Wünsche zur Behandlung psychischer Erkrankungen

Es ist immer gut, Träume zu haben. So ergeben sich weniger wichtige und wichtigere Ziele. Wir wünschen uns für die Behandlung seelischer Krankheiten die folgenden Rahmenbedingungen:

  • Die Adherence-Therapie geht davon aus, dass die Ambivalenz als fester Bestandteil zum menschlichen Leben dazugehört. Im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen wird die erleben die Betroffenen es als ambivalent, dass Medikamente zur allseitigen Zufriedenheit der Fachwelt nach dem aktuellen medizinischen Wissensstand vergeben werden. Die Ambivalenz kann so weit gehen, dass die Betroffenen für ihr Leben lang traumatisiert werden.
  • Wenn es zum Abbruch von Therapien kommt, dann liegt das nicht automatisch allein am Patienten
  • Langfristige Therapieempfehlungen lassen sich erst dann erfolgreich umsetzen, wenn zwischen Professionellen und Betroffenen eine tragfähige Beziehung aufgebaut wurde. Diese Beziehung ist zentrales Element all der anderen wirksamen Faktoren, die die Umsetzung beeinflussen. Es liegt also nicht allein am Willen oder Unwillen des Patienten, ob die Therapieempfehlung auch Erfolg hat.
  • Die Anwendung von Adherence als pflegerische Intervention hat nicht nur die Einnahme von Arzneien oder die strikte Befolgung der geplanten Maßnahme im Auge, sondern verfolgt auch ein Krankheitsmanagement zwischen dem Patienten und den Behandlern.
  • Im Zuge eines Empowerments erläutern die Professionellen des Gesundheitswesens dem Patienten gegenüber ihre fachlich begründete Sicht der Dinge. Zugleich erfragen sie deren Meinung, um die Eigenkompetenz des Patienten im Umgang mit seiner Erkrankung zu stärken und um die Krankheit besser im Leben zu integrieren. Die Adherence-Therapie deckt sich hier mit dem Empowerment-Grundsatz.
  • Folglich ist es wichtig für den Pflegenden, Interesse am Patienten zu zeigen. Dazu sind dessen Meinung, Wertvorstellungen und empfundenen oder tatsächlichen Barrieren seitens des Patienten zu erfragen.
  • Dem Patienten ist mehr Mitspracherecht einzuräumen. Also kommt es auch auf die Fähigkeit des Behandelnden an, mit dem Patienten zusammen Entscheidungsfindungen zu entwickeln.
  • Die Begegnung mit psychiatrischen Krankheiten ist geprägt von vielen Ungewissheiten. Es stellt sich erst später heraus, ob eine Therapieentscheidung nun richtig war. Es ist von vitalem Interesse, dass sowohl der Patient als auch der Behandler es lernen, damit umzugehen.
  • Der Pflegende bedarf nicht nur des Wissens um Fakten, sondern auch des Wissens darüber, welche Strategie erfolgreich ist oder hilfreich sein könnte. Dabei gilt es zu beachten, dass keine Intervention bei allen Patienten gleich wirkt. Das gilt auch für die Medikamente. Es gibt Menschen mit Psychosen, die von Medikamenten profitieren. Andere bleiben auch ohne Medikamente gesund und es gibt Menschen, die trotz der Medikamente wieder erkranken.
  • Der Behandler bedarf der Fähigkeit der Selbstreflexion
  • Zielsetzungen
    • Verhaltensänderung: Der Patient soll befähigt werden, aus eigenr Kraft heraus und auf der Grundlage eigener Entscheidung therapeutische Empfehlungen langfristig umzusetzen.
    • Informierte Entscheidungsfindung: Der Patient soll auch dazu befähigt werden, eine fundierte und zur eigenen Lebenssituation passende Entscheidung gegen die Einnahme von Medikamenten zu treffen.
    • Der Ausbau der Eigenverantwortung im pflegerischen und therapeutischen Bereich.
    • Die Berücksichtigung der persönlichen Wünsche des Patienten im Rahmen der Behandlung
    • Die kooperative Zusammenarbeit zwischen Pflegenden und Patienten, so dass der Patient seine Sorgen und Ängste offen ansprechen kann.
    • Ein gemeinsames Bemühen darum, die Medikamentengabe auf Grundlage der informierten Entscheidung möglichst einfach zu gestalten und in den Tagesablauf des Patienten zu integrieren.

Auch heute noch sind Zwang und Zwangsbehandlung auf vielen Akutstationen üblich. Dies ist nicht akzeptabel und es müssen Alternativen gefunden werden, um psychische Krisen zu behandeln. Der unbedenkliche Umgang mit mehreren hochpotenten Neuroleptika, wie er derzeit vielerorts noch praktiziert wird, muss der Vergangenheit angehören ! Aus all den Mißständen resultiert die Drehtürpsychiatrie.

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