Glauchau: Neubau dockt an Psychiatrie an

12. Juli 2014
Neubau dockt an Psychiatrie an

Die Klinik Glauchau wird derzeit für insgesamt 3,4 Millionen Euro umgekrempelt und konzentriert ihre Bereiche. Für den Erweiterungsbau wurde gestern Richtfest gefeiert.

Glauchau. Daniel Ferchmanns Befürchtungen sind nicht eingetreten. Den Architekten aus Leipzig trieben vor etwa neun Monaten Sorgen um, der Bau könnte sich gleich von Anbeginn verzögern. Denn die Baufirma hatte noch parallel eine andere Baustelle zu betreuen. Doch nun ist der Anbau an der psychiatrischen Klinik im Glauchauer Rudolf-Virchow-Klinikum zum Richtfest bereit, der Rohbau steht pünktlich. Gestern hat Polier Mike Oehler den Richtspruch verlesen und ein Glas Sekt an die noch kahle Betonwand geworfen.
Der dreigeschossige Anbau, der im März kommenden Jahres übergeben werden soll, kostet laut Planer Ferchmann 2,5 Millionen Euro. Die planerische Herausforderung habe darin bestanden, an der Stelle, wo einst ein Park war, einen Neubau mit 1200 Quadratmetern Bruttogeschossfläche und einem umbauten Raum von 4000 Kubikmetern hinzusetzen, der seine Funktion als psychiatrische Klinik voll und ganz erfüllt. Dies sei gelungen. Große Fenster im Erdgeschoss und Terrassen bilden einen Bezug zum Außenbereich.
Der Anbau ist aber nur ein Zwischenschritt der gesamten Investition im Haus 6 des Krankenhauses, das drei psychiatrische Stationen und unter dem Dach die Ergotherapie beherbergt. Letztere wird in das Erdgeschoss des Neubaus ziehen und Platz machen für die Station 4, die momentan noch in einem anderen Haus untergebracht ist. Das Dachgeschoss des Altbaus, der vor 16 Jahren entstand, wird in der zweiten Jahreshälfte 2015 entsprechend umgebaut, sodass die Gesamtkosten bei 3,4 Millionen Euro liegen.
Im ersten Geschoss des Neubaus wird die Psychiatrische Institutsambulanz untergebracht. Dort werden Patienten mit schweren und schwersten psychischen Erkrankungen komplex behandelt, was niedergelassene Ärzte nicht leisten können. Im Obergeschoss schließlich bekommen weitere Therapie- und Multifunktionsräume ihren Platz. Wenn das Vorhaben abgeschlossen ist, können stationäre, teilstationäre und ambulante Behandlungen besser miteinander verbunden werden.
Die psychiatrische Klinik am Glauchauer Krankenhaus hat 70 stationäre und 40 teilstationäre Plätze. Die Patienten kommen aus Westsachsen, dem Vogtland und dem Erzgebirgskreis. Der Klinik ist auch ein Rehabilitationszentrum angeschlossen.

Der Nutzer
Dr. Dyrk Zedlick, Chefarzt der Psychiatrischen Klinik: "Die gegenseitige Rücksichtnahme während der Bauphase hat Konflikte mit Patienten und unserem Personal bislang vermieden. Wir wollen mit dem Anbau und der Umgestaltung des Altbaus für die gleiche Anzahl der Patienten eine bessere Behandlungsqualität in allen Bereichen anbieten. Die strikte Trennung der stationären und ambulanten Bereiche der Klinik wird es künftig nicht mehr geben."

Der Aufsichtsratschef
Landrat Christoph Scheurer, Aufsichtsratsvorsitzender der Krankenhausgesellschaft: "Die Entwicklung, die die psychiatrische Abteilung seit 15 Jahren genommen hat, ist kein Selbstläufer. Begonnen wurde damals mit einer Station, heute sind es vier. Dabei hat das Krankenhaus stets den Bedarf aufgegriffen. Der Kreistag hat für dieses Vorhaben die Krankenhaus bezogenen Fördermittel bewilligt. Ich bin guter Dinge, dass wir im Budget und auch im Zeitplan bleiben."

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