Messerattacke auf Mutter 22-Jähriger muss in die Psychiatrie

Messerattacke auf Mutter 22-Jähriger muss in die Psychiatrie
Während eines psychotischen Schubs hat ein junger Mann geglaubt seine Mutter wäre vom Teufel besessen. Er tötet sie mit mehreren Messerstichen. Besonders tragisch: Eigentlich hatten Mutter und Sohn ein gutes Verhältnis. Jetzt hat das Landgericht Regensburg entschieden: Er muss dauerhaft in die Psychiatrie.
Stand: 20.01.2015

Der heute 22 Jahre David F. leidet unter Schizophrenie und ist schuldunfähig. Er war im vergangenen Mai mit einem Küchenmesser auf seine Mutter losgegangen. Während eines akuten psychotischen Schubs hatte er geglaubt, die 56-Jährige sei vom Teufel besessen. David F. ist seit der Tat im Bezirkskrankenhaus Straubing untergebracht. In den Augen der Regensburger Richter ist der junge Mann nach wie vor gemeingefährlich. Eine Aussicht auf Besserung seines Gesundheitszustands bestünde nicht.
Auch Richter zeigt sich betroffen
Der Vorsitzende Richter Werner Ebner zeigte sich bei der Urteilsverkündung persönlich betroffen. Kein Fall, mit dem sich seine Strafkammer in den vergangenen Jahren beschäftigen musste, habe eine vergleichbare menschliche Tragik besessen, sagte der Richter.
Den Täter, der bei der Urteilsverkündung nicht persönlich anwesend war, beschrieb Richter Ebner in seiner Urteilsverkündung als überdurchschnittlich intelligenten, musisch begabten Menschen. An den Psychosen litt David F. schon seit Jahren. Immer wieder war er dabei auch gewalttätig geworden. In einem Fall hatte er seine Mutter so heftig geschlagen, dass diese einen Jochbeinbruch erlitt.
Der Fall sei auch deshalb besonders tragisch, weil die Mutter bereits 1985 Opfer eines schweren Verbrechens war, erinnerte Richter Ebner in seiner Urteilsbegründung. Die Frau war damals vergewaltigt worden. Sie sei damals dem Tod nur knapp entgangen, sagte Ebner.
Gutes Verhältnis zur Mutter
Der 22-Jährige war vor der Bluttat in ambulanter psychiatrischer Behandlung. Regelmäßige Medikamentengaben sollten eigentlich dafür sorgen, die Wahnvorstellungen und Gewaltausbrüche zu verhindern. David F. war als uneheliches Kind zur Welt gekommen. Die alleinerziehende Mutter habe sich aufopferungsvoll um ihn gekümmert, sagte Richter Ebner. Seit seiner psychischen Erkrankung sei die Mutter auch die einzige ständige Bezugsperson für David F. gewesen.

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Erscheinungsdatum: 
20.01.2015
Fundstelle: 
http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/inhalt/prozess-sohn-ersticht-mutter-regensburg-100.html

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