Fahrstuhlmord von Buxtehude - Schuldunfähig? Täter soll in die Psychiatrie eingewiesen werden

: 19.1.2015
Fahrstuhlmord von Buxtehude - Schuldunfähig? Täter soll in die Psychiatrie eingewiesen werden

Im November schockte ein 26-Jähriger Hamburg mit einer unerwarteten Tat: Völlig unerwartet zog er ein Messer und stach einen 61-Jährigen nieder - sein Enkel musste alles mitansehen. Die Staatsanwaltschaft beantragt jetzt die Umverlegung in eine Psychiatrie.

Am 31. Oktober des vergangenen Jahres fuhr der Rentner Tadeusuz K. mit seinem Enkel im Fahrstuhl eines Mehrfamilienhauses, um ihn zu seiner Mutter in den ersten Stock zu bringen. Beim Aussteigen zieht der Fremde, der zuvor mit ihnen im Fahrstuhl fuhr, ein Messer und rammt es dem 61-Jährigen unvermittelt in den Rücken.

Nachdem der Rentner den Fahrstuhl dann mit seinem 5-jährigen Enkel verließ und in den ersten Stock ging, brach er zusammen. Auf Hilferufe des Enkels rief eine Nachbarin dann den Rettungsdienst und den Hausmeister. Die Reanimationsversuche scheiterten und der 61-Jährige verstarb.

Der Täter, Markus S., wurde am selben Abend beim Schwarzfahren erwischt und saß dann in U-Haft. Laut Polizei war er zu Besuch bei einem Drogenabhängigen im 7. Stock zu Besuch gewesen.
Sekunden vor der Tat: Um 17.26 Uhr steht Tadeusz K. (61) mit seinem Enkel (5) vor dem Fahrstuhl. Der fremde Mann lehnt ruhig an der Wand.
Sekunden vor der Tat: Um 17.26 Uhr steht Tadeusz K. (61) mit seinem Enkel (5) vor dem Fahrstuhl. Der fremde Mann lehnt ruhig an der Wand.
Foto: Marius Röer

Die Staatsanwaltschaft Stade hat nun beim Landgericht beantragt, ein Sicherungsverfahren gegen den Täter zu eröffnen. „Ziel des Verfahrens ist die Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus“, sagte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Stade, Kai Thomas Breas. Momentan geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Beschuldigte an einer erheblichen psychischen Erkrankung leidet.

Diese soll auch Grund für die Tat des 26-Jährigen gewesen sein - weswegen er für die Tat nicht bestraft werden könne. Außerdem sei die öffentliche Sicherheit gefährdet, wenn der Täter nicht in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht sei.

Ob der Antrag auf das Sicherheitsverfahren gestattet wird, hat nun die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Stade zu entscheiden.

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Erscheinungsdatum: 
19.01.2015
Fundstelle: 
http://www.mopo.de/umland/fahrstuhlmord-von-buxtehude-schuldunfaehig--taeter-soll-in-die-psychiatrie-eingewiesen-werden,5066728,29609626.html

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