Leserbrief: Verbreitung von Drogen: Die Gesellschaft ist hilflos

Leserbrief: Verbreitung von Drogen: Die Gesellschaft ist hilflos
10. Juli 2014

Zum Beitrag "Gefährliche Modedroge Crystal greift auch in der Mitte der Gesellschaft um sich" (TA vom 28. Juni): Unter den Namen Pervetin war Crystal bereits vor über 70 Jahren bei den Militärs im Einsatz. In den 1980ern war diese aufputschende Substanz in der Partyszene präsent. Auf einmal findet diese Droge mediale Aufmerksamkeit, ihre Bedeutung und Gefährlichkeit scheint geradezu über Nacht explosionsartig angestiegen zu sein.
Was die Fachleute nicht überrascht, scheint den Laien - und dazu gehören leider auch die Politiker - völlig unverständlich. Wieso findet ein Stimulans mit solch bedrohlichen Nebenwirkungen diese Popularität? Die Reaktion der Politik erfolgt routiniert fantasielos: es müsse nun der Kampf gegen Crystal-Meth intensiviert werden.
Doch es gibt real keinen Kampf gegen Drogen. Es gibt immer wieder nur den Krieg gegen Menschen, die mit Drogen umgehen. Ohne den Schwarzmarkt in seiner heutigen Form hätte eine Substanz wie Crystal kaum eine Chance. So aber bekommt die Verbreitung dieser riskanten Substanz ungeheure Dynamik.
Die andere Idee, der Popularität der Droge durch gezielte Aufklärungskampagnen entgegenzuwirken, stellt einen weiteren Aspekt der voraussehbaren Hilflosigkeit dar. Bisherige Kampagnen liefen jedenfalls weitgehend ins Leere und verfehlten die Zielgruppe. Die als Prävention deklarierte Öffentlichkeitsarbeit in Bezug auf Drogen wird von den meisten Betroffenen als Propaganda empfunden.
Michael Kleim, Gera

Zum Quelltext

Kommende Termine

Benutzeranmeldung