Software soll Arzt-Patient-Kommunikation verbessern

Krebstherapie Software soll Arzt-Patient-Kommunikation verbessern

26.02.15, 11:01

Mit der Software sollen Patientengespräche zielgerichteter geführt werden können

Innsbrucker Forscher arbeiten an Computerprogramm mit dem bei Krebstherapien die Kommunikation zwischen Arzt und Patient verbessert werden soll.

Tiroler Forscher arbeiten an einer Software, die bei Krebstherapien die Kommunikation zwischen Arzt und Patient verbessern und so die Lebensqualität erhöhen soll. „Zur personalisierten Therapie chronischer Erkrankungen wie Krebs gehört auch die zielgerichtete und auf den jeweiligen Kranken individuell abgestimmte Kommunikation“, sagte Bernhard Holzner von der Klinik für Biologische Psychiatrie.

Das Computerprogramm soll einen Beitrag dazu leisten, betonte Holzer, der sich seit zwei Jahrzehnten damit beschäftigt, der subjektiven Sicht von Krebspatienten im Laufe ihrer Behandlung mehr Gewicht zu geben. Die Entwicklung eines computer-adaptiven Fragebogens zur Erfassung der Lebensqualität wird vom österreichischen Forschungsfonds FWF gefördert. Dieses Instrument soll helfen, unterschiedliche Belastungen und Probleme von Krebspatienten zu erheben.
Zielgerichtete Patientengespräche

Die von den Betroffenen gewonnenen Informationen werden den Ärzten unmittelbar zur Verfügung gestellt und stellen für die behandelnden Mediziner „wertvolles Wissen“ dar, erläuterte Holzner: „Wir können Patientengespräche zielgerichteter und damit wirkungsvoller gestalten. Das gesamte Team kann so die Therapie jeweils individuell anpassen.“ Freilich würden im gesamten Prozedere strenge Datenschutzrichtlinien eingehalten. In die bis 2017 laufende Studie sollen über 500 Patienten an der Innsbrucker Klinik im Alter zwischen 18 und 80 Jahren mit unterschiedlichen Krebsdiagnosen eingebunden werden.

Als weiteren Beitrag zur besseren Identifikation körperlicher und seelischer Symptome arbeitet der Nachwuchsforscher Johannes Giesinger an der Klinik für Biologische Psychiatrie sowie am Netherlands Cancer Institute in Amsterdam an der Festlegung sogenannter „Schwellenwerte“ für körperliche und seelische Beeinträchtigungen. Die klinisch relevanten Beeinträchtigungen wie etwa körperliche Leistungsfähigkeit, Schmerzen oder Erschöpfung sollen durch diese Daten besser erkenn- und behandelbar werden. Dabei fuße die Festlegung der Schwellenwerte nicht nur auf dem Schweregrad, sondern auch darauf, wie sich ein Symptom auf den Alltag auswirke, hieß es.
Auf Patienten zugeschnittene Fragen

Der in Innsbruck mitentwickelte Fragebogen verwendet - im Gegensatz zu herkömmlichen Messinstrumenten zur Erfassung der Selbsteinschätzung chronisch Kranker - auf den jeweiligen Patienten zugeschnittene Fragen. Basierend auf den Antworten wird die sinnvollste nächste Frage ausgewählt. Dies erhöht laut dem Forscher die Messgenauigkeit und verringert die Gesamtzahl der Fragen an mitunter schwer kranke Menschen.

Die relativ junge Fachdisziplin der „Lebensqualitätsforschung in der Onkologie“ untersucht, wie es Krebspatienten während ihrer Behandlung, aber auch auf lange Sicht geht. Auf diesem Feld leiste die Innsbrucker Universitätsklinik für Biologische Psychiatrie seit über 20 Jahren Pionierarbeit, hieß es. Die Gruppe entwickle beispielsweise nicht nur computer-adaptive Tests, sondern auch internetbasierte Patienten-Portale, die etwa die Erhebung des Gesundheitszustandes über den Krankenhausaufenthalt hinaus ermöglichen.
(apa) Erstellt am 26.02.2015, 11:01

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