Landesrätin Christine Baur von den Grünen sieht Manko bei österreichischen Betreuungseinrichtungen

Do, 18.12.2014

LR Baur sieht Manko bei Betreuungseinrichtungen
Landesrätin Christine Baur von den Grünen.

Innsbruck – Der 15-jährige Jugendliche, der seit einem Jahr in der Abteilung für forensische Psychiatrie in Hall untergebracht ist, ist auch für die Landespolitik ein Thema. Genaugenommen ist es der Mangel an geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten, der Soziallandesrätin Christine Baur (Grüne) beschäftigt. So wurde die betreute Wohngemeinschaft, in der der Jugendliche bis vor einem Jahr lebte, mittlerweile aufgelöst. „Wir prüfen derzeit, ob wir das Problem mit einer zusätzlichen Betreuung in einer bestehenden Einrichtung lösen können. Die Schaffung einer neuen Einrichtung wäre die Alternative.“ Entsprechende Pläne würden geprüft, eine Entscheidung sei allerdings noch nicht gefallen.
Wie berichtet, wurde der psychisch auffällige Unterländer nach einer versuchten Attacke gegen einen Betreuer vom Landesgericht in die Forensik eingewiesen. Dort lebt der mittlerweile 15-Jährige zusammen mit 25 psychisch kranken Patienten, die nach Gewaltdelikten auf Anweisung des Gerichts in der Forensik therapiert werden. Ehemalige Betreuer kritisieren, dass die Einrichtung kein geeigneter Ort für den Jugendlichen sei.
Landesrätin Baur kennt den Fall, allerdings sind ihr weitgehend die Hände gebunden: „Die Einweisung ist eine Entscheidung der Justiz, da hat die Politik keinen Einfluss.“ Ihre Aufgabe sehe sie darin, alternative Betreuungseinrichtungen anzubieten. „Es ist unsere Herausforderung, für den Jugendlichen einen Weg in die Resozialisierung zu finden.“ Zwischen Forensik und einem selbstständigen Leben „fehlt es an Zwischeneinrichtungen“, analysiert Baur die Situation. (tom)

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