Termine Psychoseseminar 2018 ("Altenburger Trialog")

Auch im Jahr 2018 veranstaltet der Altenburger Selbsthilfeverein Einblicke e.V. wieder Psychoseseminare im Rahmen des „Altenburger Trialogs“ im Café HORIZONTE Treff im Erdgeschoss der HORIZONTE gGmbH in der Carl-von-Ossietzky-Straße 19 in Altenburg.

Psychische Erkrankungen werden in unserer Gesellschaft nach wie vor stigmatisiert. Die Erkrankten leiden somit nicht nur an ihrer Krankheit, sondern auch unter der Ausgrenzung. Der „Altenburger Trialog“ führt nun seit 2011 die Betroffenen, ihre Angehörigen und die auf dem psychiatrischen Gebiet professionell Tätigen zusammen. „Trialog“ steht dabei für den Austausch dieser drei Gruppen untereinander.

Psychose-Seminare sind weder Vorträge noch therapeutischen Sitzungen. Es sind vielmehr Orte für das Gespräch und gegenseitige Lernen für Menschen mit eigener Psychose-Erfahrung, für Angehörige und für Fachkräfte aus der Psychiatrie. Aber auch Auszubildende und Studierende können in den Seminaren Neues dazulernen. Der „Altenburger Trialog“ ist dabei ebenfalls offen für bürgerschaftlich engagierte Menschen und jeden interessierte Laien, der sich ein eigenes Bild machen möchte von einem ansonsten eher gemiedenen Bereich unserer Gesellschaft. Ein Einstieg ist zu jeder Zeit möglich.

Die einzige Voraussetzung für die Teilnahme ist die Achtung vor den anderen Teilnehmern und deren Lebenserfahrung. Ziel der Psychoseseminare ist es, miteinander ins Gespräch zu kommen und nicht zuletzt, ein Verständnis zu entwickeln für die manchmal schwer verständlichen Handlungen und Ansichten von Menschen, die „aus dem Rahmen fallen“.
In den knapp zweistündigen Gesprächskreisen kommt ein gleichberechtigter Austausch jenseits der sonst üblichen Kontakte wie Familie, soziale Einrichtungen, Kliniken oder Arztpraxen zustande. Das Ziel ist dabei, ein besseres Verständnis der drei Gruppen füreinander und den Abbau gegenseitiger Vorurteile zu schaffen.

Abgesehen von einer Sommerpause im August und September findet der „Altenburger Trialog“ von 18:30 Uhr bis 20:30 Uhr am jeweils zweiten Dienstag im Monat statt. Eine Anmeldung für das kostenlose Seminar ist nicht erforderlich. Der nächste Termin wäre am Dienstag, den 10. März 2015.

Termine des Altenburger Trialogs 2018

09.01.2018 Was hat es mit dem Bundesteilhabegesetz auf sich? Menschen mit Behinderung sollen in ihrem Leben mehr selbst bestimmen und sie sollen besser am Arbeits-Leben teilhaben können. Deshalb soll jede Person mit Behinderung mit dem neuen Gesetz genau die Unterstützung erhalten, die sie wegen ihrer Behinderung braucht. Der Aktivist Andreas Leopold vom ZUKUNFT SOZIALRAUM e.V. aus Erfurt diskutiert mit uns über das Bundesteilhabegesetz und benennt die Chancen und auch die Grenzen des Gesetzes und seiner Instrumente.
13.02.2018 Das Haus der Hoffnung: Eine Alternative zur Medizin?
Das Haus der Hoffnung ist eine sozialpsychologische Einrichtung in Tabarz im Thüringer Wald. Ziel des Hauses ist die „Beherbergung mit Begleitung“ von Menschen in existenziellen Krisen. Die Bewohner sollen dann nach einem kürzeren oder längeren Aufenthalt ihr Leben nach überwundener Krise neu in die Hand nehmen können, innerlich und äußerlich stabilisiert, mit klaren Zielvorstellungen von einem sinnerfüllten Leben, individuellen Bewältigungskonzepten und hinreichend gestärktem Selbstvertrauen. Der Diplompsychologe und Psychotherapeut Herr Martin Urban ist Initiator des Hauses und berichtet über das junge Projekt und seine Erfahrungen.
13.03.2018 Was ist eine Psychose?

 

 

Gemäß der formalen Definition sind Psychosen Folgeerscheinungen stofflicher Einflüsse auf das Gehirn. Dadurch grenzt sie Psychosen von krankhaften Seelenzuständen ab, die durch nicht-stoffliche, also rein psychologische Faktoren verursacht werden. Ronald Wittwar, Psychiater in der Altenburger Psychiatrie, spricht über die Psychosen allgemein und seine beruflichen Erfahrungen.
10.04.2018 Arbeit als Wegbereiter Viele Betroffene haben durch ihre psychische Erkrankung, durch erlebte Überforderung an einem früheren Arbeitsplatz oder durch jahrelange Arbeitslosigkeit das Vertrauen in ihre Fähigkeiten weitgehend verloren. Andere sind noch sehr nah am Arbeitsmarkt, brauchen aber Unterstützung, um wieder Fuß fassen zu können. Dabei spielen Arbeit und sinnstiftende Tätigkeit eine große Rolle für die psychische Gesundheit und den Genesungsprozess nach einer schweren psychischen Krise. Es ist wichtig, psychisch erkrankte Menschen zu ermuntern, wieder tätig zu werden und erste Schritte in Richtung Arbeit zu unternehmen. Frau Anja König, die Leiterin der Zuverdienstfirma der HORIZONTE gGmbH ermuntert dazu, in der Arbeit wieder Fuß zu fassen.
08.05.2018 Das Immunsystem der Seele Es gibt Menschen, die nichts aus der Bahn zu werfen scheint. Sie verzweifeln nicht an ihrem Schicksal, sondern wachsen sogar daran. Was unterscheidet diese Menschen von denjenigen, die mit Schicksalsschlägen hadern und manchmal sogar daran zerbrechen? Der Betroffene Rainer Stötter von Einblicke e.V. diskutiert mit uns über die Resilienz.
12.06.2018 Psychiatrische Pflege – der letzte soziale Bezugspunkt?
In der psychiatrischen Pflege steht der Mensch im Mittelpunkt. Es gilt, den zu pflegenden Menschen in seinem Anpassungsprozess zu begleiten und zu unterstützen in einem psychischen, physischen und sozialen Gleichgewicht zu bleiben und/oder ein neues zu finden. Ein großes Problem ist dabei, dass psychiatrische Erkrankungen stets mit einer Beziehungsstörung auftreten. Viele psychisch erkrankte Menschen leben in großer Isolation und können keine für sie lebensnotwendigen Kontakte zu knüpfen. Das Erfurter Team vom Trägerwerk berichtet von seiner Arbeit
11.09.2018 Das Altenburger Schulprojekt Psychische Erkrankungen beginnen oft im Jugendalter. Umso wichtiger sind deshalb wirkungsvolle Prävention und Gesundheitsförderung. „Verrückt? Na und! - Seelisch fit in Schule und Ausbildung“ bringt das Thema seelische Gesundheit in den Schulalltag und wappnet Lehrer und Schüler für seelische Krisen und Notlagen. Frau Tanja Werner von der HORIZONTE gGmbH, die Koordinatorin der Altenburger Regionalgruppe, erklärt uns, was es mit dem Projekt auf sich hat.
13.11.2018 Die Sache mit dem Streiten – kann Streit glücklich machen? Streit ist wichtig und Streitkultur kann auch eine Chance für Entwicklung sein. Iin manchen Beziehungen eskalieren Diskussionen jedoch immer wieder. Die Verführung: zu streiten um Wahrheit und Nicht - Wahrheit. Wer hat Recht? Verharren wir in dieser Ebene, stoßen wir an Grenzen, gelangen in Sackgassen und laufen Gefahr, die Beziehung zum anderen aufs Spiel zu setzen.
Die Psychologin Frau Jutta Schiskowski von der psychiatrischen Klinik und Nina Haarfeld von der HORIZONTE gGmbH laden herzlich dazu ein, sich mit der streitbaren Thematik näher auseinanderzusetzen.
11.12.2018 Die Familie und meine Krisen Der Umgang aller Beteiligten mit einer Krise prägt nicht nur den weiteren Verlauf der Krankheit, sondern entscheidet auch über das Vertrauen in die angebotenen Hilfen. Die Familie als wichtige Ressource für das Krisenmanagement nutzbar zu machen, ist zweifelsfrei nicht immer einfach aber eine große Chance. Ein Ehepaar gibt Einblick in seinen Umgang mit den Krisen.

Die Termine des Psychoseseminars herunterladen (PDF)

Protokolle und Material zu bereits stattgefundenen Veranstaltungen finden sich hier.

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