Macheten-Mann entgeht der Psychiatrie

Neuötting/Traunstein | 02.02.2015 | 12:57 Uhr
Macheten-Mann entgeht der Psychiatrie

Unter anderem wegen Bedrohung musste sich der "Macheten-Mann", hier mit Anwalt Jörg Zürner, vor Gericht verantworten. Die Anklage sieht ihn als Gefahr für die Allgemeinheit. − Foto: Kleiner

Unter anderem wegen Bedrohung musste sich der "Macheten-Mann", hier mit Anwalt Jörg Zürner, vor Gericht verantworten. Die Anklage sieht ihn als Gefahr für die Allgemeinheit. − Foto: Kleiner

Alkoholentzug statt Psychiatrie – so lautet das Urteil des Landgerichts Traunstein gegen einen als "Macheten-Mann" bekannt gewordenen 47-Jährigen aus Neuötting. Die Richter folgten am Montag weitgehend dem Ansinnen von Verteidiger Jörg Zürner und schickten den gelernten Metzger für bis zu zwei Jahre in den stationären Entzug. Die Forderung von Staatsanwalt Björn Pfeifer, den 47-Jährigen in eine Psychiatrie einzuweisen, wies die Strafkammer ab.

Für so einen schwer wiegenden Eingriff in die Persönlichkeitsrechte reiche die Schwere der Tat nicht aus. Zudem fehle es an Verhältnismäßigkeit – schließlich bedeute eine Unterbringung angesichts der Persönlichkeitsstörung des Mannes einen langjährigen Zwangsaufenthalt in der Psychiatrie. Ein stationärer Alkoholentzug könne dagegen auf kürzere Zeit begrenzt werden.

Eine normale Bestrafung war für den 47-Jährigen von vornherein nicht infrage gekommen. Aufgrund seiner starken Alkoholabhängigkeit in Verbindung mit der Persönlichkeitsstörung betrachtete ihn selbst die Staatsanwaltschaft als nicht schuldfähig. Das Urteil ist bislang nicht rechtskräftig.

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Erscheinungsdatum: 
02.02.2015
Fundstelle: 
http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_altoetting/landkreis_altoetting/1576152_Macheten-Mann-entgeht-der-Psychiatrie.html

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