„Netzwerk psychische Gesundheit“ Alternativen zur stationären Versorgung

06.02.2015
„Netzwerk psychische Gesundheit“ Alternativen zur stationären Versorgung
Das Notfallzimmer der Caritas-Wohnanlage schauten sich die Vertreter der TK, KKH, des Reha-Vereins Lengerich und der GpG an.

Kreis STeinfurt -

Pschische Erkrankungen sind schon für 17 Prozen aller Krankschreibungen verantwortlich. Das „Netzwerk psychische Gesundheit“ hat sich vorgenommen, die Lücke zwischen stationärer und ambulanter Betreuung psychisch Kranker zu schließen Aber: Noch sind nicht alle Krankenkassen mit im Boot.
Von Achim Giersberg

Burnout, Angststörung, Depression, Zwangserkrankungen: Psychisch bedingte Fehlzeiten machen landesweit 17 Prozent aller Krankschreibungen aus. „Jeder sechste Arbeitsunfähigkeitstag ist auf eine psychische Erkrankung zurückzuführen“, sagt Ulrich Adler von der Techniker-Krankenkasse (TK) NRW. Meist würden diese Patienten bislang im Krankenhaus behandelt. Aber: Nach der Entlassung fehle es oft an konkreter Hilfe und bei der nächsten Krise suchten die Menschen wieder Hilfe in der Klinik. Um diesen – auch teuren – „Drehtüreffekt“ zu unterbrechen hat die TK das „Netzwerk psychische Gesundheit“ gegründet, ein Projekt, das 2014 mit dem „Gesundheitspreis NRW“ ausgezeichnet wurde.

Im Kreis Steinfurt arbeitet die TK nun mit den Caritasverbänden Steinfurt, Rheine, Emsdetten/Greven sowie dem Reha-Verein Lengerich zusammen. Ziel ist es, die Lücke wischen stationären und ambulanten Hilfsangeboten zu schließen.

Im der Caritas-Wohnanlage an der Wiemelfeldstraße in Steinfurt stellten jetzt die Kooperationspartner ihr Konzept vor. Niedergelassene Ärzte, Sozialarbeiter und Therapeuten arbeiten dabei eng zusammen, um die Patienten in ihrem gewohnten Umfeld halten zu können. Eine zentrale Rolle dabei spielen „Notfallzimmer“. Diese Zimmer können bei einer Krise als Rückzug in eine geschützte Umgebung genutzt werden – die Alternative zum Krankenhaus. Auch eine Telefonnummer, über die 24 Stunden am Tag Hilfe erreichbar ist, gehört zum Konzept. Oft, so Volker Schuhbach, Geschäftsführer der Gesellschaft für psychische Gesundheit NRW (GpG), beruhige schon alleine die diese Gewissheit die Patienten so sehr, dass es nicht zum Rückfall in die Krise komme. Dass die vom Netzwerk betreuten Patienten weniger lange auf einen Facharzt-Termin warten müssen, gehört zu den weiteren Vorzügen des integrativen Konzepts. Noch können es allerdings nur Versicherte der TK, der KKH und einiger Betriebskrankenkassen nutzen. Zur Zeit, so Adler, bemühe sich die TK intensiv, auch andere Kassen mit ins Boot zu holen.

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