Lebensgefahr Depression

23. Mai 2014, 09:27

Psychiatrie Lebensgefahr Depression

Psychische Krankheiten wie Depressionen oder Schizophrenie senken die Lebenserwartung überraschend deutlich - zum Teil mehr als starkes Rauchen.

Dass Raucher früher sterben, hat sich herumgesprochen. Entsprechend rigoros und weitgehend erfolgreich führen Gesundheitspolitiker auf der ganzen Welt Kampagnen gegen den Konsum von Nikotin. Wenig bekannt hingegen ist, welche Lebensgefahr von psychischen Krankheiten ausgeht. Darauf weist ein Team um den Psychiater Seena Fazel von der University of Oxford in einer Metaanalyse im Fachmagazin World Psychiatry (online) hin: "Wir fanden heraus, dass manche psychische Krankheiten die Lebenserwartung ähnlich stark senken wie der Konsum von täglich 20 Zigaretten", sagt Fazel.

Die Forscher berufen sich auf die Analyse von 20 Überblicksarbeiten, in denen insgesamt 1,7 Millionen Patienten mit 21 unterschiedlichen psychiatrischen Diagnosen eingeschlossen waren; dabei wurden mehr als 250 000 Todesfälle in die Statistik einbezogen.

Es zeigte sich, dass Drogen-und Alkoholmissbrauch die Lebenserwartung je nach Studie durchschnittlich um neun bis 24 Jahre verringert; Schizophrenie raubt zehn bis 20 Jahre, bei Bipolaren Störungen sind es neun bis 20 Jahre, bei wiederholten Depressionen sieben bis elf Jahre. Schwere Raucher verlieren im Vergleich dazu etwa acht bis zehn Jahre.

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