Fall Jasmin: Mord-Motiv war Gier nach Sex

Fall Jasmin: Mord-Motiv war Gier nach Sex

Leipzig - „Seine sexuelle Begierde führte in die Katastrophe“ - nach Ansicht des renommierten Psychiatrie-Professors Hans-Ludwig Kröber (64) hatte der Mord an Disco-Mädchen Jasmin K. (19) einen sexuellen Hintergrund.

Die Tötung hat er gestanden, aber das Motiv kann sich Sebastian S. (24) angeblich nicht erklären. Gerichtspsychiater Kröber, der den Angeklagten mehrfach untersuchte, hält das für pure Verdrängung.

Der Gutachter geht viel mehr davon aus, dass der Arbeitslose auf die Freundin seines besten Kumpels schon lang ein Auge hatte.

Auf der Heimfahrt von der Frohburger Disco „blue“ habe S. seinen bis dato unterdrückten Begehrlichkeiten dann freien Lauf gelassen.

Auf die Zurückweisung reagierte der Angeklagte mit extremer Gewalt. Zuerst schlug er das Mädchen bewusstlos, dann würgte er es. Laut Anklage vergewaltigte Sebastian die halbtote Jasmin danach und strangulierte sie. Der Angeklagte hingegen behauptet, sich erst an der Leiche sexuell vergangen zu haben.

„Das war nicht pathologisch motiviert, sondern ein nicht durchdachtes Tatgeschehen, das sich rasch und intensiv entwickelte“, so Kröber.

Der Psychiater beschreibt den Angeklagten, der als Jugendlicher der „Schutzstaffel Borna“ angehörte und sich SS-Runen auf die Wade tätowieren ließ, als „äußerst hart“, mit „aggressiver Durchsetzungsbereitschaft“.

Eine krankhafte Störung konnte Kröber bei S. aber nicht ausmachen, weshalb er ihn für voll schuldfähig hält. Der Prozess wird fortgesetzt.

Zum (externen) Originaltext

Erscheinungsdatum: 
28.01.2015
Fundstelle: 
https://mopo24.de/nachrichten/motiv-des-moerders-war-sexgier-4165

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