Altenburg: Drogenpräventionsprogramm „Fit statt high“ hat begonnen

03.03.2015, 10:28 Uhr
Drogenpräventionsprogramm „Fit statt high“ hat begonnen
Am 8.12.2014 startete das Projekt im Altenburger Land

Die Sozialpädagoginnen der schulbezogenen Jugendsozialarbeit im Landkreis Altenburger Land haben im Dezember 2014 mit ihrem Drogenpräventionsprogramm begonnen und setzen auf umfangreiche Aufklärung von Kindern und Jugendlichen im Landkreis. Sozialpädagogin Mandy Pölitz berichtet:

Dem Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2014 ist zu entnehmen, dass ein riskanter und frühzeitiger Alkoholkonsum nach wie vor verbreitet ist und auch illegale Drogen, vorrangig Cannabis, häufig konsumiert werden. Dabei werden insbesondere die gesundheitlichen und psychischen Gefahren unterschätzt. Zudem zeigt sich im Vergleich zu den vergangenen Jahren ein zunehmender Gebrauch von Amphetaminen (z.B. Speed, Ecstasy) und Methamphetaminen (z.B. Crystal Meth).

Im Jugendalter ist es normal, dass verschiedene Erfahrungen gemacht werden wollen und müssen. Dazu gehört es eben auch, Dinge auszuprobieren, die das Risikoverhalten von Jugendlichen entsprechend beeinflussen können. Verbote sind da wenig sinnvoll. Wichtiger sind vielmehr, eine umfangreiche Aufklärung und das Festlegen von Regeln.

An diesen Punkten setzt unser Präventionsprogramm „Fit statt high“ an, mit dessen Erarbeitung sich die 13 Schulsozialarbeiterinnen des Landkreises Altenburger Land im Jahr 2014 intensiv befasst haben. Das Programm wurde für Kinder und Jugendliche ab der Klassenstufe 6 konzipiert und wird über den Zeitraum eines gesamten Schultages durchgeführt. Es beschäftigt sich einleitend mit den Thematiken Glück, Sehnsucht, Sucht und Drogen, ehe es vertiefend auf verschiedene legale und illegale Suchtstoffe wie Alkohol, Cannabis, Ecstasy und Crystal Meth eingeht. Dabei soll aufgeklärt werden über positive Effekte von Suchtmitteln, die es definitiv gibt und die nicht zu leugnen sind. Vor allem soll jedoch über mögliche Gefahren und Risiken von Suchtmittelkonsum informiert werden.

Final wird sich mit Alternativen zu Suchtstoffen sowie mit möglichen Wegen aus der Sucht bzw. mit Ansprechpartnern bei Problemen und Krisen beschäftigt, sowohl im privaten als auch im professionellen Bereich. Die Umsetzung des Programms erfolgt unter Nutzung zahlreicher, verschiedener multimedialer Methoden und Gruppenarbeiten. Am 8.12.2014 startete das Projekt im Altenburger Land und konnte bereits für Klassen der Regelschule „Gebrüder Reichenbach“, der Gemeinschaftsschule „Erich Mäder“ jeweils aus Altenburg, der Landschule „Pleißenaue“ in Treben sowie der Landschule „Wieratalschule“ in Langenleuba-Niederhain angeboten werden.

Im Jahr 2015 folgen weitere Schulen, so dass bis zum Ende des Schuljahres 2014/2015 die Prävention an einem Großteil der Schulen, welche durch schulbezogene Jugendsozialarbeiter personell besetzt sind, erfolgt sein soll.

Das Feedback zu den bereits erfolgten Terminen war sowohl seitens der Lehrer als auch der Kinder und Jugendlichen positiv. Insbesondere die Kinder und Jugendlichen gaben an, dass sie ihr Wissen erweitern konnten, sich aber auch noch eine Vertiefung zu verschiedenen Themen wünschen. Aufgrund des regelmäßig stattfindenden Feedbacks durch die Kinder und Jugendlichen konnten die Schulsozialarbeiterinnen das Präventionsprogramm flexibel anpassen. Natürlich ist eine Fortführung und Vertiefung des Projektes gemeinsam mit Schule und anderen Netzwerkpartnern angedacht, aber auch eine Erweiterung der Altersstufen und die Realisierung für alle Schulen des Landkreises. Wünschenswert für eine gelingende Präventionsarbeit ist vor allem eine langfristige und kontinuierliche Fortführung, was insbesondere finanzielle und personelle Gegebenheiten erfordert.

Das Team der schulbezogenen Jugendsozialarbeit strebt eine Sensibilisierung mit diesem Thema an, sowohl bei den Lehrern, den Kindern und Jugendlichen, als auch bei deren Eltern und Familienangehörigen. Drogen existieren als legale, illegale, pflanzliche oder chemische Substanzen schon seit vielen Jahren und werden dies auch weiter tun. Deshalb ist das Erreichen eines Bewusstseins für diese Tatsache und den Umgang damit immens wichtig.
Jana Fuchs, Öffentlichkeitsarbeit

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