Werneck: Heimlicher Sex in der Psychiatrie

23.02.15

WERNECK/SCHWEINFURT
Heimlicher Sex in der Psychiatrie
Angestellte soll Affäre mit Patient gehabt haben

Wegen sexuellen Missbrauchs von Gefangenen muss sich seit Montag eine ehemalige Angestellte des psychiatrischen Krankenhauses Werneck vor dem Schöffengericht am Amtsgericht Schweinfurt verantworten. Die 45-Jährige, die als Anleiterin in der Arbeitstherapie beschäftigt war, soll laut Anklage zwischen Frühjahr und Spätsommer 2011 ein Verhältnis mit einem Patienten der forensischen Abteilung gehabt haben. Zur Debatte steht, ob sie sich beim Therapeuten des Mannes für ihn eingesetzt hat. Der 44-Jährige sitzt seit vielen Jahren in der Psychiatrie. Er war 1994 wegen sexueller Nötigung, Vergewaltigung und Entführung zu fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Nachdem die Affäre mit der 45-Jährigen aufgeflogen war, wurde er ins Bezirkskrankenhaus nach Lohr (Lkr. Main-Spessart) verlegt.

Zu den Tatvorwürfen schwieg die Angeklagte, ihr früherer Geliebter machte jedoch eine umfangreiche Aussage. Er sagte vor Gericht, dass der Sex zwischen den beiden stets einvernehmlich gewesen sei. Er habe an eine ernsthafte Beziehung mit der verheirateten Mutter geglaubt. Unter anderem richtete er gemeinsam mit einem anderen Patienten, der offenbar ebenso ein Verhältnis mit einer Frau hatte, ein Liebesnest auf einem Dachboden ein. Auch trafen sich die beiden – der Mann dufte das Anstaltsgelände verlassen – einmal in einem Hotel und tauschten Zärtlichkeiten in einem Treppenhaus aus. Der Prozess wird fortgesetzt.

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