Brückenbauer bei Suchterkrankung

13.02.2015
Selbsthilfegruppe
Brückenbauer bei Suchterkrankung

Angebot für Betroffene mit russischer Muttersprache – Start am 2. März
Das Projekt hat viele Unterstützer. Das Marienhospital ist auch mit dabei.

Wollen helfen (vorne, v.l.) Elena Fischer, Nadja Kurz (beide Heimatverein) Petra Schlesing (Sozialpsychiatrischer Verbund Cloppenburg), Hanna Krogmann (Marienhospital), hinten, v.l.) Wilfried Witting (Kreuzbund), Heinz Bartels (Edith-Stein-Stiftung) und Dr. Robert Greinert (Marienhospital)
Bild: Privat

Friesoythe Suchterkrankungen sind quer durch alle Gesellschaftsschichten eine der größten sozialmedizinischen Probleme. Verstärkt wird das Problem, wenn der Betroffene seine Sorgen und Nöte nicht in seiner Muttersprache benennen kann. Sie wollen daher Brückenbauer sein, sagte Nadja Kurz, Geschäftsführerin des „Heimatvereins der Deutschen aus Russland“. Auf Initiative der Arbeitsgruppe „Sucht“ des Sozialpsychiatrischen Verbundes Cloppenburg (SpV) und des „Heimatvereins der Deutschen aus Russland“ soll in Friesoythe eine Selbsthilfegruppe für Suchterkrankte gegründet werden.

Ein erstes Treffen von Unterstützern hat am Mittwochabend im Franziskushaus stattgefunden. Geleitet wird die Gruppe von Suchtkrankenhelferin Elena Fischer, gleichzeitig stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins. Hat sich die Gruppe etabliert, soll die Gemeinschaft einen Sprecher aus ihren Reihen wählen.

Die Anbieter ambulanter psychosozialer und psychotherapeutischer Hilfen für Suchtkranke und -gefährdete – die psychosoziale Beratungsstelle der Stiftung Edith Stein sowie die Drogenberatung Cloppenburg (Drobs) des Vereins Jugendberatung, -therapie und -weiterbildung e.V. – unterstützen die Gründung.

Mit im Boot ist auch das St. Marienhospital Friesoythe. Das Krankenhaus hat große Erfahrungen im Suchtbereich und wird der Gruppe künftig auch Personen zuweisen. „Die Selbsthilfe wird eine große Rolle spielen, vor allem, weil sich die Betroffenen in ihrer Muttersprache ausdrücken können“, sagte Dr. Robert Greinert, Chefarzt und Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie. Die Gründung sei dringend erforderlich, sagte Heinz Bartels von der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention in der Stiftung Edith-Stein Cloppenburg.

Wie auf der Versammlung betont wurde, gibt es mit dem „Kreuzbund“, den „Anonymen Alkoholiker“ sowie die Sucht-Selbsthilfe-Gruppe Friesoythe (S.S.G.) weitere Hilfsangebote.

Das erste Treffen der russischsprachigen Betroffenen findet am Montag, 2. März, 19 Uhr, im Kaminzimmer des Franziskushauses in Friesoythe statt. Es sollen wöchentliche Treffen folgen.

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