Häufige Kontrollen sollen Crystal Meth zurückdrängen

Häufige Kontrollen sollen Crystal Meth zurückdrängen
11 Juli 2014
Arnstadt (Ilmkreis). Die gefährliche synthetische Droge kommt aus Laboren in Tschechien. Sie wird auch im Ilmkreis immer häufiger konsumiert.

Alarm schlagen seit einigen Monaten die Drogenberater in Thüringen. Immer häufiger finden Klienten den Weg zu ihnen, die von Crystal Meth abhängig sind. Die chemische Droge wird vor allem in tschechischen Labors hergestellt und ist für weitaus weniger Geld zu beschaffen als Heroin. Zudem putscht sie auf, vermittelt den Konsumenten das Gefühl, ihr Leben besser unter Kontrolle zu haben. Was dazu führt, dass auch Menschen aus der Mitte der Gesellschaft zu dieser Droge greifen: Schüler im Prüfungsstress, Schichtarbeiter oder auch junge Mütter.
Dass Crystal Meth rasend schnell abhängig macht und zu körperlichem Verfall führt, bedenken sie dabei nicht. "Wir betreuen inzwischen einige Abhängige", bestätigt Erika Albrich, die stellvertretende Leiterin der Suchtberatungsstelle am Marienstift. Aus Fachtagungen weiß sie, dass die Droge besonders im tschechischen Grenzgebiet weit verbreitet ist. Sie rechnet aber damit, dass auch hier der Konsum weiter zunimmt.
"Wer zu uns kommt, dem geht es bereits richtig schlecht", so ihre Erfahrung. Ein Teil der Klienten komme aus eigenem Antrieb, andere sind straffällig geworden und werden von Gerichten geschickt. Die Mitarbeiter der Suchtberatungsstelle motivieren die Klienten, eine Therapie zu machen und in ein Leben ohne Drogen zu starten. Das dauert mitunter Jahre und ist ein steiniger Weg. Denn eine Entgiftung ist nur der erste Schritt.
Viele der Klienten, die um Hilfe bitten, haben schon verschiedene Drogen durchprobiert, weiß Erika Albrich. Bei einigen fing es mit als harmlos geltenden Joints an, doch irgendwann griffen sie zu härteren Drogen.
Diese Erfahrung macht auch die Polizei. 302 Fälle von Rauschgiftkriminalität gab es im vergangenen Jahr im Ilmkreis. 93 Prozent der Delikte wurden auch aufgeklärt. Allerdings sei die Dunkelziffer weitaus höher, so Karin Köhler von der Landespolizeiinspektion Gotha.
"Drogendelikte sind Kontrolldelikte1", weiß sie. Vor allem im Zuge von Verkehrskontrollen überprüfen die Beamten, ob Drogenkonsumenten am Steuer sitzen. Der Kontrolldruck werde auch aufrecht erhalten, betont Christian Hopf, der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Arnstadt-Ilmenau.

Auch präventiv sind die Beamten im Einsatz. Gelegentlich besuchen sie, ebenso wie die Drogenberater, Schulen, um auf die Gefahr aufmerksam zu machen, die von Crystal ausgeht.

Zum Quelltext

  • 1. Ein Kontrolldelikt ist eine Straftat, deren Auftreten durch Kontrollen von Polizei oder Sicherheitspersonal überhaupt erst festgestellt wird – ohne Kontrolle bleibt sie unbemerkt.

Kommende Termine

Benutzeranmeldung