Drogen-Rapper drohen 7 Jahre Knast

13. Januar 2015

DOC MARTENZ AUS DUISBURG WAR FRÜHER CHEMIE-STUDENT
Drogen-Rapper drohen 7 Jahre Knast

Duisburg – „Hey, was geht?”, rief der Angeklagte in den Zuschauerraum. Dort saßen seine Kumpel. Dann machte er das Siegeszeichen und versteckte sein Gesicht feige hinter einem Aktenordner...
Es ist Rapper „Doc Martenz“ aus Duisburg, mit bürgerlichem Namen Marten M. (24), der sich wegen Drogenmissbrauchs und Drogenhandels vorm Landgericht verantworten muss.
VergrößernSeinen Umgang mit Drogen lebt Doc MArtenz auch in seinen Songs und Videos aus Seinen Umgang mit Drogen lebt Doc Martenz auch in seinen Songs und Videos aus
Foto: Privat
Man kann nur hoffen, dieser Jung-Schnösel wird mal ein besserer Chemiker, denn musikalisch und drogentechnisch ist er eine Voll-Niete! Nach dem Abi und seiner Ausbildung zum Chemielaboranten studierte er Chemie – geriet aber ordentlich auf die schiefe Bahn.

Der Schmalspur-Hip-Hopper (Titel: „Rap aus Frust”/Textbeispiel: „Ich mache aus Deiner Haut T-Shirts aus Leder...”) ist vorbestraft (u.a. Körperverletzung), steht noch unter Bewährung.
In den vergangenen Jahren soll er versucht haben, Drogen zu brauen, Amphetamine – in der Küche seiner Mutter. Aber auch das misslang. Mehr als eine schwarze Masse sei nicht herausgekommen.
Er tat sich wohl mit einem holländischen Profi zusammen, der ein Labor hatte. Sie verkauften Amphetamine von minderer Qualität – nahmen für größere Lieferungen schon mal 14.000 Euro ein.
VergrößernIn einem Rap-Video raucht Dr. Martenz an einer Bong In einem Rap-Video raucht Dr. Martenz an einer Bong
Foto: Privat
Bei einem chinesischen Lieferanten hatten sie laut Anklage zuvor für 1200 Dollar 100 Kilo „Apaan” („Der Stoff, aus dem die Horrordrogen sind“) bestellt. Mit der stechend nach Bittermandel riechenden Chemikalie werden Amphetamine wie Crystal Meth hergestellt.
Bei seiner Festnahme sicherten Beamte Kanister mit 13 Litern Amphetaminöl, 30 kg Marihuana, 2000 Ecstasy-Tabletten, 2,8 Kilo Liquid Ecstasy.
Am Dienstag einigten sich die Parteien auf einen Strafrahmen. Denn „Doc Martenz” küdigte an, am nächsten Verhandlungstag ein Geständnis abzulegen. Fünf bis sieben Jahre würde er in den Knast müssen.

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