Mary Ellen Copeland/USA: Aktionsplan zu Wellness und Recovery

Wo und wann?

1995 wurde das Copeland Center for Wellness (Wohlbefinden) and Recovery in West Dummerston/Vermont, USA gegründet. Mary Ellen Copeland und ihr Team informieren seit Jahren leicht verständlich und gut strukturiert über Themen wie Recovery, Selbsthilfe, Rückfallprophylaxe, soziale Unterstützung in psychischen Krisen in Form von Büchern, Tonkassetten, Videobändern, Newsletter und Webseiten. Ein quartalsweise publlizierter Newsletter ist kostenlos über das Internet oder aber per Post zu beziehen. Zudem veranstalten Copeland und ihr Team in mehreren Städten der USA verschiedene, aufeinander aufgebaute Gruppenseminare und Programme für Trainer (»Facilitator«) zu Recovery und Wohlbefinden. An den Programmen haben schon mehrere Tausend Menschen mit psychiatrischen Symptomen teilgenommen.

Wer?


Mary Ellen Copeland

Mary Ellen Copeland arbeitet als Buchautorin und Trainerin für Recovery im Bereich psychischer Gesundheit. Ihr Schwerpunkt liegt ganz klar auf der Selbsthilfe. Die Konzepte, Fertigkeiten und Strategien, die sie weitergibt, leiten sich ab aus ihren persönlichen Erfahrungen mit extremen Stimmungsschwankungen und aus Befragungen von Menschen mit psychischen Symptomen.



Aus ihrer Lebensgeschichte ergibt sich ihr starkes Interesse für die Konzepte von Recovery, Selbstbestimmung und Hoffnung. Mary Ellen Copeland dokumentiert auf ihrer Webseite die Geschichte ihrer Mutter unter dem Titel »Remembering Kate - A Story of Hope« (»Erinnerung an Kate - eine Geschichte der Hoffnung«). Mary Ellen ist die mittlere von fünf Geschwistern und verbrachte ihre Kindheit in einer ländlichen Region. Der Vater arbeitete bei der Eisenbahn. die Mutter hatte Ernährungswissenschaft studiert und arbeitete für eine kurze Zeit bis zur Heirat. Als Mutter von fünf Kindern war sie dann voll beschäftigt. Sie verstand sich recht gut auf das Kochen, brachte den Kindern viele praktische Dinge im Haushalt und Garten bei und förderte in der Erziehung deren Kreativität und Individualität.
Mary Ellen war gerade acht Jahre alt, als die Mutter im Alter von 37 Jahren krank wurde und acht Jahre lang in einer staatlichen psychiatrischen Klinik mit einer schweren bipolaren Erkrankung behandelt wurde. Die Ärzte prognostizierten, dass sie unheilbar krank sei und nie wieder gesunden werde. Die Ärzte rieten auch davon ab, die Mutter zu besuchen. Mary Ellen und ihre Geschwister schlugen den ärztlichen Rat in den Wind und besuchten die Mutter wöchentlich. Während der ersten Episode einer schweren Depression war die Mutter auf sich allein gestellt. Die Familie wohnte weit entfernt und ihr Ehemann verbarchte wegen der Arbeit viele Wochen auswärts.
Die Mutter schaffte die Kindererziehung nicht mehr; es war ihr einfach zu viel. Ihr fehlten auch Gelegenheiten, um sich mit anderen Frauen zum gegenseitigen Austausch zu treffen. Anstatt sie in ihrer angestammten und vertrauten Umgebung zu belassen, wurde sie von ihrer Familie getrennt und verbrachte die nächsten Jahre in einer überfüllten, dunklen und stickigen Klinik der 50er Jahre - ohne Privatsphäre lebte sie in einem Schlafsaal mit vierzig anderen Frauen mit ebenfalls ernsthaften psychiatrischen Symptomen. Niemand erwartete dort eine Besserung, die Patienten wurden verwahrt, bis viele von ihnen einsam starben. Die Mutter vegetierte also dahin in einer recoveryfeindlcihen Umgebung.
Entgegen allen Erwartungen gesundete die Mutter und hatte zeitlebens keinen Rückfall mehr. Sie wurde immerhin 82 Jahre alt.

Mary Ellen Copeland verbrachte später viel Zeit mit ihrer Mutter, um herauszufinden, wie sie es wohl geschafft hatte zu recovern. Die Genesung ihrer Mutter inspirierte später ihre Studien und Bücher. Sie interessierte sich dafür, wie Menschen ihre Depression und bipolare Störung von einem Tag auf den anderen handhaben können, wie Betroffene mit schweren Stimmungsschwankungen wieder stabil werden und bleiben und wie sie die Kontrolle über ihr Leben wiedererlangen können.

Einer der Gründe für die Besserung des Zustands ihrer Mutter, so vermutet Mary Ellen, war das Engagement eines Praktikanten und eines Klinikmitarbeiters, die sich stark für ihre Mutter interessierten. Die beiden lauschten stundenlang ihren Reden und ermunterten sie dazu zu reden. Dabei war sie es gar nicht gewohnt, sich jemandem mitzuteilen und sagte von sich, dass sie nie das Gefühl hatte, jemand hätte ihr zugehört. Dann steckte eine Krankenschwester der
Mutter heimlich hochdosierte Multivitamin-Tabletten zu. Am Ende ihrer klinischen Karriere kümmerte sich die Mutter zunehmend um die anderen Patienten. So wurde sie zwischen den Krankheitsepisoden Mitglied einer neu eingerichteten unterstützenden Gruppe für psychiatrische Patienten. Die von einem engagierten Psychiater installierte Gruppe nannte sich Mental Health Fellowship. Selbst nach der Entlassung besuchte sie regelmäßig die Klinik, um an den Gruppensitzungen teilzunehmen und die Patienten zu besuchen, mit denen sie sich im Laufe der Jahre angefreundet hatte. Die Mutter verspürte ein starkes Bedürfnis nach sozialem Austausch und gegenseitiger Unterstützung und war auch sehr willensstark.

Wieder daheim waren ihre Kinder in der Adoleszenz und weitgehend selbstständig und unabhängig von ihr. Sie kämpfte um ihren Platz in der Familie und sie schulte um, weil sie wegen ihres langen Aufenthalts in der Klinik keine Arbeit mehr bekam. Viele Male musste sie sich stigmatisierende Bemerkungen aus ihrer Umgebung anhören. Endlich fand sie eine Anstellung als Köchin in einer Schulküche. Dort arbeitete sie sehr erfolgreich und war sie auch beliebt.
Sie wurde auch anderweitig aktiv und setzte sich systematisch mit Menschen in ihrer Gemeinde in Verbindung. Später wurde sie in der Kirchengemeinde ehrenamtlich tätig. Auch engagierte sie sich in der Mithilfe bei der Erziehung der sieben Kinder ihres Sohnes. Das soziale Netz gegenseitiger Unterstützung wuchs ständig und im Alter war sie eingebettet in die liebevollen Beziehungen in der Gemeinde, zu Freunden und in ihrer großen Familie mit 24 Enkeln und 16 Urenkeln.

Mary Ellen Copeland durchlitt selbst viele Jahre lang dier Symptomen einer psychiatrischen Erkrankung. Mit 37 Jahren erhielt sie die Diagnose »bipolar«. Ihr Psychiater teilte ihr mit, dass sie »okay« wäre, wenn sie nur regelmäßig ihre Medikamente einnehmen würde. Diese müsste sie zeitlebens einnehmen. Etwa zehn Jahre lang war sie dann »okay«, bis ein Magenvirus ihr eine ernsthafte Lithiumvergiftung bescherte. Nach der Vergiftung konnte sie die Medikamente nicht weiter einnehmen.
Mary Ellen musste nun lernen, selbst mit den Hochs und Tiefs ihrer Erkrankung umzugehen. Bezugnehmend auf die Mutter sagte sie sich: »Wegen Kate wusste ich, dass meine Diagnose >manisch-depressiv

Dem ehemals behandelnden Psychiatern macht Mary Ellen Copeland zum Vorwurf, dass sie ihr in den zehn Jahren der Medikamentenbehandlung nicht die Möglichkeit gegeben haben zu lernen mit ihren Stimmungsschwankungen umzugehen. Sie ist überzeugt davon, dass Techniken der Entspannung und Stressreduzierung geholfen hätten, die Symptome zu reduzieren. Viel persönliches Leid hätte verhindert werden können, wenn ihr Leben nicht so hektisch und chaotisch verlaufen wäre und sie sich von ihrem missbrauchenden Ehemann getrennt hätte. Hätte sie damals schon gewußt, dass sie mehr Zeit mit anderen Menschen verbringen sollte, welche sie wertschätzten und auch bestätigten, dann wäre es ihr bestimmt besser ergangen.
Niemadn hat sie darauf aufmerksam gemacht, dass es möglich ist, belastende Gefühle und Wahrnehmungen abzumildern, zu reduzieren und sogar loszuwerden. »Hätte ich diese Dinge gelernt und wäre mit anderen zusammengekommen, die sich durch diese Symptome durchgearbeitet haben, hätte ich vielleicht nicht Wochen, Monate und Jahre verbracht, extreme psychotische Stimmungsschwankungen zu erleben, während die Arzte spitzfindig nach den geeigneten Medikamenten suchten.« (MEAD u. COPELAND 2005, S. 70)

Copeland beschreibt heutzutage sehr bewusst ihre eigenen wichtigen Erfahrungen. Ihr erklärtes Ziel ist es, viele Menschen mit psychiatrischen Symptomen zu erreichen und ihnen beizubringen, dass es viele Möglichkeiten gibt, mit den Symptomen weniger leidvoll zu leben und sich sogar davon zu befreien.

Für wen?

Mary Ellen Copeland wendet sich an Menschen, die unter psychiatrischen Symptomen leiden und sich in psychischen Krisen befinden, sowie deren Freunde und die, die ihnen zur Seite stehen. Auf der anderen Seite unterrichtet sie auch in ihren Seminarprogrammen aufgeschlossene professionelle Helfer, die Recovery in ihren Einrichtungen einführen und umsetzen wollen. Über die Programme für die Trainerausbildung zum »Facilitator« ist in den USA mittlerweile ein starkes und immer mehr anwachsendes Netzwerk von Trainern entstanden. Diese sind epicht darauf, das erlernte Wissen und die eigene Erfahrung von psychischer Erkrankung an andere Betroffene weiterzugeben, um ihnen dadurch Wege und Anleitungen zur Selbsthilfe aufzuzeigen, die auf Hoffnung, Empowerment, Selbstbestimmung, Recovery und Wohlbefinden basieren. Copeland unterhält dabei keine Beratungsstelle, weil ihrer Meinung nach die Vermittlung ihrer Fertigkeiten und Strategien keinen Ersatz darstellen für Behandlung, sondern eine Ergänzung zu jeder anderen Behandlung sind.

Grundidee

Inspiriert durch die Lebensgeschichte ihrer Mutter und ihrer eigenen Geschichte ist Mary Ellen davon überzeugt, dass die Erkrankung die Betroffenen nicht dazu zwingt, ihre Träume und Lebensziele aufzugeben, und dass sie die Verantwortung für ihr eigenes Leben haben. Auch Menschen mit den schwersten psychiatrischen Symptomen seien heute Ärzte, Rechtsanwälte, Lehrer, Buchhalter und Sozialarbeiter. »Uns gelingt es, enge Beziehungen aufzubauen und zu erhalten. Wir sind gute Eltern. Wir haben herzliche Beziehungen zu unseren Partnern, Eltern, Geschwistern, Freunden und Kollegen. Wir ersteigen Berge, bepflanzen Gärten, malen Bilder, schreiben Bücher, besticken Decken und rühren positive Veränderungen in der Welt herbei. Und es ist nur durch diese Vision und den Glauben an alle Menschen, dass wir Hoffnung für jeden bringen«, schreiben Mary Ellen Copeland und Shery MEAD (2005) in ihrem Artikel »Was Recovery für uns bedeutet«

Die Hauptfaktoren von Recovery

»Es gibt Hoffnung - eine Vision von Hoffnung, die keine Grenzen hat. Zu viele Menschen haben verinnerlicht, dass es keine Hoffnung gäbe, dass sie einfach Opfer ihrer Krankheit seien; haben erlebt, dass die Beziehungen einseitig und infantilisierend sind. Wir brauchen keine Vorhersagen über den Verlauf unserer Erkrankung, was sowieso keiner genau sagen kann, sondern Unterstützung und Ermutigung während der Zeit, in der wir daran arbeiten, dass die Symptome zurückgehen und unser Leben wieder weitergeht. Wir benötigen eine verständnisvolle Umgebung, ohne das Gefühl zu haben, dass wir von anderen versorgt werden. Im recoveryorientierten Verständnis haben sich die Beziehungen in Richtung Gleichberechtigung und Unterstützung auf beiden Seiten entwickelt.
Jeder Einzelne ist verantwortlich für sein Wohlbefinden. Es gibt niemanden sonst, der das für uns tun kann. Es kann sehr schwierig sein, die persönliche Verantwortung zu übernehmen, wenn die Symptome schwerwiegend und andauernd sind. In diesen Fällen ist es am hilfreichsten, wenn die Professionellen und Begleiter mit uns zusammen arbeiten, um aus dieser angstvollen Situation herauszufinden.
Information und Bildung sind ein Prozess, der uns auf dieser Reise begleiten muss. Wir suchen nach Informationen, die uns helfen, herauszufinden, was gut für uns ist und welche Schritte wir für uns tun müssen. Viele von uns hätten gerne Professionelle an unserer Seite in diesem Prozess, um mit uns in Workshops und Seminaren zusammenzuarbeiten.
Wir müssen uns selbst vertreten, um zu erhalten, was wir möchten, brauchen und verdienen. Viele Betroffene glauben, dass sie ihre Rechte als Individuum verloren haben. Die Vertretung der eigenen Interessen wird leichter, wenn wir unser Selbstwertgefühl, das durch chronische Krankheit beschädigt ist, wiederherstellen und verstehen, dass wir genauso intelligent, wertvoll und einzigartig sind wie jeder andere Mensch.
Alle Menschen wachsen, indem sie >positive Risiken Wechselseitige Unterstützung und Beziehungen sind ein wichtiger Baustein. In einer recoveryorientierten Umgebung ist Unterstützung nie eine Krücke oder eine Situation, in der eine Person das Ergebnis oder die Lösung definiert oder diktiert. In einer wechselseitigen Unterstützung streben die einzelnen an, dass die Beziehungen eine Bereicherung für jeden darstellen. Unterstützung gelingt am besten, wenn auf beiden Seiten der Wunsch nach Wachstum und Veränderung besteht. Obwohl Beziehungen mit Professionellen nie wirklich wechselseitig und gleichberechtigt sein können, können wir sie doch dahingehend verändern, dass sie nicht mehr paternalistisch geprägt sind.« (MEAD u. COPELAND 2005, S. l f., Übersetzung der Autorinnen)

Copeland hat im Vermont Recovery Education Project (1995-2000) herausgefunden, dass die Betroffenen meistens die folgenden Recovery-Aktivitäten und -Strategien an, um Krankheitssymptome abzumildern oder zu beseitigen:

  • Unterstützung suchen, die aus Zuhören und ntcht aus Ratschlägen besteht;
  • Personen suchen, die positiv und bestätigend sind, aber auch direkt und herausfordernd;
  • Personen vermeiden, die kritisierend, verurteilend oder missbrauchend sind;
  • sich beraten und austauschen mit Betroffenen (Peers);
  • Stress reduzieren und Entspannungstechniken anwenden (Atmung, Visualisieren);
  • Bewegung (Laufen, Treppensteigen, Fahrradfahren, Schwimmen);
  • kreative und freudvolle Aktivitäten (Lesen, Handarbeit, künstlerisches Tun, Musik);
  • Tagebuch schreiben;
  • Veränderung der Essgewohnheiten (Vermeiden von Koffein, Zucker, Fett);
  • ans Tageslicht gehen;
  • negative in positive Gedanken umwandeln;
  • mehr oder weniger Stimulierung in der Umgebung wählen;
  • Tagesplanung besonders in schwierigen Zeiten;
  • Symptome erkennen und ein System erarbeiten, um darauf einzuwirken (Wohlbefinden aufrechterhalten; Auslöser und frühe Warnsignale erkennen; Symptomen entgegenwirken, die die Situation verschlimmern; Krisenplan erstellen, um die Kontrolle zu behalten, auch wenn die Situation außer Kontrolle geraten ist).

Prinzipien von WRAP

In den Seminarprogrammen lernt jeder Teilnehmer - sei es als Betroffener oder als Professioneller - einen Wellness Recovery Action Plan (WRAP) für sich selbst oder für andere zu entwickeln. Interessierte können dabei an mehreren aufeinander aufbauenden Modulen teilnehmen:

  • Correspondence Course: Wer Moderator (»facilitator«) werden möchte, beginnt es mit dem »Correspondence Course«, in dem die Prinzipien von WRAP vermittelt werden. In vier Einheiten geht es um die Basiskonzepte und Fertigkeiten von Recovery und das Entwickeln eines Wellness Recovery Action Plans für sich selbst oder für andere Betroffene. In einigen Gegenden treffen sich die Teilnehmer wöchentlich, um zu diskutieren und an der Arbeitseinteilung zu arbeiten. Im Wesentlichen werden spezifische Literatur und Artikel gelesen und Projekte, Aktivitäten und Diskussion mit dem Anleiter. Der Anleiter entscheidet dann am Schluss aufgrund seiner Einschätzung, wieweit der jeweilige Teilnehmer befähigt ist, die Konzepte, Strategien und Techniken zu verstehen und anzuwenden und ob er den Kurs erfolgreich absolviert hat. Die vier Kurswochen haben zum Ziel:
    1. Erste Woche: Recovery-Konzepte einschließlich Hoffnung, persönliche Verantwortung, Erziehung, Selbstvertretung, wechselseitige Unterstützung, familiäre und professionelle Unterstützung. Mögliche physische Ursachen psychischer Erkrankung und Medikamente.
    2. Zweite Woche: Verschiedene einfache, sichere Selbsthilfestrategien, die Menschen mit psychiatrischen Symptomen als nützlich erleben, um Symptome abzumildern und Wohlbefinden aufrechtzuerhalten. Peer-Beratung, Übungen, Entspannung, Stressreduktion, Tagebuch, Freizeitaktivitäten, Regulierung von Stimulation, Essgewohnheiten, Bewegung, Schlaf, Tagesplanung.
    3. Dritte Woche: Entwickeln eines Wellness Recovery Aktion Planes. Tagesstrukturierung, Erkennen von und Reagieren auf Auslöser und frühe Warnsignale, Herausfinden von Symptomen, die die Situation verschlimmern, und effektives Entgegenwirken. Schreiben eines Krisenplans oder einer Vorausverfügung.
    4. Vierte Woche: Faktoren, die das Wohlbefinden beeinflussen, z. B. Verwandeln negativer in positive Gedanken, Aufbau von Selbstwertgefühl, Suizidprophylaxe, Verringerung von Traumaauswirkungen, Entwickeln eines Lebensstiles, der das Wohlbefinden erhöht.
  • 2. Moderatoren-Training: Fünf Tage dauert das Training für Moderatoren in Mental Health Recovery. Es wird vermittelt, wie man direkt mit Betroffenen arbeitet und die Stärken zu entdeckt, die ihre Recovery unterstützen. Diskutiert werden Recovery-Konzepte und Selbsthilfestrategien, und es wird sowohl mit Einzelnen als auch in Gruppen ein Wellness Recovery Action Plan entwickelt. Die Teilnehmer sollen für Recovery motiviert und zu befähigt werden - man versucht, mit ihnen zusammen herauszufinden, wie sie sich fühlen möchten, wie sie ihr Leben gestalten möchten und was sie machen können, um ihre Lebensziele zu erreichen. Dann geht es auch um Interaktionsmethoden und verschiedene Formen der Präsentation der Inhalte. Jeder Teilnehmer muss eine Einführung und einen Vortrag über ein Recovery-Thema abhalten.
    Ziele des Trainings sind:
    • die wachsende Verbreitung des Wissens um Recovery und Selbsthilfestrategien, mit denen Menschen in psychischen Krisen zunehmend lange Phasen von Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit erlangen können;
    • eine signifikante Reduzierung der Inanspruchnahme psychiatrischer Dienste und der Traumata in Verbindung mit diesen Krisen sowie eine Verkürzung und Abmilderung der Symptome.

    Für dieses Training gibt es ein spezielles Manual mit dem Titel »WRAP und Manual zur gegenseitigen Unterstützung: Persönliche, Gruppen- und Programmentwicklung«, das auf einer CD-ROM erhältlich ist. Nach erfolgreichem Abschluss des Trainings erhält man ein Zertifikat und Fortbildungspunkte durch die Regierung von Vermont.

  • 3. Training für Fortgeschrittene: Es geht um die Leitung von Gruppen, Lehre und Unterstützung für andere. Jeder kann teilnehmen,
    • der das Moderatorinnen-Training mindestens ein Jahr zuvor absolviert hat,
    • der mindestens drei WRAP-Gruppen in dem Jahr nach dem Moderatorinnen-Training geleitet hat,
    • der zehn Evaluations-Formblätter von Teilnehmern in diesen Gruppen erhalten hat und
    • der drei Empfehlungen von Teilnehmern aus diesen Gruppen vorweisen kann.

Veröffentlichungen von Mary Ellen Copeland

  • MEAD S, COPLEAND M E (2005) What recovery means to us: consumers' perspectives. In: DAVIDSON L, HARDING C, SPANIOL L (Eds.): Recovery from severe mental illnesses. Boston University.
  • COPELAND ME, ALLOTT P K (Hg.) (2005) Wellness recovery action plan. Sefton Recovery Group.
  • COPANS St, ELLEN MA, COPELAND M S, COPELAND ME (2002) Recovering from depression. A workbook for teens. Brookers Publishing Company.
  • COPELAND M E, RIDDLE M L (2002) The depression workbook. A guide for living with depression and manic depression. New Harbinger Publication.
  • COPELAND ME (1999) Winning against relapse. New Harbinger Publications.
  • COPELAND M E, HARRIS M (2000) Healing the trauma ofabuse. A womans workbook. New Harbinger Publications.

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