Neue Herausforderung in Westerburg

Neue Herausforderung
16.01.2015

Michelle Bautz ist die neue Leiterin der Westerwälder Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (WeKISS) in Westerburg. Mit Beginn des Jahres trat die 32-Jährige ihre neue Stelle an.

Westerburg.
Michelle Bautz ist im Westerwald geboren und aufgewachsen. Ihr Studium der Erziehungswissenschaften, Kunstgeschichte und Philosophie absolvierte sie in Bonn. Im Jahre 2009 übernahm sie die Leitung einer Einrichtung für Familien schwer kranker Kinder in Köln und Sankt Augustin. „In dieser Tätigkeit kam ich erstmals mit den Bereichen ,Ehrenamt‘ und ,Hilfe zur Selbsthilfe‘ in Berührung“, berichtet Bautz. Mit einem Team von knapp 50 ehrenamtlichen Mitarbeitern, zwei Mitarbeitern im freiwilligen sozialen Jahr und drei Festangestellten führte sie ein Elternhaus, in dem Familien schwer erkrankter Kinder ein vorübergehendes Zuhause auf Zeit in unmittelbarer Nähe zum behandelten Kinderkrankenhaus finden konnten. Neben der Betreuung der Familien und dem Hausmanagement, galten ihre weiteren Schwerpunkte der Finanzierung und Öffentlichkeitsarbeit der Einrichtung.
Nach nahezu sechs Jahren sah sie sich nun einer neuen Herausforderung gewachsen. „Ich las die Stellenausschreibung und habe sofort reagiert.“ Die Zusage war für sie, Mann und Kind mit ein Grund, wieder in die alte Heimat zu ziehen. „Ich freue mich auf meine neue Aufgabe und bin gespannt auf das neue und breit aufgestellte Tätigkeitsfeld“, so die 32-Jährige.
Die bisherige Leiterin Vera Apel-Jösch hat mit der Gründung des Paritätischen Kompetenz-Zentrums „Leichte Sprache“ eine neue Aufgabe übernommen. Für sechs Monate steht sie nun noch ihrer Nachfolgerin als Mentorin zur Seite.
Als Apel-Jösch im August 2000 als freie Mitarbeiterin bei der WeKISS einstieg, hatte die Einrichtung jährlich rund 8000 Kontakte – heute sind es mehr als 20 000. Wie im Gespräch zu erfahren war, hat diese positive Entwicklung verschiedene Ursachen. Änderungen gab es im psychischen und psychosomatischen Bereich, neue Krankheitsbilder kamen hinzu. Die Selbsthilfe passte sich dem Bedarf an und spezialisierte sich. Außerdem änderte sich der öffentliche Blick auf die Selbsthilfearbeit. Sie wurde anerkannt und von vielen Stellen unterstützt.
Derzeit gibt es rund 850 Selbsthilfegruppen, die von der WeKISS betreut werden. Auch die Ärzte nehmen dieses Angebot ernst und geben ihren Patienten und auch deren Angehörigen den Hinweis, sich an diese Einrichtung zu wenden.
Ein Aushängeschild ist auch die Seniorenarbeit, die im Jahre 1997 mit einer großen Seniorenkonferenz in Hachenburg begann. Das Engagement der Wekiss wurde bereits mehrfach mit Auszeichnungen gewürdigt. Dazu gehört im Jahr 2000 der Generationenpreis des Landes Rheinland-Pfalz für das Projekt „Doppelklick statt Doppelherz“, bei dem Schüler Senioren das Internet erklärten. Im gleichen Jahr wurde die Ehrenamtsbörse Bürger-Aktiv-Westerwald (www.buerger-aktiv-westerwald.de) gegründet.
Zwei Jahre später rief Vera Apel-Jösch die Clowndoktoren ins Leben. 2004 gab es einen weiteren Generationenpreis für das von der WeKISS initiierte Generationenkabarett, welches noch heute in Hachenburg aktiv ist.
Natürlich musste sich das WeKISS-Team entsprechend entwickeln und mitwachsen. Neben den mittlerweile vier Angestellten und drei geringfügig Beschäftigten gibt es viele ehrenamtliche Mitarbeiter. Die Projektleitung zählt rund 100 und in den Selbsthilfegruppen sind es nochmals 850 Ehrenamtliche.
Die WeKISS befindet sich im Paritätischen Zentrum Westerburg, Neustraße 34, Tel. (02663) 2540. Weitere Infos unter: www.wekiss.de.

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