Selbsthilfe Gruppe bei Depression Ein Schritt aus der Isolation

19.01.2015
Selbsthilfe Gruppe bei Depression Ein Schritt aus der Isolation

Westerkappeln/Tecklenburger Land -
Für Menschen mit Depression ist der Winter eine schwierige Zeit.Die Westerkappelnerin Manuela Beckmann hat ihr eigenes Rezept gefunden, sich Gutes zu tun. Sie ist in einer Selbsthilfegruppe Depression, und sie organisiert diese Gruppe.

In der dunklen Jahreszeit, wenn statt blauem Himmel graue Wolken den Tag bestimmen, fällt es vielen Menschen schwer, sich die gute Laune zu erhalten. Dem einen helfen heißer Tee und ein kuscheliges Sofa, um es sich gut gehen zu lassen. Doch für Menschen mit Depression ist der Winter eine schwierige Zeit.Die Westerkappelnerin Manuela Beckmann hat ihr eigenes Rezept gefunden, sich Gutes zu tun. Sie ist in einer Selbsthilfegruppe Depression, und sie organisiert diese Gruppe.
Seit vier Jahren gibt es die Gruppe von Manuela Beckmann. Ein Artikel in der Zeitung machte sie darauf aufmerksam. „Die ganze Woche habe ich damals überlegt. Gehst du hin, gehst du nicht“, erzählt sie. Das ständige Kreisen der Gedanken um ein Thema ist typisch für Menschen mit Depression. Die Westerkappelnerin hat sich aufgemacht und sagt heute: „Ich bin so froh darüber.“
Gleich in der ersten Stunde übernahm sie den Schlüssel für den Gruppenraum. Inzwischen verwaltet sie das Gruppenkonto, organisiert und bezahlt die Referenten, die die Frauen und Männer zu sich einladen. Auch das Sparschwein der Runde ist in ihren Händen. Manuela Beckmann bekommt die Post für die Gruppe und leitet sie weiter. Im Büro für Selbsthilfe und Ehrenamt in Osnabrück ist ihre Adresse hinterlegt.
„Alles, was für die Gruppe organisatorisch wichtig ist, das mache ich“, fasst sie zusammen. Wenn jemand öfter fehlt, hakt sie nach, ruft an. „Wir sind eine Depressionsgruppe. Da macht man sich schnell Sorgen.“
Wichtig ist ihr, dass allen Teilnehmern klar ist, sie ist nicht die Leiterin der Gruppe. Frühere Mitglieder hätten ihre Rolle und die damit verbundenen Aufgaben missverstanden. Sie luden ihre Probleme bei der 52-Jährigen ab. Doch das könne sie nicht tragen, denn sie sei selber betroffen. Inzwischen sei das Verhältnis wieder geklärt. „Ich kümmere mich. Das wissen die anderen, und das ist okay.“
Seit vier Jahren treffen sich die Frauen und Männer einmal in der Woche. Inzwischen sind sie eine geschlossene Gruppe. Sie wollen sich mehr auf sich konzentrieren. „Wir haben alle eine ganz unterschiedliche Geschichte, warum wir an Depression erkrankt sind. Hier fühlen wir uns verstanden und aufgehoben“, weiß Manuela Beckmann zu berichten. Die Gruppe und das Vertrauen in die Mitglieder sei ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens geworden. „Alles, was wir besprechen, bleibt im Raum. Wir weinen miteinander, aber wir lachen auch viel.“ Natürlich ersetze eine Selbsthilfegruppe keine Therapie oder Medikamente, aber es sei ein Schritt raus aus der Isolation. „Hier sagt keiner: Stell Dich nicht so an.“
Zum Beginn der Gruppe sah Manuela Beckmann das Organisieren als Beschäftigung. „Heute ist es mir wichtig“, erklärt sie. „Ich möchte die Gruppe erhalten. Ich möchte, dass es weitergeht.“ Mit einigen Frauen und Männern aus der Runde verbinde sie inzwischen Freundschaft. Sie treffen sich auch in der Freizeit und unterstützen sich gegenseitig zum Beispiel bei Umzügen.
► Informationen zur Selbsthilfegruppe Depression im Büro für Selbsthilfe und Ehrenamt im Haus der Gesundheit, Hakenstraße 6, Osnabrück. ✆ 05 41/5 01 31 33 und -5 01 35 33, E-Mail: buero-selbsthilfe@landkreis-osnabrueck.de
„„Ich bin so froh darüber.“
Manuela Beckmann über ihre Entscheidung,, die Gruppe zu besuchen

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