In der Gruppe den Mut zur Selbsthilfe finden

20.02.2015 | 17:30 Uhr
In der Gruppe den Mut zur Selbsthilfe finden
Die Hoffnung auf Lichtblicke nicht aufgeben. Dazu kann Selbsthilfe wesentlich beitragen

Manches Mal ist der Himmel wolkenverhangen. Und doch: Die Sonne ist noch immer da. Man kann sie nur im Moment nicht sehen. Mit dieser Beschreibung versucht Irene Hallhuber ein Bild zu schaffen, für das, was ein Mensch mit Depressionen oder Ängsten fühlt. Die 55-Jährige aus Tettenweis kennt diese Gefühle aus eigener Erfahrung. Sie weiß aber auch, wie gut es der Seele tut, wenn die Sonne wieder durch die Wolken scheint. Einen ganz wesentlichen Anteil kann die Selbsthilfe dazu beitragen. Irene Hallhuber hat vor sieben Jahren eine Mut-Mach-Gruppe ins Leben gerufen.

"Gemeinsam sind wir stark": Diesen Satz hat Irene Hallhuber auf die Flyer der Mut-Mach-Gruppe gedruckt. Eines muss sie aber immer wieder betonen: "Die Gruppe kann einem nicht helfen. Jeder muss sich selbst helfen." Allerdings vermag die Gruppe einem viel Positives zu geben: Bedingungslose Akzeptanz und das Gefühl, nicht alleine betroffen zu sein. Die Erfahrung, dass es Menschen mit ähnlicher Krankheit gibt, hat auch Irene Hallhuber geholfen. Die 55-jährige Tettenweiserin hat vor zehn Jahren zum ersten Mal eine schlimme Phase der Angst durchlebt. "Vor dem Alleinsein", erzählt sie heute. Zur Angststörung kam eine Depression.

Eines Tages entdeckte Irene Hallhuber in der Presse die Anzeige einer Frau, die eine Angst-Selbsthilfegruppe gründen wollte. Ein vielversprechendes Telefonat folgte: "Und dann war die Frau mit einem Mal unauffindbar. Über Monate hinweg habe ich noch versucht, sie zu kontaktieren." Irene Hallhuber versteht bis heute nicht, warum die Frau sich nicht mehr gemeldet hat. Aber sie glaubt zu wissen, was der Auslöser dafür gewesen sein könnte: "Wahrscheinlich haben die Probleme der Interessenten die Frau, die ja selbst betroffen war, einfach maßlos überfordert."

Irene Hallhuber war sich bewusst, dass ihr selbst genau das passieren könnte. Und doch hat sie den Schritt gewagt. Im Frühjahr 2008 hat sie selbst eine Anzeige aufgegeben und nach Betroffenen für eine Selbsthilfegruppe gesucht. Schon bald kamen die ersten Anrufe. "Mein Arzt hat mich enorm unterstützt", betont Irene Hallhuber. "Ohne seine Hilfe hätte ich das nicht geschafft. Er stand mir bei allem, was da auf mich einprasselte, mit Rat und Tat zur Seite und tut es heute noch."

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