Freunde gewinnen

Freunde gewinnen - Freundschaften aufbauen und pflegen
(nach einer Vorlage von der Psychotherapeutin Dr. Doris Wolf)

In den Medien nimmt das Thema Freundschaft einen großen Raum ein, in denen Freundschaften nicht selten idealisiert werden. So geht es beispielsweise um Frauenfreundschaften, in denen sich die beiden Freundinnen gegenseitig helfen bei der Suche nach einem Lebenspartner, zusammen Kinder bekommen und gemeinsam alt werden. Oder zwei Männer gehen zusammen durch Dick und Dünn und am Ende stirbt der eine Freund in den Armen des anderen. Die Gefühle des Betrachters, der sich eventuell schon sein Leben lang solch eine dicke Freundschaft gewünscht hat, variieren dann zwischen Sehnsucht und Neid.
Die neuen Medien liefern in Form von facebook und Chat ganz neue Möglichkeiten zur Vernetzung mit anderen Menschen und erfreuen sich großer Beliebtheit. Diese Kontakte dürfen aber nicht mit Freundschaften verwechselt werden. Keiner dieser Freunde ist normalerweise mehr für einen da, wenn es einem dreckig geht oder man Trost braucht und etwa in den Arm genommen werden will. Nun gehört es aber zu echten Freundschaften dazu, dass man dem anderen in guten wie in schlechten Zeiten vertrauen kann und sich unterstützt.

Wie man Freundschaften aufbaut und pflegt
Bei Freundschaften verhält es sich so wie bei Partnerschaften; sie lassen sich nicht erzwingen und müssen im Laufe der Zeit wachsen. Zuerst gibt es da die gegenseitige Sympathie und die Bereitschaft, zu vertrauen und sich zu öffnen. Teilweise liegt es an uns selbst, erst einmal in Vorleistung zu treten, den ersten Schritt zu machen und Interesse zu zeigen.
Die folgenden Ratschläge können helfen, eine Freundschaft aufzubauen und eine Freundin oder einen Freund zu finden.

Aktiv werden und unter die Menschen gehen
Um Menschen zu begegnen, muss man sich zu ihnen begeben. Dazu gehört etwa, Orte und Veranstaltungen aufzusuchen, die einen auch interessieren. Mit den Menschen, die man dort antrifft, hat man dann höchstwahrscheinlich schon ein Interesse an diesem Thema gemeinsam. Und gemeinsame Interessen sind ein optimaler Ansatzpunkt für Bekanntschaften, aus denen sich auch Freundschaften entwickeln können. Selbst Singlebörsen sind eine hervorragende Möglichkeit, um Gleichgesinnte zu finden und Freundschaften zu schließen. Dabei muss man sich jedoch vor Augen halten, dass es ja nicht gleich der Partner fürs Leben sein muss, den man sucht.

Leute suchen, in deren Gegenwart man sich wohl fühlt
Ein schöner Abend kann Sympathie und ein gutes Gefühl erzeugen. Daraus kann sich dann eine Freundschaft entwickeln. Dies ist jedoch nicht zwingend nötig. Es gibt Menschen, die haben genügend Freunde und suchen nur eine gute Unterhaltung. Und es gibt natürlich auch Menschen, die schlechte Erfahrungen mit Freundschaften gemacht haben und deshalb erfüllt sind mit Misstrauen. Besonders wichtig ist es, nicht zu kämpfen um die Freundschaft von Menschen, die einen kritisieren und verändern möchten. Es gibt genug andere Menschen, die einen so achten und annehmen, wie man eben ist.

Sich so verhalten, wie man von einem Freund behandelt werden möchte
Alle Menschen möchten mit Ehrlichkeit, Wohlwollen, Achtung und gerecht behandelt werden. Mit diesen Verhaltensweisen zieht man Menschen magnetisch an, die man gerne zum Freund haben möchte. Damit sich nun aus dieser Freundschaft eine tiefe Freundschaft entwickelt, dazu bedarf es an Geduld und Engagement.

Wie man Freundschaften festigt
Selbstredend muss der Wunsch nach einer tiefen Freundschaft das Ziel beider beteiligten Parteien sein. Man kann sein Glück nicht erzwingen und nur über seine eigenen Wünsche, Einstellungen Erwartungen und Verhalten bestimmen.

Dem Freund mit Achtung und Akzeptanz begegnen
Achtung und Akzeptanz dem anderen gegenüber sind wohl die wichtigsten Bausteine einer Freundschaft. Das bedeutet nicht, stets einer Meinung zu sein zu wollen, dies wäre sogar auf Dauer schädlich für die Freundschaft. Es geht eher darum, Sichtweise und Gefühle des Freundes zu akzeptieren. Sein Denken, Fühlen, Reden und Handeln entspricht dabei seiner persönlichen Biographie.

Sich Zeit nehmen für einen Freund und ihn über das eigene Leben auf dem Laufenden halten
Die Pflege einer Freundschaft setzt die Bereitschaft voraus, sich für den anderen auch die Zeit zu nehmen. Falls man sich nicht persönlich treffen kann, dann helfen SMS, Mail und Telefon weiter.

Gemeinsame Aktivitäten planen
Was wäre eine Freundschaft ohne gemeinsame Aktivitäten und Interessen oder zumindest dem Austausch darüber ? Es wirkt sich auch stärkend für die Freundschaft aus, wenn man zusammen etwas Spannendes erlebt oder aber gemeinsam Spaß miteinander hat.

Freunde in der Krise unterstützen
Falls der Freund in einer Krise steckt, dann muss man seine eigenen Interessen zurückstecken. Man muss bereit sein, zuzuhören oder aber herauszuhören, was der Freund im Moment bedarf. Auf der anderen Seite muss man auch für sich selbst sorgen und dem Freund mitteilen, wenn man an seine Grenzen gelangt ist.
Eigene Interessen müssen dann zurückgestellt werden. Man muss bereit sein, zuzuhören, bzw. herauszuhören, was Ihr Freund jetzt gerade braucht.

Kleine Fehler und Schwächen verzeihen
Ein Freund kann sich nur so verhalten, wie es ihm gegeben ist. Je nach Lebenserfahrungen, Erwartungen und Gefühlen.

Sein Ohr schenken
Zuhören können ist wichtig. Dabei ist darauf zu achten, dass man den Freund nicht gleich unterbricht oder mit klugen Ratschlägen überhäuft. Ratschläge sind ja auch Schläge. Am Besten, man versucht, sich in seine Lage hineinzuversetzen und dabei seine Sichtweise zu verstehen und seine Gefühle nachzuempfinden. Man sollte Rückfragen stellen und am Ende des Gesprächs zusammenfassen, was man davon verstanden hat.

Komplimente machen
Ehrliche Komplimente sind ein Geschenk, das man dem anderen macht. Man muss den anderen dabei auch entscheiden lassen, ob er dieses Geschenk auch annehmen möchte.

Nicht mit Lob und Anerkennung sparen
Jeder weiß nur zu genau, dass es gut tut, ein ehrliches Lob oder ein Kompliment zu erhalten und wie gut sich das auf die eigene Motivation auswirkt. Man sollte Freunde für bestimmte Eigenschaften oder ein bestimmtes Verhalten auch loben.

Dankbarkeit für die Freundschaft zeigen
Es ist nie schlecht, sich ab und an dankbar zu zeigen für die gemeinsame Freundschaft. Eine Freundschaft darf man nicht für selbstverständlich erachten. Kleine Aufmerksamkeiten oder eine Dankesbotschaft geben dem Freund das Gefühl, auch wichtig zu sein für einen. Ganz besonders geschätzt fühlt er sich dann, wenn man zu bestimmten Gelegenheiten an ihn denkt. So könnte man ihm beispielsweise die Eintrittskarte für den von ihm langersehnten Kinofilm besorgen.

Über Wünsche und Bedürfnisse sprechen
Ein Freund ist kein Hellseher und ist auch nicht unbedingt dazu in der Lage, einem die Wünsche von den Augen abzulesen. Es ist allzu leicht, in eine Opferposition zu verfallen und insgeheim zu erwarten, er wüsste schon, was man braucht und er würde das dann auch erfüllen.

Absprachen und Versprechen einhalten
Falls Unsicherheit besteht darüber, ob man beispielsweise eine Verabredung einhalten kann, dann ist es besser, diese gleich abzusagen anstatt etwas zu versprechen, was man ohnehin nicht einhalten kann.

Loyalität bewahren
Geheimnisse, die der Freund einem anvertraut, sollte man natürlich für sich selbst behalten. Selbstverständlich spricht man auch nicht hinter seinem Rücken schlecht über ihn.
Gefühle und Meinungen in nicht verletzlicher Weise aussprechen
Wichtig ist es allemal, dem Freund gegenüber offen und ehrlich zu sein. Es ist nutzlos, zu versuchen, eine Fassade aufrecht zu erhalten, nur um ihn nicht zu verletzen oder um einem drohenden Konflikt aus dem Weg zu gehen. Wenn man sich unnötig verbiegt nur der Freundschaft wegen, dann vernichtet dies unweigerlich die bestehende Freundschaft.

Nähe zulassen
Es gehört Mut dazu, sich zu öffnen und auch über Intimitäten, Schwächen, Kränkungen und Enttäuschungen zu sprechen.

Fehler eingestehen und sich entschuldigen
Man kann zwar sein Fehlverhalten nicht mehr ungeschehen machen, doch reicht es häufig vollkommen aus, sich dafür auch zu entschuldigen.

Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen
Langfristig gesehen ist eine Freundschaft dann am stabilsten, wenn jeder mal gibt und jeder mal nimmt. Man sollte sich auch mal fragen, was dem Freund wohl gut tun würde und wie man ihm dabei helfen kann. Natürlich darf man auch seine eigenen Bedürfnisse nicht außer Acht lassen.

Menschen und Freundschaften verändern sich
Selbst dann, wenn man redlich bemüht ist, die oben genannten Punkte jederzeit zu berücksichtigen – was zu erwarten sehr unrealistisch wäre – kann der Punkt erreicht werden, an dem man die Freundschaft beenden möchte oder der Freund mit einem bricht.

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