Die engere Heimat als Modellregion

Merzig
Die engere Heimat als Modellregion
Professor Wolfgang Werner las in der Merziger Stadtbibliothek aus seinem aktuellen Buch

„Welch Meisterwerk ist der Mensch – Kunstreise durch das Land der Psychiatrie“ ist der Titel des aktuellen Buches von Professor Wolfgang Werner. Dieser Tage stellte er es in der Stadtbibliothek Merzig vor.

29.07.2014

Merzig. In acht Kapiteln nimmt Professor Wolfgang Werner in seinem aktuellen Buch „Welch Meisterwerk ist der Mensch – Kunstreise durch das Land der Psychiatrie“ seine Leser mit auf eine spannende Reise.

Eine Reise durch die Erfahrungen seines Lebens. Es ist gleichzeitig ein Besuch im Land der Psychiatrie, der Fachrichtung, die das Leben Werners bestimmte und prägte. Die Kapitel sind als einzelne Etappen mit unterschiedlichen Themen strukturiert, die Professor Werner mit Kunstwerken und literarischen Zitaten sowie seinen eigenen Erfahrungen und Erinnerungen ausfüllt.

Die Kunstwerke beispielsweise von Emile Friant, Rembrandt oder Claude Lorrain sind dabei die Sinnbilder der Kapitel, die für die behandelten Themen stehen. Diese sind unter anderem: Licht in der Malerei - Licht in der Therapie oder Orte der Trauer oder Dabei sein ist alles, Helfen auch ohne zu heilen. Für die Verbindung von Kunst, Literatur und Psychiatrie suchte Wolfgang Werner bewusst Bilder aus, die für die Leser aus der Region im Rahmen eines Tagesausfluges zu besichtigen sind. Wer also möchte, kann sich tatsächlich auf die Reise durch das Buch begeben. So macht Werner seine engere Heimat zur Modellregion.

Das Wort Reise bittet er seine Leser nicht allzu dramatisch zu sehen. Es müsse keineswegs immer eine weite Reise mit dem Flugzeug sein. Vielmehr käme es dabei auf einen Ortswechsel an und darauf, sich auf den Weg zu machen. Wichtig sei, dass eine Reise eine andere Qualität habe, als eine bloße Fortbewegung von A nach B. „Reisen können Herz und Hirn für das weitere Leben öffnen“, betonte Werner.

Man gewinne immer andere Sichtweisen und Erkenntnisse. An seinen lässt er seine Leser teilhaben, bietet ihnen in der Betrachtung von Bildern die Möglichkeit viel von sich und anderen zu erfahren. Auf der Reise durch die verschiedenen Kapitel des Buches erzählt Professor Wolfgang Werner von dem, was er gehört, gesehen, gelesen, gelernt, unterlassen, gemacht, verworfen und beibehalten hat. Ob Kunst, Literatur oder Erfahrungsaustausch, Werner ist sicher: „Wenn etwas Eindruck hinterlässt, so hat das auch damit zu tun, dass man etwas von sich selbst wiederfindet.“ So können die Leser immer wieder auf Erinnerungen, Erfahrungen und Bilder stoßen, die in ihrem eigenen Leben wichtig oder prägend sind oder waren. Die Begegnung und Auseinandersetzung mit den Kunstwerken macht Werner zu einem Modell der menschlichen Begegnung und zeigt dabei das ganze Spektrum der „condition humaine“1.

Es sind allgemeingültige Gedanken zum Treffen mit einer Person – Fragen zum Erleben eines Kunstwerks. Neben Shakespeare, von dessen Figur Hamlet der Titel des Buches „Welch Wunderwerk ist der Mensch“ stammt, bindet Wolfgang Werner Themen weiterer großer Literaten in seine Interpretationen und Denkanstöße ein, so auch Georg Büchners Lenz, Bertolt Brecht, Erich Kästner, Max Frisch, Erich Maria Remarque oder Albert Camus.

Das Buch „Welch Meisterwerk ist der Mensch“ von Wolfgang Werner ist als gebundene Ausgabe im DGVT-Verlag erschienen, ISBN: 978-3871592904, Preis: 29,90 Euro.

Zum Quelltext

  • 1. Als conditio humana (im klassischen Latein aber condicio humana) bezeichnet man allgemein die Bedingung des Menschseins und die der Natur des Menschen. Sie ist Gegenstand der Philosophie, insbesondere der Philosophischen Anthropologie, sowie verschiedener Wissenschaften wie der Sozialwissenschaften oder der Sozialpsychologie.

    Sigmund Freud beispielsweise betonte im Zusammenhang mit der Frage nach der conditio humana das Unbewusste, und Erich Fromm machte sie zum Mittelpunkt seines Erkenntnisinteresses.

Kommende Termine

Benutzeranmeldung