Nach Tötung von Pfarrer in Freiburg - Einweisung in die Psychiatrie

Nach Tötung von Pfarrer in Freiburg - Einweisung in die Psychiatrie

Er dachte, er müsse die Welt retten. Deshalb erstach ein Mann 2014 einen evangelischen Pfarrer. Das Landgericht Freiburg hat nun entschieden: Der Mann ist unheilbar krank.

Landgericht Freiburg

Das Gericht erklärte den 31 Jahre alten Täter am Freitag für schuldunfähig und ordnete seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an. "Erschüttert und fassungslos stehen wir vor der Tat", sagte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung am Freitag. Weil der Angeklagte psychisch krank ist und unter Wahnvorstellungen leidet, sei er Täter und zugleich das Opfer seiner Krankheit.

Im Juni 2014 hatte der Mann einen 55-jährigen Seelsorger und Familienvater während eines Gesprächs im Pfarrhaus mit einem Küchenmesser erstochen. Einem Gutachten zufolge leidet der Täter an einer halluzinatorischen Schizophrenie. Offenbar habe der Täter den Pfarrer für Satan gehalten. Er habe keinen anderen Ausweg gesehen, als den Pfarrer zu töten. Eine höhere, himmlische Macht habe ihn dazu getrieben, so der Gutachter.
Polizei nahm Anrufe nicht ernst

Nach Auffassung des Gutachters ist die psychische Krankheit des Mannes nicht heilbar, könnte aber mithilfe von Medikamenten unter Kontrolle gebracht werden. Kurz vor der Tat hatte der Mann wiederholt die Polizei angerufen und um Hilfe gegen den Pfarrer gebeten. Doch dort wurden die Anrufe nicht ernst genommen.

Stand: 06.02.2015, 16.29 Uhr

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Erscheinungsdatum: 
06.02.2015
Fundstelle: 
http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/nach-mord-an-pfarrer-in-freiburg-taeter-in-psychiatrie-eingewiesen/-/id=1622/nid=1622/did=15030614/5tvsla/

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