Partnerin totgeprügelt: Acht Jahre Psychiatrie

20.01.2015 17:42 Uhr
Partnerin totgeprügelt: Acht Jahre Psychiatrie

Der 51-Jährige hat seine Partnerin zu Tode gequält.
Wegen des grausamen Totschlags seiner Lebensgefährtin ist ein 51-jähriger Hamburger am Dienstag zu acht Jahren Haft und Unterbringung in der Psychiatrie verurteilt worden. Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass er seine 39-jährige Partnerin ans Bett gefesselt und ihr mehrfach ins Gesicht geschlagen hatte. Stunden nach der Tat, die laut Vorsitzendem Richter an "Folterszenarien aus dem Mittelalter" erinnerte, erstickte die von Alkohol und Schlafmitteln betäubte Frau am eingeatmeten Blut. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von neun Jahren gefordert.
Sadismus und Eifersucht
Während des Prozesses waren zahlreiche brutale Details der nächtlichen Tat im Mai 2014 bekannt geworden. Der Mann hatte sie nach Überzeugung des Gerichts aus Sadismus und aus Eifersucht auf Kneipenbekanntschaften seiner Partnerin begangen. Laut Urteilsbegründung soll er nach den Schlägen unter anderem auf seine Lebensgefährtin uriniert haben. Zuvor habe der Angeklagte der asthmakranken Frau in der gemeinsamen Wohnung in der Kieler Straße die Kleider vom Leib gerissen und ihr mehrfach Wäsche aufs Gesicht gedrückt. Sie erlitt mehrere Brüche im Gesicht. Statt Hilfe zu holen, setzte sich der Mann nach der Attacke neben das Bett. Er alarmierte die Rettungskräfte erst am nächsten Vormittag, als sein Opfer kein Lebenszeichen mehr von sich gab.
Psychische Störungen
"Der Fall hebt sich wegen seiner Grausamkeit von der Masse der Fälle am Schwurgericht ab", sagte der Richter. Mord habe dem gelernten Gärtner bei der demütigenden, aber spontanen Tat dennoch nicht bewiesen werden können. Das Strafmaß begründete der Vorsitzende Richter unter anderem mit der eingeschränkten Schuldfähigkeit des Mannes, der an mehreren psychischen Störungen leide. Dazu zählten seine geringe Intelligenz und eine sogenannte seelische Abartigkeit.
Der Angeklagte schwieg im Prozess zu den Vorwürfen und räumte laut Vorsitzendem Richter erst in seinem Schlusswort das Geschehen ein, indem er sagte, es tue ihm leid. Dank der Angaben, die der mehrfach vorbestrafte Mann zuvor bei der Polizei und dem Haftrichter gemacht hatte, habe ihn das Gericht dennoch verurteilen können.

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Erscheinungsdatum: 
20.01.2015
Fundstelle: 
http://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Partnerin-totgepruegelt-Acht-Jahre-Psychiatrie,prozess2462.html

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