Großer Einsatz in der Selbsthilfe in ÜBERLINGEN

12. Juli 2014

ÜBERLINGEN Großer Einsatz in der Selbsthilfe

Überlingen - Im Bodenseekreis gibt es viele engagierte Selbsthilfegruppen.

Die Selbsthilfegruppen im Bodenseekreis sind sehr engagiert. Das teilte Christine Ludwig von der Kontaktstelle Selbsthilfegruppen im Bodenseekreis den erfreuten Mitgliedern des Kreistags-Sozialausschusses mit. „Im Bodenseekreis engagieren sich über 170 Selbsthilfegruppen zu Themen von ADHS über Diabetes, Krebs bis zu Schlaganfall, Sucht und Trauer“, sagte sie. Vielfalt bestehe sowohl in der Struktur der Gruppen, die teils reine Gesprächsgruppen, teils auch eingetragene Vereine sind, als auch in ihrem Engagement. Als „Beispielhaft“ bezeichnete Ludwig den „Gesprächskreis für Eltern von Kindern mit ADHS Überlingen“, der eine mehrtätige Lehrerfortbildung zum Umgang mit Kindern mit ADHS organisierte. Besonders aktiv sei auch die „Frauenselbsthilfe nach Krebs Friedrichshafen“, die eine enge Kooperation mit dem Klinikum Friedrichshafen pflege. „Die Gruppenleiterin besucht wöchentlich betroffene Frauen direkt auf der Station.“
Auch die „Frauenselbsthilfe nach Krebs, Gruppe Meersburg“ sei sehr engagiert und pilgere bereits im fünften Jahr jährlich auf dem Jakobsweg, „als eine Form der Krankheitsbewältigung.“ Und vergangenes Jahr wurde das Projekt Hand in Hand' ins Leben gerufen, in dem drei- bis zehnjährige Kinder krebskranker Eltern und Familienangehöriger begleitet werden. Das wichtigste Merkmal der Selbsthilfe sei die eigene Betroffenheit, sagte Christine Ludwig. Über das Gespräch in der Gruppe entstehe eine emotionale Begleitung und Unterstützung. „Die Gruppenmitglieder erfahren, dass sie mit ihrem Schicksal oder ihrem Problem nicht alleine sind und können von Erfahrungen anderer Betroffener profitieren.“ In der Gruppe sprächen die Menschen über alle Aspekte ihrer Erkrankung.
Die Beratung in der Gruppe geschehe auf Augenhöhe, jeder ist betroffen, alle sind Schicksalsgefährten, „man spricht deshalb von Betroffenenkompetenz“, sagte Ludwig. Selbsthilfe sei jedoch entscheidend von Unterstützungsstrukturen abhängig, zum Beispiel von Institutionen wie der „Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen“.

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