Immer mehr Crystal-Süchtige in Halle: drobs verlängert Beratungszeiten

Immer mehr Crystal-Süchtige in Halle: drobs verlängert Beratungszeiten

24. Juli 2014

Die Modedroge Crystal ist in Halle (Saale) auf dem Vormarsch. Die Zahl der Süchtigen stieg von 39 im Jahr 2010 auf 244 im vergangenen Jahr.
„Die Brisanz des Themas nimmt seit einigen Jahren rasend schnell zu“, sagt Bernd Kukielka von der Drogen- und Suchtberatungsstelle (drobs) Halle. Im vergangenen Jahr suchten 834 Menschen Hilfe und Rat bei den Fachleuten. „Die Wirkung von Crystal ist sehr viel intensiver als die von beispielsweise Kokain“, erläutert Bernd Kukielka. Die Droge kann deshalb schnell in die Abhängigkeit führen und zu den typischen körperlichen und psychischen Symptomen wie Zahnausfall, Vergesslichkeit und paranoiden Wahnvorstellungen.
Die drobs Halle reagiert auf diese Entwicklung und bietet deshalb ab sofort jeden Dienstag von 18 bis 20 Uhr eine Crystal-Abendsprechstunde in der Einrichtung am Franckeplatz an. Der erste Termin ist Dienstag, der 29. Juli. „Manche Crystal-Konsumenten sind beruflich integriert. Mit den erweiterten Öffnungszeiten geben wir auch ihnen die Möglichkeit, unsere Sprechstunde zu nutzen“, erklärt Bernd Kukielka. Ohne einen Termin vereinbaren zu müssen, können Konsumenten hier einen ersten vertraulichen Kontakt zu den Beratern herstellen. Ebenfalls willkommen sind alle, die Fragen zu Crystal haben oder einem Verwandten, einem Freund oder Arbeitskollegen helfen möchten.
Sie sehen ein bisschen wie Badesalze aus – kleine, weiße Kristalle, rein und ungefährlich. Doch der erste Eindruck täuscht. Methamphetamine sind alles andere als harmlos. In der Umgangssprache spricht man von „Crystal“ oder „Meth“. Die schockierenden Vorher-Nachher-Bilder haben viele sicher schon gesehen: Der schnelle Verfall der Konsumenten ist erschreckend, die Menschen wirken innerhalb kürzester Zeit um Jahrzehnte gealtert. Woran das liegt? Die Substanz ist äußerst wirksam und greift neben dem Nervensystem auch die Schleimhäute an. Mund, Zähne, Magen, Niere – jedes Organ des Verdauungstraktes zollt der Droge ihren Tribut.

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