Sie erstach ihren Vermieter: Blut-Frau freigesprochen!

Sie erstach ihren Vermieter: Blut-Frau freigesprochen!

Sie erstach ihren VermieterBlut-Frau
freigesprochen!
Sie muss aber in die Psychiatrie

29.01.2015 - 17:25 Uhr

Saarbrücken – Es waren schockierende Bilder: Blutüberströmt saß Melanie S. (46) am Straßenrand. Kurz zuvor hatte sie ihren Vermieter Gerold B. († 72) erstochen.

Insgesamt 9-mal stach sie am 16. Juli 2014 mit einen Küchenmesser (Klingenlänge: 30 cm) auf den 72-Jährigen ein. Der Mann verblutete.

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Vergrößern Die Leiche des getöteten Vermieters wird abtransportiert Die Leiche des getöteten Vermieters wird abtransportiert
Foto: Simon Mario Avenia

Vorsitzender Richter Gerd Seidel: „Auf Grund einer schweren Persönlichkeitsstörung ist sie schuldunfähig.“ Er ordnete aber an, sie in einer psychiatrischen Klinik unterzubringen. „Sie braucht eine engmaschige Betreuung.“

Das Gericht folgte damit dem Plädoyer von Oberstaatsanwalt Wolfgang Lauer, der von einem „Notwehr-Exzess“ sprach: „Sie hat aus Furcht und Schrecken vor ihrem Vermieter gehandelt.“

Verteidiger Walter Teusch beantragte einen Freispruch – ohne Zwangsunterbringung in eine Klinik.
Vergrößern Melanie S. soll ihren Vermieter erstochen haben. Hier mit ihrem Rechtsanwalt Walter Teusch Melanie S. soll ihren Vermieter erstochen haben. Hier mit ihrem Rechtsanwalt Walter Teusch
Foto: www.fotoschlichter.de

Für ihn steht fest: Der 1,85 Meter große Mann sei gegen ihren Willen in ihre Wohnung gekommen. Seine Mandantin (1,68 Meter) habe sich bedroht gefühlt.

Gutachterin Dr. Birgit Leibnitz schloss nicht aus, dass Melanie S. auf Grund ihrer Psychose die Situation falsch intepretiert hat. Auch eine „akute Bewusstseinsstörung“ könnte bei der manisch depressiven Angeklagten vorliegen. Die Voraussetzungen für eine Zwangseinweisung in eine Klinik seien gegeben.

Gezeigt wurden von den Rechtsmedizinern Dr. Peter Schmidt und Dr. Frank Ramsthaler in der Verhandlung Fotos vom Tatort: mehrere große Blutlachen auf dem Boden der Wohnung, Blutspritzer an der Kücheneinrichtung!

Das Opfer wies Stiche im Hals- und Gesichtsbereich, an beiden Schultern, am Brustkorb, am Oberschenkel (fast 16 cm tief) und am unteren Rücken (fast 17 cm tief) auf. Abwehrverletzungen wurden nicht gefunden ...

Verteidiger Teusch will das Urteil prüfen, denkt über Revision nach.

Melanie S. ließ sich regungslos abführen, wurde wieder in die psychiatrische Klinik nach Klingenmünster gebracht.

Zum (externen) Originaltext

Erscheinungsdatum: 
29.01.2015
Fundstelle: 
http://www.bild.de/regional/saarland/prozess/urteil-gegen-messerstecherin-39547922.bild.html

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