Drogenbericht der Bundesregierung: Mehr Crystal, hoher Alkoholkonsum

Drogenbericht der Bundesregierung: Mehr Crystal, hoher Alkoholkonsum
Stand: 07. Juli 2014

Die synthetische Droge Crystal Meth breitet sich in immer mehr Regionen aus.

Die Bundesregierung ist besorgt über den gefährlichen Alkoholkonsum bei jungen Erwachsenen und die Ausbreitung der Droge Crystal Meth. Es gebe Hinweise, dass sich die Droge im deutsch-tschechischen Grenzgebiet ausbreite und in einigen deutschen Großstädten verstärkt vorkomme, sagte Mortler. Sie machte aber deutlich: "Der Konsum von Crystal Meth ist im Moment noch kein flächendeckendes bundesweites Problem."
Crystal Meth macht sehr schnell abhängig und ist sehr gefährlich für die Gesundheit. Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, forderte eine engere internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen die organisierte Drogenkriminalität. Vor allem für die Hersteller und Verkäufer von Crystal müsse "das Risiko, von der Polizei das Handwerk gelegt zu bekommen, deutlich steigen".
Junge Menschen rauchen und trinken weniger
Positiv wertete Mortler den rückläufigen Tabak- und Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen. Bei den Zwölf- bis 17-Jährigen hat sich der Anteil der Raucher zwischen 2001 und 2012 auf zwölf Prozent mehr als halbiert. Der regelmäßige Alkoholkonsum sank zugleich auf 13,6 Prozent. Nachdem der Cannabiskonsum in dieser Altersgruppe jahrelang rückläufig war, stieg er indes im vergangenen Jahr wieder leicht auf 5,6 Prozent an.
Für weiterhin problematisch hält Mortler auch das Rauschtrinken unter jungen Erwachsenen zwischen 18 und 29 Jahren. Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) berichteten 31 Prozent der Männer und knapp elf Prozent der Frauen von mindestens einem Rauschkonsum pro Monat. Das heißt, sie haben sechs oder mehr alkoholische Getränke zu einer Gelegenheit konsumiert.

Drogenbeauftragte Mortler stellt Jahresbericht vor
tagesschau 17:00 Uhr, 07.07.2014, Tamara Anthony, ARD Berlin
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Cannabis-Konsum weit verbreitet
Cannabis ist laut dem Bericht nach wie vor die am weitesten verbreitete illegale Droge in Deutschland. Fast jeder Vierte im Alter zwischen 18 und 64 Jahren hat Umfragen zufolge Erfahrung mit dieser Substanz.
Laut einer Erhebung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) steigt bei den 18- bis 25-Jährigen sogar der Anteil derjenigen, die in den vergangenen zwölf Monaten Cannabis nahmen. 2012 lag dieser Anteil bei 15,8 Prozent, wobei der Anstieg bei den jungen Männern am größten war.
Gefährliche Mischungen auf dem Vormarsch
Zu riskantem Suchtverhalten zählt laut Mortler aber auch der Konsum sogenannter neuer psychoaktiver Substanzen, deren Inhaltsstoffe oft unbekannt seien und deren gesundheitliche Gefahren von den Konsumenten deutlich unterschätzt werde. Diese als "Spice" oder "Badesalz" angebotenen Mittel haben ähnliche Effekte wie Cannabis, sind aber zum Teil viel wirksamer.

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