Entstigmatisierung durch Schulprojekte

Entstigmatisierung psychisch Kranker durch Schulprojekte

Schulprojekte

Auf die Entstigmatisierung bezogen entfalten die Vermittlung von Informationen die Krankheit betreffend im Zusammenspiel mit direktem Kontakt zu den Betroffenen selbst die größte Wirkung. Schulprojekte koppeln nun die Information mit der Begegnung. Zusätzlich kann eine intensive Öffentlichkeitsarbeit dazu beitragen, diese Projekte bekannter zu machen und das Interesse von Lehrern, Eltern und Schülern soweit zu wecken, dass zum einen die Projekte an den Schulen mehr Verbreitung haben und zum anderen ein positiveres Bild vermittelt wird.

Zielgruppe

Die Jugendlichen geben eine gute Zielgruppe ab, weil sie an den Schulen gut erreichbar sind. Zudem sind sie (Richter Werling und Angermeyer 2003) in ihrer Einstellung neugierig und offen dafür, sich über die Komplexität des menschlichen Lebens Gedanken zu machen. Dazu kommt, dass Vorurteile der Jugendlichen leichter beeinflussbar sind als bei Erwachsenen, weil sie in diesem Alter noch nicht gar so fest verwurzelt sind (ebd.). Die Schüler haben zwar große Wissenslücken bezüglich psychischer Krankheit, doch zeigen sie großes Interesse daran, mehr darüber in Erfahrung zu bringen (Meise, Sulzenbacher und Hinterhuber 2001). So ist es ein erklärtes Ziel der Schulprojekte, die Schüler über seelische Erkrankung aufzuklären und dabei Vorurteile und falsche Vorstellungen aufzugreifen, um ihnen mit gezielter und korrekter Information entgegenzuwirken. Im Rahmen von Schulprojekten kommen die Schüler in Kontakt mit den Betroffenen und erhalten Informationen und Antworten auf ihre brennenden Fragen direkt aus erster Hand. Die Begegnung trägt dazu bei, Berührungsängste abzubauen.

Kontaktaufnahme

Schulprojekte setzen das Einverständnis der Schulen zur Teilnahme voraus. Seelische Gesundheit und psychische Krankheit gehören bislang noch nicht zum Unterrichtsstoff (Angermeyer und Richter-Werling 2003). Deshalb muss dieses Wissen von außen an die Schüler herangetragen werden. Die Kontaktaufnahme zu den Schulen erfolgt bei „Irrsinnig menschlich e.V.“ regelmäßig durch ein infomatives Anschreiben, welches auf die Existenz des Projekts aufmerksam machen und Interesse wecken soll. Im besten Falle nimmt dann die Schule Kontakt auf zur entsprechenden Regionalgruppe. Ansonsten rufen die Initiatoren die Schule an, um herauszufinden, ob Interesse an einem Schulprojekt besteht. Falls dies zutrifft, wird alles Weitere persönlich besprochen.

Schulprojekt der Antistigma-Kampagne Münster

Organisation

Dabei handelt es sich um eine Initiative des „Vereins der Angehörigen psychisch Kranker Münster e.V.“. Zu den Mitwirkenden gehören viele Einzelpersonen, Einrichtungen, Angehörige und Betroffenen mit Psychiatrieerfahrung. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung und durch EU-Mittel seitens des Europäischen Jahrs der Menschen mit Behinderung. Knapp 500 Schüler aus drei Schulen (neunte und zehnte Klassen aus einem Gymnasium und zwei Gesamtschulen) konnten in den drei Wochen Laufzeit Ende 2003 erreicht werden. Eine Veranstaltung dauerte dabei 180 Minuten (vier Schulstunden). Die Moderation übernahmen sechs speziell geschulte Studenten mit pädagogischem Hintergrund und zehn Betroffene. Die Experten aus eigener Erfahrung litten zumeist an Schizophrenie und weniger an affektiven Störungen. Die Moderatoren und die Betroffenen lernten sich im Vorfeld bei Vortreffen näher kennen.

Konzept

Die Münsterianer arbeiten in mehreren Unterrichtsblöcken. Ein Lehrer kann, muss aber nicht anwesend sein. Zunächst erfolgt die Begrüßung der Klasse durch die beiden Moderatoren und danach das anonyme und freiwillige Ausfüllen eines Fragebogens (429 der 467 Schüler nahmen daran teil), der später ausgewertet wird. Dann teilt man die Klasse in zwei gleichstarke Gruppen auf, die je einem Moderator zugeordnet werden. Die Schüler sitzen dann in einem Stuhlkreis, um eine offene Atmosphäre zu schaffen.
Dann erfolgt die Einführung in das Thema „seelische Erkrankung“. Bearbeitet werden dann Fragestellungen wie „Was ist normal und was verrückt?“, „Warum gehen wir mit seelischen Erkrankungen anders um als mit körperlichen?“ und „Welche Informationen vermittelt das Fernsehen über psychisch Kranke?“. Die Schüler sind dabei dazu angehalten, sich mit ihren eigenen Vorstellungen über die Betroffenen auseinander zu setzen. Danach werden Arbeitsgruppen gebildet aus jeweils höchstens fünf Schülern. Die Schüler sind nämlich in kleineren Gruppen eher bereit, sich offen zu beteiligen und Hemmungen abzubauen (Schröder 2000). Jede Gruppe erhält den Auftrag, in zehn Minuten ein Plakat zu erstellen zum Thema „Seelische Erkrankungen“. Die Schüler sind dabei dazu angehalten, ihre Gedanken zum Thema aufzuschreiben und bringen sich wegen der kleinen Gruppengröße besser ein. Die Gruppen zeigen sich dann untereinander die Plakate und erklären deren Inhalte.
Danach ermittelt der Moderator das Wissen der Schüler und sortiert dieses nach einem einfachen Schema. Dabei sollen die Schüler bestimmten Krankheiten die Symptome, möglichen Ursachen und Behandlungsmethoden zuordnen. Im darauf folgenden informativen Teil erklärt der Moderator den Schülern die Krankheiten Magersucht (10 Minuten), Depression (15 Minuten) und Schizophrenie (20 Minuten).

Die folgenden Botschaften sollen vermittelt werden:

  1. Keiner hat Schuld an seiner Erkrankung
  2. Das Verhalten psychisch Kranker ist Ausdruck der Erkrankung
  3. Seelische Krankheiten kann man inzwischen recht gut behandeln
  4. Die Betroffenen sind nicht minder intelligent als gesunde Menschen
  5. Die Betroffenen sind nicht gewalttätiger als gesunde Menschen

Visualisierte Lerninhalte werden bekanntermaßen besser behalten (Schilling 1995).
Nach der Informationsvermittlung erarbeiten die Schüler in zehn Minuten in Gruppen von höchstens sechs Personen Fragen, die sie in einer 45-minütigen Fragerunde an den Betroffenen stellen möchten. Dabei bearbeiten die Schüler vom Moderator vorgegebene Schwerpunkte wie etwa Reaktionen des Umfeldes auf die Erkrankung, Behandlung der Krankheit, Auswirkung der Krankheit und so weiter. Die Fragerunde findet dann vor der gesamten Klasse statt. Zum Abschluss gibt jeder Schüler in einem Blitzlicht in einem Satz bekannt, wie er den Projekttag gefunden hat. Vor dem Abgang verteilt der Moderator noch Flugblätter mit Adressen aus der näheren Umgebung, an die sich die Schüler bei Problemen wenden können.
Information und Aufklärung nehmen also in Münster 65 Minuten ein und die Fragerunde dauert etwa 60 Minuten. Dabei findet ein direkter Austausch statt zwischen Schülern und Betroffenem, in dem die vorher vermittelten Informationen vertieft werden können. Das Projekt wirkt sich besonders gut auf den Wissensstand der Schüler aus.
Nach dem Projekt erfolgt eine weitere freiwillige Fragebogenaktion, um ihren Wissensstand, die soziale Distanz und die Einschätzung des Schulprojekts abzufragen.

Auswertung

Zunächst betrachten wir den Wissensstand der Schüler: 95 Prozent der Schüler sagen schon im ersten Durchgang, dass psychische Erkrankungen nicht ansteckend sind. Jeder fünfte Schüler war im ersten Durchgang der Meinung, dass psychische Erkrankungen mit geminderter Intelligenz einhergehen, kennen also nicht den Unterschied zwischen psychischer und geistiger Behinderung. Auch hielt jeder fünfte Schüler die Betroffenen in der ersten Befragung für gewalttäig. Jeder zweite der Schüler ging davon aus, dass psychisch Kranke häufiger Gewalt anwenden als Gesunde. Noch in der zweiten Befragung einige Zeit nach dem Projekt hielt jeder zehnte Schüler die psychisch Kranken für besonders gewaltbereit. Jeder fünfte Schüler ging schon in der ersten Befragung davon aus, dass psychisch Kranke selbst schuld seien an ihrer Erkrankung. Bei der zweiten Befragung gingen 15 Prozent immer noch davon aus. In der zweiten Befragung gingen neun von zehn Schülern davon aus, dass Medkiamente den Betroffenen gut weitergelfen können, was eine Verdopplung gegenüber der Erstbefragung darstellte. Drei Viertel der Schüler wussten schon vor der Veranstaltung, dass psychische Krankheiten heilbar sein können. Danach waren es neun von zehn. Durchwegs fünf Prozent hielten die Erkrankungen für unheilbar.
Bezüglich der sozialen Distanz bewirkte das Schulprojekt eine starke Abnahme von 60 auf 20 Prozent der Angst davor, sich mit Betroffenen zu unterhalten. Besonders das Gespräch mit dem psychisch Kranken schätzten die Schüler als besonders positiv ein und Berührungsängste konnten abgebaut werden. Es konnte festgestellt werden, dass die erwünschte soziale Distanz zu psychisch Kranken zunimmt, je enger der Kontakt zu ihnen ist. Jeder zehnte kann sich vorstellen, einen Betroffenen als Freund zu haben, jeder 20te schließt dies aus und der Rest ist sich unsicher darüber. Jeder Zweite geht davon aus, dass er stigamtisiert werden würde, wenn er selbst psychisch krank werden würde. Die Angst, sich zu outen, steckt sehr tief, da die Mehrzahl der Schüler von 90 Prozent die Erkrankung lieber verschweigen als offen darüber reden würde.
Die Anzahl der Schüler, die die Veranstaltung als interessant fanden, verdoppelte sich zwischen den Befragungen von 40 auf 75 Prozent. Das Schulprojekt hat also die Erwartungen der Schüler bei weitem übertroffen. Sechs Prozent der Schüler bewerteten die Veranstaltung im Nachinein als negativ. Jeder siebte Schüler ist der Meinung, etwas dazugelernt zu haben.
Die Schüler waren im ersten Teil lauter und damit weniger interessiert als in der Fragerunde.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Wissensstand der Schüler sich merklich verbesserte und Vorurteile beträchtlich abgebaut werden. Mehr Aufklärungsarbeit bedarf es bei der Beurteilung der Gefährlichkeit der Betroffenen. Die soziale Distanz konnte nicht wirklich abgebaut werden. Insgesamt war das Schulprojekt jedoch erfolgreich und trug dazu bei, die psychisch Kranken zu entstigmatisieren.

Schulprojekt des Vereins Irrsinig Menschlich e.V.

Organisation

Ziel des Leipziger Vereins „Irrsinnig Menschlich e.V.“ ist die Öffentlichkeitsarbeit in der Psychiatrie. Schon 2001 kam es zu Schulprojekten unter dem Namen „Verrückt? – Na und!“. Innerhalb von drei Jahren kam es zum Kontakt mit 1400 Schülern aus 40 verschiedenen Schulen. Die ausführenden Moderatoren und Betroffenen durchlaufen eine mittels eines Workshops vermittelte Ausbildung, um Anregungen und Hilfestellungen zur Projektarbeit zu bekommen. Die Workshops vermitteln das stets gleichbleibende Konzept für die Schulprojekte. Die meisten der Betroffenen (Experten in eigener Sache) leiden an Schizophrenie.

Konzept

Jeweils mindestens zwei Personen führen die Veranstaltungen durch. Der Moderator sollte über Fachwissen verfügen und didaktische und methodische Kenntnisse mitbringen, während der oder die Betroffene(n) die Bereitschaft mitbringt, den Schülern über seine Krankheit zu berichten und sich auf die Klasse einzulassen. Der Experte in eigener Sache bekommt Geld für seine Mitarbeit, die in der Regel über eine Spende der Schule finanziert wird.
Das sehr offen gehaltene Konzept erlaubt es, die Projektarbeit flexibel an einem Schultag mit sechs bis acht Unterrichtsstunden zu leisten oder aber auf mehrere Tage zu verteilen. Falls beispielsweise eine ganze Projektwoche ansteht, dann werden meistens die örtlichen Gegebenheiten genutzt und etwa Kontakte zu den Einrichtungen geschaffen, um den Schülern im Rahmen einer Exkursion Gelegenheit zu geben, Kontakt mit den Betroffenen aufzunehmen. Ein weiterer Tag kann dann für Öffentlichkeitsarbeit genutzt werden.
Um sich vom gewohnten Schulalltag abzugrenzen, soll das Projektteam den Schülern gegenüber nicht lehrmeisterhaft auftreten sondern sich um ein partnerschaftliches Verhältnis bemühen.
Das Projekt läuft in drei Phasen ab. Zunächst werden die Schüler für die Thematik sensibilisiert („Wo begegnet Ihr den sogenannten Verrückten?“, „Wie berichten die Medien darüber?“). Die Klasse soll zu Austausch und Diskussion untereinander angeregt werden. Offene Fragen oder unklare Begriffe werden auf ein Plakat geschrieben, das am Boden liegt, um sie später im Verlauf der Veranstaltung zu klären.
In der zweiten Phase sollen die Schüler Stellung nehmen zu ihrem Verständnis von seelischer Gesundheit („Was mich im Leben ver-rückt macht“, „Wie ich behandelt werden möchte, wenn ich krank bin“). Die in Gruppen aufgeteilten Schüler können dabei selbst wählen, wie sie die Thematik bearbeiten möchten. Das Erarbeitete wird dann von den Schülern der gesamten Klassen vorgestellt und präsentiert.
Die dritte Phase ist die Gesprächsrunde des Experten in eigener Sache mit der Klasse. Moderator und Experte ermutigen dabei die Schüler dazu, offene Fragen an den Experten zu stellen.
Die zeitliche Länge der jeweiligen Phasen ist offen und richtet sich auch nach der Länge des Projekts in Tagen.
Abschließend berichten alle Teilnehmer – auch der Moderator und der Experte – in einer Feedback-Runde darüber, wie die Veranstaltung gefallen hat und wie die Schüler ihre Erfahrungen weitergeben können. Dazu käme etwa die Schülerzeitung in Frage.
Das Schulprojekt mindert dann vor allem die soziale Distanz gegenüber an Schizophrenie Erkrankten, da es an der Begegnung mit den Betroffenen ausgerichtet ist. Die Vermittlung von Fakten soll in der Hauptsache in der Expertenrunde von statten gehen, so dass es fraglich ist, ob die Schüler das Wissen auch behalten werden.

Auswertung

Bei der wissenschaftlichen Evaluation des Projekts kam es in der Hauptsache zur Auswertung der Einstellung der Schüler Schizophrenen gegenüber (Schulze, Richter-Werling, Matschinger & Angermeyer 2003).
Das Projekt konnte im Ergebnis alle Vorurteile abschwächen. So hielten vor dem Projekt 14 % der Schüler die Betroffenen für gefährlich (50 % für ungefährlich), während danach nur noch jeder zweite diese Meinung vertrat (68 % für ungefährlich). 71 Prozent vertraten einen Monat nach der Projektwoche die Ansicht, ein Arzt könne dem an Schizophrenie Erkrankten helfen (46 % vorher). Die soziale Distanz wurde verringert, insbesondere die Unterhaltung mit einem Menschen, der an Schizophrenie erkrankt ist, wurde angstfreier bewertet.

Zusammenfassung

Das Schulprojekt von „Irrsinnig Menschlich e.V.“ verknüpft die drei Felder Aufklärung und Information, Kontakt und Öffentlichkeitsarbeit miteinander. Es hat ein sehr offenes Konzept, welches einen Zeitraum von vier Stunden bis zu fünf Tagen abdecken kann. Die Vorurteile der Klassen und die soziale Distanz der Schüler werden positiv beeinflusst. Die Schüler bewerten das Projekt an sich als positiv, sie stellen selbst fest, dass sich ihre Einstellung den psychisch Kranken und besonders Schizophrenen gegenüber merklich verändert hat.
Das Schulprojekt stellt nicht nur den Kontakt her zwischen gesunden und kranken Menschen, sondern bemüht sich auch um die Öffentlichkeitsarbeit. Die Schüler werden angeregt, ihre Erfahrungen weiterzugeben und die Medien werden soweit möglich mit einbezogen. Damit wird die Thematik in die breite Öffentlichkeit getragen.

Resümee

Beide Schulprojekte leisten ihren Anteil in der Antistigma-Bewegung und helfen dabei, die psychisch kranken Menschen in unserer Gesellschaft zu entstigmatisieren. Beide Konzepte kommen ans Ziel und bewirken Einstellungsänderungen bei den Schülern.
Einmal liegt der Schwerpunkt auf der Vermittlung von Information und das andere Mal auf der Begegnung mit einem psychisch kranken Menschen. Im Mittelpunkt beider Projektarten steht der Betroffene; ihn kann die Klasse im Gespräch mit ihm erleben und nicht nur über ihn reden.
Die in den Projekten geleistete Arbeit ist also sehr wertvoll und „Irrsinnig Menschlich e.V.“ versucht, sein Projekt in ganz Deutschland einzuführen. Die größte Herausforderung ist dabei das Auftreiben der benötigten finanziellen Mittel. Zwar fällt der finanzielle Aufwand vergleichsweise sehr gering aus, doch bedarf es schon einer gewissen Grundausstattung. Es wäre zu prüfen, inwieweit das Projekt im Sinne der primären Prävention wirksam ist. Wenn dem so ist, dann könnten auch Fördergelder aus dem Gesundheitsbereich dem Projekt zufließen.
Die Stigmaforschung gestaltet sich eher schwierig, weil man zwar die Vorurteile und Einstellungen mit Fragebögen abfragen kann, jedoch das erforschte Objekt – das stigmatisierende Verhalten – kaum messbar ist. Die in der Gesellschaft wirksamen Prozesse sind sehr komplex und nur schwer durchschaubar. Weil viele Faktoren an Stigmatisierungen beteiligt sind, lassen sich oft keine einfachen Rückschlüsse ziehen. Ganz ähnlich ist es ja auch um die psychischen Krankheiten bestellt, deren Entstehung sich nicht genau erklären lässt, was wiederum die Behandlung enorm erschwert.
Behandelt man die Krankheit als die Stigmatisierung selbst mit den Symptomen Vorurteile; Diskriminierung und soziale Isolation, dann sehen wir, dass sich die Ursache nicht eindeutig klären lässt. Man kann also lediglich an den Sympromen arbeiten und die Schulprojekte sind hierfür ein geeigneter Ansatz. So wie auch die psychischen Erkrankungen nicht durch eine Therapieform allein behandelt werden können, decken auch die Schulprojekte nicht das gesamte Feld ab. Entsprechend sind auch andere Ansätze zu realisieren.
So kann im sozialpädagogischen Arbeitsbereich die Aufklärung und Information verbessert werden, die Kontaktflächen zwischen Kranken und Gesunden verbreitert und die Öffentlichkeitsarbeit intensiviert werden. Dabei sollte nicht nur an der Gesellschaft gearbeitet werden, sondern auch dem Betroffenen selbst mehr Hilfestellung dabei gegeben werden, mit der Stigmatisierung und der psychischen Krankheit besser zurecht zu kommen.
Die Mitwirkung der Betroffenen selbst bei den Projekten zeigt eine hohe Bereitschaft dazu, sich mit der eigenen Erkrankung und auch der damit einhergehenden Stigmatisierung auseinander zu setzen. Das Engagement hilft dabei, die Stigmatisierung zu bewältigen und stellt eine zusätzliche Belastung dar. Diese kann durch regen Austausch der Betroffenen unter sich und der Reflektion darüber gut abgefedert werden.
Quellen

  • http://de.wikipedia.org
  • „Wege zur Entstigmatisierung psychisch kranker Menschen – Sozialpädagog. Handlungsmöglichkeiten am Beispiel von Schulprojekten verschiedener Träger“, Sabine Blauel, 2004

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