18-Jährige als Prostituierte verkauft - Angeklagte schweigen

09.02.2015
Landgericht Berlin 18-Jährige als Prostituierte verkauft - Angeklagte schweigen
Der Großteil der Prostituierten kommt aus den ost- und südosteuropäischen Ländern nach Berlin, vor allem aus Rumänien, Bulgarien und Ungarn, aber auch aus Polen und Tschechien.

Sie war 18 Jahre alt, wurde zur Prostitution gezwungen und ihr wurde Crystal Meth verabreicht: Viereinhalb Jahre nach dem mutmaßlichen Verkauf einer Frau als Prostituierte stehen zwei Verdächtige vor dem Berliner Landgericht. Die Angeklagten schweigen.
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Viereinhalb Jahre nach dem mutmaßlichen Verkauf einer 18 Jahre alten Frau als Prostituierte stehen zwei Verdächtige vor dem Berliner Landgericht. Den Angeklagten, einer 47-jährigen Frau und einem 55-Jährigen, wird Zuhälterei zur Last gelegt. „Beide äußern sich vorerst nicht zu den Vorwürfen“, erklärten die Verteidiger am Montag zu Beginn des Prozesses. Die Anwälte beantragten eine psychiatrische Begutachtung der damals 18-Jährigen und begründeten, sie sei nicht glaubwürdig.

Das mutmaßliche Duo soll im Sommer 2010 eine damals 18-Jährige aus Tschechien an drei unbekannt gebliebene Zuhälter verkauft haben. Die Angeklagten hätten die Hälfte der Prostitutionseinnahmen kassiert. „Um ihre Leistungsfähigkeit zu steigern, wurde der Zeugin die Droge Crystal Meth verabreicht“, heißt es in der Anklage. Als die Geschädigte nicht genügend verdiente, sei sie misshandelt worden.

Den Ermittlungen zufolge musste sich die 18-Jährige in Dresden, Leipzig, Brandenburg und schließlich Berlin prostituieren. Teilweise sei der Zeugin nicht einmal Geld für Essen geblieben. Nach einigen Monaten habe die 18-Jährige fliehen können. Der Prozess wird am 12. Februar fortgesetzt

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