nicht schafft. Man stellt es sich genau vor, wie man versagt und scheitert wie die Träume zerplatzen und man mit leeren Händen dasteht. In Verbindung mit den Glückskillern Pechvogel und Selbstzweifel verbessert sich das Ergebnis ungemein !

Wirkung

Die negative Erwartungshaltung lähmt einen emotional und körperlich und höchstwahrscheinlich wird alles so eintreffen, wie man es sich geistig und bildlich gedacht hat. Misserfolg, Frust und Niederlagen gehören dann zum täglichen Brot. Mit jeder neuen Niederlage bestätigt man sich die negative Grundhaltung und der Frust steigt weiter an. Dieser Teufelskreis ist Garant für ein Leben voller Enttäuschungen.

Unbedingt vermeiden

Man darf auf keinen Fall das Ganze ins Gegenteil verkehren und sich vorstellen, dass einem alles möglich ist, was man sich so vornimmt. Seien es nun persönliche, berufliche oder finanzielle Ziele. Man würde sonst erleben, dass das wirklich eintrifft, was zunächst erst in Gedanken existiert. Denn wovon man fest überzeugt ist, das trifft auch regelmäßig ein. Wenn man sich ausmalt, etwas zu erreichen, dann steigen die Chancen gewaltig, dass man das gesteckte Ziel auch erreicht.

Merksatz

Egal ob man nun daran glaub, etwas zu können oder daran glaubt, etwas nicht zu können, behält man auch regelmäßig Recht dabei. Wer sich einredet, etwas nicht zu können, dessen Misserfolg ist schon vorprogrammiert. Die negative Erwartungshaltung wirkt dann blockierend und lähmend und man bekommt das, was man erwartet hat. Wer sich jedoch einredet, etwas zu können und zu erreichen, der erhöht ungemein die Wahrscheinlichkeit, dass er auch Erfolg hat.

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32) Bemühe dich darum, es allen anderen auch recht zu machen

Anwendung

Als waschechter Ja-Sager hat man Einstellung: "Ich bin nichts. Alle anderen sind besser und wichtiger.". Demnach hat man nicht die Berechtigung, den Mitmenschen etwas abzuschlagen. Zudem wäre es absolut fürchterlich und unerträglich, jemanden zu verlieren, weil ich ihm etwas abschlage. Das wäre nun doch eine unerträgliche Vorstellung. Man hat immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte anderer und tut sein Bestes, es allen stets recht zu machen. Mit dieser Sichtweise hat man keine Probleme mit dem Ja-Sagen, aber viele Probleme mit sich und seinem Leben.

Wirkung

Man hat zwar seinen Frieden, aber erntet auch eine ganze Menge Verachtung der anderen, da sie das Ja-Sagen nur mit einem mitleidigen Lächeln honorieren. Das werden sie natürlich nicht offen zugeben, weil man ihnen ja auch viel Gutes tut damit. Man verliert auch jegliche Selbstachtung. Und die eigene selbstlose und aufopfernde Art widert einen wohl selbst an. Dies sorgt für andauernde Unzufriedenheit, Angst davor, die anderen könnten einen ablehnen, Ärger über sich selbst, dass man sich so ängstigt, nein zu sagen und sich nicht traut, anderer Meinung zu sein, Depressionen, usw. Die Menschen, die es immer allen recht machen wollen und ihre eigenen Bedürfnisse vernachlässigen, leiden oft unter einem Burnout.

Unbedingt vermeiden

Nur selbstsichere Menschen sind der Überzeugung: "Ich bin mir meiner Bedürfnisse und Wünsche bewusst. Ich bin es mir auch wert, dass diese Bedürfnisse und Wünsche erfüllt werden. Meine Bedürfnisse und Wünsche müssen sich dabei nicht immer decken mit denen der anderen. Deshalb muss ich auch damit rechnen, dass diese enttäuscht sind, wenn ich ihnen ihren Wunsch einmal abschlage. Dies ist bedauerlich und schade, doch kann ich dies leider nicht ändern. Zudem kann ich es nicht allen Menschen Recht machen - ganz egal wie sehr ich mich auch zurücknehme dabei und meine Bedürfnisse zurückstecke. Also wäre es dumm, dies überhaupt zu versuchen". Man darf sich keinesfalls eine egoistische Frage stellen wie etwa, was man möchte, was einem gut täte und was für einen selbst am Besten wäre. Dies wäre nämlich der beste Weg, um es sich selbst recht zu machen.

Merksatz

Durch die allumfassende Selbstaufopferung und Leugnung verliert man automatisch jegliche Selbstachtung und den Respekt der Mitmenschen. Wer es allen anderen recht machen möchte, überfordert sich schnell und fühlt sich dann ausgebrannt und ausgelaugt. Es ist zudem schier unmöglich, es allen anderen recht zu machen, deshalb fährt man auch ständig Misserfolge ein..Wer jedoch seine Bedürfnisse ernst nimmt und darauf achtet, dass es ihm gut geht, der erfährt manchmal Ablehnung seitens seiner Mitmenschen. Dafür gewinnt man aber ein gutes Maß an Zufriedenheit und kann in den Spiegel sehen, ohne dabei sein Gesicht zu verlieren.

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33) Erzürne Dich stets über Ungerechtigkeiten

Anwendung

Unsere Welt ist nicht gerade die Beste und voller Ungerechtigkeiten und Missstände. Ein Blick in die Tageszeitung oder das Anhören der Nachrichten offenbaren unter Garantie vieles, über das man sich ärgern oder aufregen kann. Auch im privaten Umfeld und am Arbeitsplatz gibt es meist auch einiges, das bestraft und angeklagt werden sollte. Man steigert sich in diese Gedanken so richtig schön hinein und hegt Gedanken nach Rache und Vergeltung. Vieles ist ungerecht, eine Schweinerei und darf einfach nicht passieren. Man stellt es sich gedanklich vor, wie man die Betroffenen bestraft und es ihnen so richtig heimzahlt.

Wirkung

Man ist stets verärgert Der Körper ist permanent in einem Alarmzustand, vielleicht rebelliert der Magen und das Herz schlägt aufgeregt. Man fühlt sich gänzlich verspannt. Und wenn man dann endlich genug Ärger oder gar Hass über die Ungerechtigkeiten aufgestaut hat, dann läuft man irgendwann einmal Amok und führt vielen anderen Menschen Schaden zu.

Unbedingt vermeiden

Dringend zu vermeiden wären Gedanken wie etwa"Was ich für richtig und gut halte, das ist meine persönliche Meinung. Mir ist klar, dass ich keine Kontrolle habe über meine Mitmenschen. Sich zu ärgern bringt gar nichts und ändert auch nichts. Die Welt, in der wir leben, ist alles andere als ein gerechter Ort. Meine Mitmenschen haben das Recht, sich so zu geben und zu verhalten, wie sie es tun. Dies muss mir auch nicht gefallen und ich muss lernen, damit umzugehen und damit zu leben. Doch ich kann ein gutes Beispiel abgeben und mit meinem eigenen Verhalten in meinem kleinen Umfeld dafür Sorge tragen, dass es dort gerecht und fair zugeht." Man würde also die Ungerechtigkeit der Welt als unumstößliche Tatsache akzeptieren und dies auch bedauern. Man würde sie weder gutheißen noch resignieren. Aber man würde den Kampf gegen Windmühlen einstellen und aufgeben und es würde einem gut gehen damit. Selbstredend schließt diese Einstellung nicht aus, dass man sich alleine oder in Organisationen dafür einsetzt, dass die Welt gerechter wird.

Merksatz

Wer sich nur aufregt über das Unabänderliche, der handelt sich jede Menge Ärger und Frust ein und vermiest sich dadurch sein Leben, ohne dass sich etwas ändert. Wer immerfort verlangt und fordert, gerecht, freundlich und rücksichtsvoll behandelt zu werden, der schafft sich viele Gelegenheiten, um sich aufzuregen und sein Wohlbefinden empfindlich zu stören. Wer sich dagegen die Einstellung aneignet, dass man nur das ändern kann, was einem möglich ist und man das Unabänderliche akzeptieren muss, der hat beste Chancen, seinen Seelenfrieden zu finden.

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