Die Droge Crystal Meth passt in die Zeit

04. Juli 2014

Berlin/Hamm. Die Droge Crystal Meth passt zu unserer Leistungsgesellschaft, sagt Gabriele Bartsch von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen.

Wie verbreitet ist Crystal Meth?

Da es nur zusammen mit allen anderen Amphetaminen erhoben wird, hat man keine genauen Zahlen. Allerdings hat der Konsum von Amphetaminen zugenommen. Besonders verbreitet ist Crystal Meth in Bayern. Es wird in großen Mengen in Tschechien produziert.

Wer konsumiert diese Droge?
Drogenkonsum ist immer mit einer bestimmten Wirkungserwartung verbunden. Das ist bei Alkohol nicht anders als bei Crystal Meth. Die Wirkung von Crystal Meth passt sehr gut in unsere Gesellschaft. Es hat anfangs keine schwerwiegenden Folgen, und es bewirkt, dass man länger durchhält, konzentrierter ist, abnimmt. Die Anforderungen in der Arbeitswelt sind heute, dass man Überstunden macht und gut durchhält. Es gibt Crystal Meth schon lange, aber der Konsum nimmt jetzt zu. Was man über die Konsumenten heute weiß: Fast alle haben eine Traumatisierung. Die Droge hilft dabei, aktuelles Unwohlsein zu überbrücken.

Was sind die Folgen?
Früher war die Droge unter Partygängern beliebt. Sie wurde eher in sehr geringen Mengen und vorsichtig konsumiert. Das hat sich geändert. Heute wird sie in unterschiedlichen Milieus konsumiert, zum Beispiel auf Sexpartys in der Schwulenszene. Aber auch Arbeitnehmer, die einer anstrengenden oder monotonen Arbeit nachgehen, nehmen die Droge. Ihre Potenz wird unterschätzt. Sie wird in viel zu hohen Mengen eingenommen. Schwere Psychosen, Panikattacken, Depressionen und körperlicher Verfall sind die Langzeitfolgen.

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