Immer mehr Selbsthilfegruppen für Junge mit Depression und Burnout

24.01.2015
Immer mehr Selbsthilfegruppen für Junge mit Depression und Burnout

Nachfrage steigt weiter Für beinahe jede Sorge oder Krankheit gibt es in Bayern auch Selbsthilfegruppen. Rund eine halbe Million Menschen nutzt solche Angebote. Und es gibt auch immer wieder Neugründungen. Auffällig ist, dass immer mehr junge Leute Hilfe suchen.

Überarbeitung und Stress sind schon länger ein Thema in der Gesellschaft. Dementsprechend viele Selbsthilfegruppen für psychosoziale Themen gibt es in Bayern. Und die Nachfrage ist ungebrochen. »Es ist ein Trend, dass diese Gruppen ganz stark wachsen. Dabei wird die Hitliste angeführt von den Depressionen«, sagte Theresa Keidel, Geschäftsführerin der Selbsthilfekoordination (Seko) Bayern, der Deutschen Presse-Agentur.

Bayernweit gibt es der Seko zufolge rund 11 000 verschiedene Selbsthilfegruppen zu etwa 900 verschiedenen Themenfeldern und mit etwa einer halben Million Mitgliedern. Die Würzburger Netzwerkstelle unterstützt und vernetzt seit mehr als zehn Jahren diese Gruppen.

Bemerkenswert sei zudem, dass die Gruppenteilnehmer immer jünger werden. »Gerade bei den jungen Depressiven oder Menschen mit Burnout haben wir derzeit viele Gruppenneugründungen«, sagte die Sozialpädagogin. Hauptgründe seien die gestiegenen Leistungsanforderungen. »Schon die Jugendlichen stehen heutzutage unter enormem Druck. Sie können nicht mehr so unbeschwert aufwachsen und gleichzeitig sind die Familiennetzwerke weniger geworden.«

Auch für moderne Themen wie Online-, Kauf-, Medien-, Rollenspiel-, Sex- oder Kommunikationssucht würden derzeit deutlich mehr Selbsthilfegruppen gegründet als noch vor zehn Jahren.

Doch die Selbsthilfe steht auch vor Herausforderungen. »In den Selbsthilfegruppen, die sich bereits etabliert haben und die als vierte Säule des Gesundheitssystems akzeptiert sind, fehlt der ehrenamtliche Nachwuchs«, sagt die Seko-Geschäftsführerin. Die Ehrenamtlichen, die somatisch chronische Krankheiten wie Rheuma, Diabetes oder Krebs, betreuen, engagierten sich meist in vielen verschiedenen Gremien zugleich. »Sie werden als Gesprächspartner viel nachgefragt. Da hat der Erfolg die Selbsthilfe auch ein bisschen eingeholt. Nun kommen die Ehrenamtlichen an ihre Kapazitätsgrenze«, sagte Keidel. dpa

Zum (externen) Originaltext

Kommende Termine

Benutzeranmeldung