Projekt: Ärzte halten per Handy Kontakt zu psychisch Kranken

Projekt: Ärzte halten per Handy Kontakt zu psychisch Kranken

Dresden (dpa/sn) - Ärzte an der Dresdner Universitätsklinik wollen für ein Forschungsprojekt per App und Smartphone Kontakt zu psychisch Kranken halten. Manisch-Depressive würden dafür mit einem Handy ausgestattet, teilte die Uniklinik am Freitag mit. Mit einem Programm würden Bewegungsmuster, Aktivitäten, Telefonate und SMS erfasst. In einer manischen Phase sei der Erkrankte praktisch permanent unterwegs, verschicke durchaus 500 SMS am Tag, erklärte Michael Bauer, Direktor der Dresdner Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. In dieser Phase sei an die Patienten oft nur schwer heranzukommen. Per Smartphone soll der Kontakt zu den Patienten aufrecht gehalten werden.

Die Kosten für das Telefon übernimmt für die Dauer des Projekts die Klinik. «Nur so haben wir überhaupt die Chance, diese ganze schwere Episode, die dann Wochen und Monate geht, möglichst früh abzufedern», so Bauer. Auch bei einer depressiven Phase, wenn sich der Patient kaum noch bewege, könne so schneller der Kontakt hergestellt werden.

Das Projekt ist Teil des «Forschungsnetzes zu psychischen Erkrankungen», das deutschlandweit Knotenpunkte an 25 Universitäten hat. Das Netz wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund 35 Millionen Euro gefördert, zwei Millionen Euro fließen in das Großprojekt der Uniklinik in Dresden.

erschienen am 27.02.2015

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