Peer-Forscher*innen für Untersuchung der psychiatrischen Modellversorgung gesucht

Peer-Forscher*innen für Untersuchung der psychiatrischen Modellversorgung

Stellenangebot als PDF: 2017 11 28 Ausschreibung_Peer_ForscherInnen_Modellprojekte

Stellenausschreibung für drei Peer-ForscherInnen
– Untersuchung der psychiatrischen Modellversorgung –

Um welches Projekt handelt es sich?

International gibt es viele Projekte, die Menschen mit psychischen Krisen integriert, aufsuchend und behandlungskontinuierlich versorgen. In Deutschland ist dieses erst seit ein paar Jahren möglich, und zwar nach einer Änderung der Gesetzgebung im Jahr 2013. Seither werden sogenannte „Modellprojekte“ nach §64b SGB (Sozialgesetzbuch) V in ganz Deutschland angeboten, inzwischen an 19 unterschiedlichen Standorten.

Die Modellprojekte rechnen ihre Leistung mit Hilfe eines Budgets ab: Für jede(n) PatientIn gibt es einen Festbetrag pro Kalenderjahr, den die Klinik relativ frei verwenden kann. Als Folge kommt es häufig zu einer Umsteuerung der Ressourcen: PatientInnen werden vermehrt ambulant und v.a. auch aufsuchend, in ihrem häuslichen Umfeld, behandelt. Außerdem ändert sich oft die Behandlungskultur, so dass PatientInnen kontinuierlicher, also von mehr oder minder denselben Teams ambulant wie stationär behandelt werden.

Diese Modellprojekte werden in Deutschland gerade evaluiert. Es gibt zwei Projekte (Leitung in Dresden und in Rüdersdorf, die sich im Rahmen einer Ausschreibung des Innovationsfonds (Krankenkassengelder) gekoppelt haben, um vom 1.6.2016 für drei Jahre eine weitere Studie durchzuführen.

Geplant ist dabei ein Vergleich von Modellkliniken versus Regelversorgung (konventionelle psychiatrische Versorgung, die nicht per Budget abrechnet). Es soll herausgefunden werden, ob die Versorgung in den Modellkliniken besser ist und den Wünschen der PatientInnen, bzw. deren Bezugspersonen mehr entspricht.

Um diese Fragen zu beantworten, werden unterschiedliche Methoden genutzt. Unter Anderem werden qualitative Methoden (Befragung von PatientInnen und deren Bezugspersonen und MitarbeiterInnen durch Gruppendiskussionen und Interviews) eingesetzt. Für die Durchführung dieses Studienteils ist die Mitarbeit von idealerweise drei ForscherInnen mit eigenen Krisen- und Psychiatrie-Erfahrungen geplant.

Wer sind wir?

Der qualitative Projektteil wird von der Medizinischen Hochschule Brandenburg, Immanuel Klinik Rüdersdorf umgesetzt. Wir sind ein interdisziplinäres Team (Psychiatrie, Ethnologie, Psychologie) mit durchaus auch Psychiatrie-kritischer Tendenz. Wir erhoffen uns, dass wir durch dieses Forschungsprojekt die psychiatrischen Behandlungsbedingungen verbessern können. Unser Forschungsschwerpunkt in dem Projekt sind qualitative Befragungen.

Wen suchen wir?

Wir suchen maximal drei Peer-ForscherInnen, also Personen, die Interesse haben, an qualitativer Forschung mitzuwirken und dabei ihre eigenen Krisen-, bzw. Psychiatrie-Erfahrungen einfließen zu lassen.

Geplant ist eine Anstellung an der Medizinischen Hochschule Brandenburg für 2,5 Jahre und etwa 8 Stunden pro Woche. Eine freie Zeiteinteilung ist dabei weitgehend möglich. Erwünschter Arbeitsbeginn möglichst im Dezember 2017, hier gibt es aber Spielräume.

Der geplante Arbeitsort ist Berlin. Eigenarbeit von Home-Office oder Mitnutzung von Büroräumen (nach Wunsch) ist möglich.

Welche Kompetenzen sind erwünscht?

Forschungserfahrungen sind nicht notwendig. Auch ein Studienabschluss ist nicht notwendig
Freude an offenem und kritischem (Mit-)Denken und Dialogen ist erwünscht
Reflektion der eigenen Psychiatrie-Erfahrungen, Respekt für eigene und andere Erfahrungen als (Ex)Patient/in.
Eigene Ideen oder Erfahrungen, welches Anliegen, Wünsche oder Kritiken von Psychiatrie-PatientInnen sind
Einfühlungsvermögen und geduldiges Zuhören (Interviews).
Teamwork – verschiedene Erfahrungsperspektiven werden zusammengeführt, auch unterschiedliche Peer- und Psychiatrie-Erfahrungen.
Vertraulichkeit der Forschungsaufgaben und -inhalte.
Kenntnisse Computer, Email, Internet.

Was bieten wir?

Monatliche Arbeitstreffen mit den Forschungsteams für je eigenen Mitwirkungsbereich jedes/r Peer-ForscherIn
Wissenschaftliche Anleitung der Peer-ForscherInnen in der Gruppe
Mentoring jeweils für jede/n Peer-ForscherIn
Langfristiges Einüben qualitativer Forschungsarbeit aus der Erfahrungsperspektive und im interdisziplinären Forschungsteam
Mitarbeit an allen Projektphasen (Entwicklung Fragen für Interviews und Fokusgruppen, Mitwirkung als Ko-Interviewer, Mitwirkung an Auswertung, Publikationen)

Ansprechpartner für erste Fragen oder (informelle) Bewerbungen:

Sebastian von Peter Sebastian.VonPeter@charite.de oder svonpeter@googlemail.com oder 0178 5355330

Weitere Informationen unter
http://expeerienced.de/stellenboerse/peer-forscherinnen-fuer-untersuchun...

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