Bewährung: Drogenkurier lässt Dealer auffliegen

Bewährung: Drogenkurier lässt Dealer auffliegen
Gerichtsreport: Ein 45-Jähriger schmuggelte Crystal über die Grenze

Zwickau/Crimmitschau. Ein 45-jähriger Mann aus Crimmitschau ist gestern [ 24. Juli 2014 ] vom Zwickauer Amtsgericht zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Richter Stefan Noback setzte die Strafe zur Bewährung aus.
Der arbeitslose Maschinenschlosser hatte gestanden, zwischen Juni 2012 und Juni 2013 mehrmals pro Woche Crystalmeth aus Tschechien geschmuggelt zu haben - in insgesamt 62 Kurierfahrten, durch die zwischen zehn und 20 Gramm der synthetischen Droge in die Region Zwickau gelangten. Der 45-Jährige arbeitete dabei immer im Auftrag eines Dealers aus Crimmitschau, der das Crystal weiterverkaufte. Was der 45-Jährige zu einem Grammpreis von 23 Euro auf dem Markt hinter dem Grenzübergang in Klingenthal erhielt, verkaufte der Dealer für 85 Euro weiter. Der 45-Jährige selbst erhielt als Entlohnung für seine Kurierfahrten jeweils eine Stange Zigaretten im Wert von 25 Euro.
Zunächst nutzte der Crimmitschauer die Vogtlandbahn für den Drogenschmuggel. Einmal pro Woche nahm er den Zug, der nur eineinhalb Stunden von Zwickau bis Klingenthal braucht. Später liehen sich die beiden Männer aus Crimmitschau bei Autovermietungen und -häusern Fahrzeuge für den Drogenschmuggel aus. Dass die Haftstrafe trotz der großen Menge Crystal zur Bewährung ausgesetzt wurde, begründet Richter Stefan Noback damit, dass nur das ausführliche Geständnis des Kuriers dazu geführt habe, dass man den Drahtzieher und Dealer habe verhaften können. "Dafür können wir ihn nicht auch noch bestrafen. Eine solche Aussagebereitschaft ist sehr selten", sagte Noback. Der Dealer ist in einem früheren Verfahren bereits zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden.

25. Juli 2014

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