Selbsthilfegruppen präsentieren sich in Nördlingen

05. Juli 2014

Selbsthilfegruppen präsentieren sich
Reges Interesse auf dem Marktplatz vor dem Nördlinger Daniel

Das Wetter hat es gut gemeint mit den rund 30 Engagierten: Mehrere Selbsthilfegruppen stellten sich fünf Stunden lang mit Ständen auf dem Marktplatz vor dem Daniel in Nördlingen vor. Von Sucht, körperlicher oder psychischer Krankheit betroffene und angehörige Bürger aus dem Landkreis konnten sich zu allen Fragen rund um die Selbsthilfe informieren. Dazu standen Ansprechpartner zu verschiedenen gesundheitlichen Themen zur Verfügung. Selbst wenn aktuell kein Bedarf an Selbsthilfe bestand, durften interessierte Passanten am Glücksrad drehen und eine Karte aus dem Quiz über Krankheiten ziehen, um ihr Wissen zu testen. So gab es nicht nur kleine Gewinne, sondern darüber hinaus ergaben sich wissenswerte, informelle Gespräche.
Über die Bestimmung des Blutzuckerwertes am Stand der Diabetikergruppe Nördlingen entstanden hilfreiche Gespräche, wie der Alltag mit der Diagnose Diabetes Mellitus gut zu bewältigen ist. In der Selbsthilfegruppe gewinnen Betroffene Sicherheit im Umgang mit der Erkrankung und erweitern ihr Wissen darüber. Für regelmäßige Bewegung lauffreudiger Diabetiker sorgt die Diabetes-Walkinggruppe. Ein kleiner Anteil der Bevölkerung hat in ihrem Leben einmal oder wenige Male einen epileptischen Anfall. Bei einem häufigeren und regelmäßigen Auftreten spricht man von Epilepsie. Dass es keine Schande ist, daran zu leiden, zeigen Betroffene der Selbsthilfegruppe Epilepsie Donauwörth. Sie präsentierten sich mit einem Stand und senkten damit die Hemmschwelle zur Kontaktaufnahme. Der ein oder andere Betroffene oder Angehörige wird vielleicht beim nächsten Gruppentreffen dabei sein.

Nicht ohne Grund zusammengefunden
Nicht ohne Grund haben sich die Fibromyalgie Selbsthilfegruppe Rain und die Rheuma-Liga Monheim und Donauwörth zu einem Stand zusammengefunden, denn Rheuma ist unter anderem Arthrose, chronische Polyarthritis, Weichteilrheuma, aber auch Fibromyalgie.
Betroffene können sich glücklich schätzen auf die beiden Selbsthilfegruppen in ihrer Nähe zurückgreifen zu können. Dort erfahren sie gegenseitiges Verständnis und Akzeptanz.
„Lang anhaltender Rückenschmerz, der sich bei Bewegung bessert? Es könnte Morbus Bechterew sein!“ Diese Aussage findet sich auf dem Flyer der Selbsthilfegruppe Morbus Bechterew, einer Erkrankung, die zu einer Versteifung der Wirbelsäule führen kann. Der Gruppensprecher weiß, wie bedeutsam die wöchentliche Gymnastik in der Gruppe zur Linderung der Schmerzen ist.
Wer hat es nicht schon mal gehabt: „Ohrensausen“ oder ein Pfeifen im Ohr. Meistens vergeht es auch wieder so schnell, wie es gekommen ist.
Doch manchmal bleibt das lästige Geräusch, der Tinnitus, der ein Symptom und keine Krankheit ist. Ganz nach dem Motto „um den Tinnitus loszuwerden, muss ich ihn akzeptieren“ suchen Betroffene in der Tinnitus-Selbsthilfegruppe den Austausch mit anderen, um zu lernen, mit dem Tinnitus umzugehen. Dass viele Menschen davon betroffen sind, zeigte sich an den interessierten Standbesuchern.
Den Blick erweitert
Die Gruppe „Weitblick“, eine Selbsthilfegruppe für depressive Störungen und manische Depression, hat mit ihrer Präsenz auf dem Selbsthilfetag den Blick für psychische Erkrankungen erweitert. In der Vergangenheit haben mehrere bekannte Persönlichkeiten in der Öffentlichkeit über ihre Depressionen gesprochen und damit das Thema vermehrt in den Blick der Öffentlichkeit gerückt.
An Depressionen erkrankte Menschen können sich zusätzlich zu ärztlicher und therapeutischer Behandlung mit regelmäßigen Treffen in der Selbsthilfegruppe stabilisieren, hieß es. Erstmals bei einer der Aktionen im Landkreis dabei war die Selbsthilfegruppe Schmerz aus Nördlingen. Die Gruppe hat sich aus Menschen gegründet, die an chronischem Schmerz leiden und umfasst mittlerweile 25 Betroffene.
Dank der Freien Suchtselbsthilfe Nördlingen, die kostenfrei alkoholfreie Getränke ausschenkte, musste kein interessierter Passant dursten. Zur Suchtselbsthilfe haben sich mehrere Gruppen aus Betroffenen und Angehörigen zusammengeschlossen um sich wöchentlich zu treffen.
Der Selbsthilfegruppen-Tag, der von der Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen Augsburg und Schwaben organisiert wurde, hat interessierten Bürgern einen Einblick in die Vielfalt der Selbsthilfegruppen gewährt. Betroffenen, deren gesundheitliches Thema nicht vertreten war, half die Kontaktstellenmitarbeiterin mit Kontaktadressen von Selbsthilfegruppen weiterer Gruppen aus dem Landkreis oder über Landkreisgrenzen hinweg weiter.

Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen Augsburg und Schwaben: Tel. 0821 / 324-2013

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