Neuroleptika lassen das Gehirn in kürzester Zeit schrumpfen

Neuroleptika lassen das Gehirn in kürzester Zeit schrumpfen

Erstellt am 01.03.2015 von Winston Smith

Kürzlich berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung darüber, wie Haloperidol, Flupentixol, Perazin und andere Neuroleptika schwere Hirnschäden verursachen. Vor allem die gefürchteten Spätdyskinesien mit Symptomen wie unwillkürlichen Zuckungen, Tics und auffälligen Bewegungsanomalien an der Zunge, im Gesicht sowie im Bereich von Hals- und Rumpfmuskeln haben stigmatisierende Wirkung auf die Betroffenen.

Neuroleptika werden von Psychiatern vor allem als Standardmedikation bei der Diagnose “Psychose” verabreicht. Darüber hinaus werden diese Substanzen gerne eingesetzt, um die Insassen von Alten- und Kinderheimen, sowie Gefängnissen ruhig zu stellen und gefügig zu machen.

Kritische Psychiater wie Dr Volkmar Aderhold, Mitarbeiter am Institut für Sozialpsychiatrie an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald warnen: Neuroleptika führen zu Hirnatrophie, also einer Schrumpfung des Gehirns – vor allem im Bereich der Frontallappen, die als Sitz der Persönlichkeit und des Sozialverhaltens gelten. Die Verminderung der Hirnsubstanz sei abhängig von Dosis und Dauer der Verabreichung. In seinen Veröffentlichungen zitiert Aderhold dazu zahlreiche wissenschaftliche Studien, die dies belegen.

Hirnvolumenminderung führt unweigerlich zum Verlust von kognitive Fähigkeiten. Die Folgen sind unter anderem schlechtere Orientierung, Defizite bei verbalen Aufgaben, nachlassende Aufmerksamkeit und ein geringeres Abstraktionsvermögen.

In seine Buch Körpereigene Drogen – Die ungenutzten Fähigkeiten unseres Gehirns zitiert der schweizer Arzt Josef Zehentbauer seinen schwedischen Kollegen Lars Martensson, der die Wirkung von Neuroleptika anschaulich beschreibt:

Wenn die Dopamin-Rezeptoren durch die Medikamente blockiert werden, ergibt sich als Resultat, dass die Nervenimpuls-Übertragung… lahmgelegt ist… Es sind Neuroleptika-Auswirkungen, die Neuroleptika-behandelte Menschen ausdrücken wollen, wenn sie sagen: >Ich bin ein lebender Toter… Ich kann kein Buch lesen, nicht einmal fernsehen, ich hab’ kein Gedächtnis.

Laut Frankfurter Allgemeine schätzen Experten, dass weltweit 86 Millionen unter diesen Folgen psychiatrischer Behandlung leiden.

Im Jahr 2010 berichtete das Deutsche Ärzteblatt von einer in der Fachzeitschrift Nature Neuroscience veröffentlichen Studie, die gezeigt hatte, dass sich bereits wenige Stunden nach der Verabreichung von Neuroleptika deutliche Schrumpfungen in verschiedenen Hirnbereichen nachweisen lassen. Die Wissenschaftler verabreichten dabei gesunden Probanden eine Dosis von 5mg Haloperidol pro Kilogramm Körpergewicht – einer Dosis, die im klinischen Alltag nicht selten deutlich überschritten wird.

Psychiater versuchen diese iatrogenen Schäden gerne als Symptom der psychischen Krankheit umzudeuten. Doch die Studien, bei denen auch Kontrollgruppen ohne psychiatrische Diagnose untersucht wurden zeigen eindeutig: Die Neuroleptika führen unabhängig davon, ob ein Proband eine psychiatrische Diagnose hat oder nicht zu Hirnschwund, Bewegungsstörungen und kognitiven Defiziten.

Befunde wie diese sind nicht neu. Seit Jahrzehnten warnt der amerikanische Psychiater Peter Breggin in zahlreichen Veröffentlichungen vor den Gefahren von Neuroleptika. Doch das Problem wurde bis jetzt in der Fachwelt größtenteils heruntergespielt oder verleugnet.

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