Selbstmordepidemie 1945 - Ein manisch-depressives Volk

Selbstmordepidemie 1945 Ein manisch-depressives Volk

Viele, allzu viele haben den nationalsozialistischen Staat mitgetragen und so lange an ihm festgehalten, bis die „Schicksalswellen des Untergangs“ sie erreicht haben und die Ordnung der Gesellschaft, die Schutzzone der „Volksgemeinschaft“, zusammenbrach.
30.03.2015, von Andreas Wang

Woher hatten diese Leute, fragt man sich heute, eigentlich alle diese Waffen, Pistolen, Gewehre und all dies Zyankali, all diese Stricke, um sich massenhaft umzubringen? Es gab offensichtlich von allem reichlich, die Gesellschaft hatte vorgesorgt. Als das Ende der nationalsozialistischen Herrschaft nahte und der Krieg in sein allerletztes Stadium gelangte, war die Stunde der Abrechnung gekommen: mit den Mächtigen des Terrorregimes wie mit den Mitläufern und Durchhaltewilligen, mit Tätern, Opfern, Schuldigen und Unschuldigen - und mit sich selbst. In jenen, die vorgesorgt hatten, die nun ihre Pistolen und Gewehre, ihr Gift und ihre Stricke hervorholten oder in die Bäche, Flüsse und Seen stiegen, die ihre Familien, ihre Frauen, Kinder und schließlich sich selbst umbrachten - in ihnen muss die Erwartung auf diese Stunde der Abrechnung geschlummert, auf sie müssen sie gewartet haben. Denn als es so weit war, als von Osten her die russischen Truppen - und von Westen her die Alliierten, wenn auch mit weniger Bedrohungspotential - auf deutsches Territorium vordrangen, als Gerüchte und Berichte vom wahren Ausmaß der Schuld der Deutschen wie vom Furor der „Feinde“ grassierten, da überkam sie der Selbsttötungsrausch wie eine Epidemie, da zögerten sie scheinbar nicht, da brachten sie sich um. Hunderte, Tausende, wie viele?

Zum vollständigen (externen) Originaltext

Kommende Termine

Benutzeranmeldung


CAPTCHA
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.
3 + 0 =
Lösen Sie diese einfache mathematische Aufgabe und geben das Ergebnis ein. z.B. Geben Sie für 1+3 eine 4 ein.