Schweiz: Notfall-Psychiatrie ist in Biel ungenügend!

GROSSER RAT
20. Januar 2014, 08:00

Notfall-Psychiatrie ist in Biel ungenügend!

Die Bieler Grossrätin Daphné Rüfenacht (Grüne) findet die Regelung für psychiatrische Notfälle ungenügend. In einer Interpellation fordert sie einen 24-Stunden-Dienst.
Psychiatrische Notfälle ausserhalb der Bürozeiten werden in Biel durch den Notfallarzt unter anderem an das Spitalzentrum überwiesen,
«In Biel fehlt ein Notfalldienst für Psychiatrie ab 17.30 Uhr und an Wochenenden», schreibt Rüfenacht in einem Vorstoss, den sie zusammen mit ihrem Berner Fraktionskollegen Hasim Sancar eingereicht hat. Die Psychiatrischen Dienste Biel-Seeland an der Mühlebrücke 14 seien nur zu den Bürozeiten geöffnet. Psychiatrische Notfälle ausserhalb der Bürozeiten würden durch den Notfallarzt an die Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD), die Psychiatrische Klinik in Bellelay oder an das Spitalzentrum Biel überwiesen.
Für Menschen, die ausserhalb von Bürozeiten in akute psychische Krisensituationen kämen, sei diese Ausgangslage «äusserst schwierig», finden die zwei Interpellanten. Überdies könne das fehlende Angebot in Biel zu unnötigen stationären Einweisungen führen. Es brauche für die Region «ein niederschwelliges Angebot rund um die Uhr», fordern sie, die psychiatrische Notfallversorgung müsse auch ausserhalb der Bürozeiten gewährleistet sein.
Konkret fragen sie den Regierungsrat an, ob er die aktuelle Praxis in der Region nicht auch als unbefriedigend ansehe, sowie, ob es stimme, dass in Biel niedergelassene Psychiater «einen Betrag bezahlen können, um den Notfalldienst nicht übernehmen zu müssen und daher indirekt zur festgestellten Unterversorgung beitragen». Zudem wollen sie wissen, was die Regierung zu tun gedenke, um die Situation in der Region zu verbessern - ob sie den Aufbau einer 24-Stunden-Notfall-Psychiatrie als möglichen Ansatz ansehe. bk

Zum (externen) Originaltext

Kommende Termine

Benutzeranmeldung