Crystal Meth ist hochgiftig - und trotzdem als Modedroge immer beliebter.

05. Juli 2014

Appell an Bund: Länder fordern Hilfe im Kampf gegen Crystal Meth

Crystal Meth ist hochgiftig - und trotzdem als Modedroge immer beliebter. Nun schlagen die Länder Alarm: Ohne Unterstützung des Bundes sei die Ausbreitung des Mittels kaum zu stoppen. Die Polizeikräfte sollen nun gebündelt werden.

Leipzig - Zuletzt zeigte es der Fall des SPD-Politikers Michael Hartmann: Die Droge Crystal Meth findet auf dem deutschen Markt immer mehr Abnehmer. Die Bundesländer fühlen sich bei ihrer Arbeit gegen die Ausbreitung des Rauschmittels vom Bund offenbar allein gelassen - und stellen nun deutliche Forderungen. Es gehe um ein Problem, "das wir nur gesamtgesellschaftlich bekämpfen und lösen können", sagte Sachsens Gesundheitsministerin Christine Clauß (CDU) der "Leipziger Volkszeitung". Sie kündigte einen Entschließungsantrag der Länder an.

In dem Antrag wird die Bundesregierung aufgefordert, "die polizeilichen Kräfte mit den Ländern zu bündeln". Vor allem Bundespolizei und Zoll sollten bei der Bekämpfung des Handels und Konsums stärker eingebunden werden. Zudem müsse die Regierung in Berlin länderübergreifend Präventionsmaßnahmen initiieren und unterstützen. Nötig sei auch eine solide Datenbasis zum Crystal-Meth-Konsum in der Bevölkerung.
Die Forderung der Länder: Bei den Ermittlungen müsse konsequent über Landesgrenzen hinweg zusammen gearbeitet werden. Nur so ließen sich Herstellungs- und Händlerstrukturen offenlegen.
Crystal Meth ist der Szenename für kristallines Methamphetamin. Es wird überwiegend in illegalen Drogenlabors in Tschechien hergestellt und dann nach Deutschland geschmuggelt. Vor allem im angrenzenden Sachsen und Bayern ist die Droge ein großes Problem. Inzwischen ist Crystal Meth aber nahezu überall in Deutschland verbreitet.
Fall Hartmann erschüttert die SPD
Zuletzt hatte der SPD-Innenexperte Hartmann für Schlagzeilen gesorgt. Er legte in der vergangenen Woche überraschend sein Amt als innenpolitischer Sprecher der Fraktion auf. Laut den Ermittlern hatte er in mindestens drei Fällen Crystal Meth gekauft.
Die Droge putscht den Körper auf und führt zur Leistungssteigerung. Hunger, Schlaf und Schmerzempfinden werden unterdrückt. Typisch sind auch Euphorie, extreme Nervosität, ein gesteigertes Selbstwertgefühl und eine erhöhte Risikobereitschaft. Für die Nervenzellen ist Crystal hochgiftig. vor allem der Langzeitkonsum führt zu schwersten körperlichen und psychischen Schäden.

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