Brandalarm in Psychiatrie

07.01.2015

KONSTANZ Brandalarm in Psychiatrie
Konstanz - Die Feuerwehrleute mussten sogar aus Litzelstetten anrücken: Ein Brandalarm im Zentrum für Psychiatrie hat am frühen Morgen des Dreikönigstags für Aufregung und einen ungewöhnlichen Einsatz gesorgt. Da der eigentlich zuständige Löschzug 7 aus Wollmatingen der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz bereits beim Brand einer Tiefgarage im Stadtgebiet (siehe Seite 19) im Einsatz war, mussten Einsatzkräfte aus Litzelstetten zum ZfP kommen.

Der dortige Löschzug 4 unterstützte dort die Werksfeuerwehr der Klinik, wie Klaus Menge, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr, sagte.
Vor Ort stellte sich der Alarm als mutwillig ausgelöst heraus: Menge zufolge waren mehrere Handmelder der Brandanlage eingeschlagen – mit diesen Rufknöpfen hinter Sicherheitsglas kann die Feuerwehr im Notfall alarmiert werden. „Zu einem Schadensereignis kam es nicht“, so die die Bilanz von Klaus Menge am Dienstag, die Feuerwehr konnte wieder einrücken, ohne weiter tätig zu werden.
Die Alarme aus der Klinik laufen laut Klaus Menge in der rund um die Uhr besetzten Konstanzer Feuerwache auf. Deshalb rücke auch der Wollmatinger Löschzug aus, obwohl das ZfP auf Reichenauer Gemarkung liegt. In vielen Fällen könne die aus Freiwilligen zusammengestellte Werksfeuerwehr die Lage beherrschen. Konstanz schicke dennoch oft auch eine Drehleiter, um die Rettungswege freizuhalten. Zu Alarmen auf dem Gelände komme es „des öfteren“, die Ursachen reichten von angebranntem Essen über mutwillige Fehlalarme bis zu kleineren Brandlegungen. Das Krankenhaus stelle aber keinen echten Problempunkt dar, erklärte Menge auf Anfrage.

Fehlalarme – mutwillig ausgelöst oder durch Störungen in automatischen Brandmeldeanlagen mit direktem Anschluss zur Feuerwehr – machen den Einsatzkräften immer wieder zu schaffen. Erst vor wenigen Tagen hatte die Feuerwehr Konstanz beklagt, dass sie nach einem böswilligen falschen Alarm mit über 30 Einsatzkräften hatte ausrücken müssen. Im jüngsten Fall erhält das ZfP nun von der Konstanzer Feuerwehr eine Rechnung über den Einsatz. Über deren Höhe konnte Menge am Dienstag noch nichts sagen. Die Polizei werde nur dann aktiv, wenn die Leitung des Krankenhauses Strafanzeige erstattet. Die Chancen, nach Fehlarmen die Verursacher zu finden, seien aber recht gering, so Klaus Menge.
Wenn die Polizei aber herausfindet, wer einen Fehlalarm ausgelöst hat, kann dies neben einer Schadenersatzklage auch ein Strafverfahren nach sich ziehen. Nach Paragraf 145 des Strafgesetzbuchs droht dem, der „Notrufe oder Notzeichen missbraucht oder vortäuscht, dass wegen eines Unglücksfalles oder wegen gemeiner Gefahr oder Not die Hilfe anderer erforderlich sei“, eine Geldstrafe oder bis zu ein Jahr Haft

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