Kiffer sind keine Verbrecher

Kiffer sind keine Verbrecher
08/01/2015

Gegenargumentation von Lukas Köhler, Landesvorsitzender der Jungen Liberalen Bayern, zur bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml in dem Artikel „Grüne Revolution" von Peter Issig aus der Welt vom 07.01.2015

In Bayern sind an Glücksspiel und Alkohol sicher mehr Menschen zugrunde gegangen als an dem Konsum von Cannabis. Die bayerische Gesundheitsministerin Huml ist leider geprägt von der verstockten Geisteshaltung der CSU, gerade wenn es um die Diskussion über die Legalisierung von Cannabis geht.
Anstatt Argumente dafür zu liefern, was das Verbot von Cannabis bis heute, neben Geldverschwendung, gebracht hätte, flüchtet sie sich lieber in Ausreden über Coolness und gesellschaftliche Anerkennung. Liebe CSU, das Verbot von Cannabis hat nichts mit konservativen Werten zu tun, sondern ist Ausdruck einer völligen Fehlinterpretation der gesellschaftlichen Akzeptanz und eine rückwärtsgewandte Haltung.
Seit wann maßt sich die CSU eigentlich die Deutungshoheit über die gesellschaftliche Akzeptanz eines Genussmittels an? Durch die Tabuisierung der Prohibition von Cannabis sind gerade die vielen Stimmen, die sich für die Legalisierung aussprechen, wie etwa die Resolution des „Schildower Kreises", die 122 Strafrechtsprofessoren unterschrieben haben, oder die Aussage des Präsidenten der Deutschen Polizeigewerkschaft, viel bedeutender als die Meinung einer CSU Gesundheitsministerin.
Huml macht es sich zu einfach, wenn sie meint, dass mit der haltlosen Argumentation „gesellschaftlicher Akzeptanz" die rechtliche Differenzierung zwischen Alkohol oder Tabak und Cannabis begründet werden kann.
Die Gegenargumente werden von Huml bereits selbst geliefert
Die gesundheitlichen Gefahren, die sie aufzählt, sind bei Zigaretten oder Alkohol ebenfalls vorhanden. Auch die krebserregende Wirkung ist beim Verzehr von Cannabis als Tee oder Plätzchen nicht nachweisbar. Trotzdem schaffen es die Konsumenten in einem überwältigenden Anteil mit diesen Genussmitteln verantwortungsvoll umzugehen.
Mit Prävention wurde gerade bei Alkohol und Tabak bereits viel erreicht. Die Prohibition von Cannabis ist gescheitert, vielleicht sollte die CSU jetzt probieren den Bürger eigenverantwortlich handeln zu lassen.
Anstatt Geld und Zeit der Ordnungskräfte zu verschwenden, täte die CSU-Landesregierung also gut daran, diese Mittel in sinnvolle Aufklärungsprogramme zu stecken.
Die Angst vor Cannabis als „Einstiegsdroge" ist absolut unbegründet
Wenn man den Gedanken der Ministerin nämlich zu Ende denkt, müsste jeder Besucher des Oktoberfestes, der sich deutlich leichter ein Bier bestellt als Crystal Meth kauft, bald an der Spritze hängen.
Der Einstieg in härtere Drogen wird gerade durch die Illegalität von Cannabis gefördert. Denn der Dealer, der illegal Cannabis verkauft, bietet auch die gefährlichen Sachen an und erleichtert es erst so, dass der Konsument an den harten Stoff kommt. Nicht die Hemmschwelle des Cannabiskonsums ist das Problem, sondern der Kontakt zum Dealer.
Wenn Cannabis in Apotheken und lizensierten Shops verkauft werden würde, wie es die Freien Demokraten in Bayern fordern, würden Konsumenten erst gar nicht in Kontakt mit härteren Drogen kommen. Auch ist dann die Abgabe an Minderjährige viel effektiver zu kontrollieren als heute.
Der Vergleich mit Crystal Meth ist leider hanebüchener Unsinn
Die leichte Verfügbarkeit wäre dann auch ein Gegenargument gegen Bier oder Tabak. Die besondere Gefahr von Crystal Meth liegt eben nicht an der leichten Verfügbarkeit, wie Huml behauptet. Vielmehr ist das Risiko dieser Droge das hohe Suchtpotenzial und die Fähigkeit den Körper innerhalb kürzester Zeit zu zerstören.
Beides sind Eigenschaften, welche Cannabis nicht mit sich bringt. Weder ist das Suchtpotenzial außerordentlich hoch, noch werden Menschen willenlose Junkies, wenn sie ab und zu einen Joint rauchen. Beim Cannabiskonsum gibt es kein Opfer, deshalb sollte er auch kein Verbrechen sein.

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