Strukturiert gegen chronische Krankheiten

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17. Juni 2014

Strukturiert gegen chronische Krankheiten

Vorschläge für neue Disease Management Programme werden geprüft

Offenbach (kjs). Seit März 2014 haben medizinische Dachverbände und Gesellschaften sowie die Spitzenverbände der Selbsthilfe- und Patientenorganisationen Gelegenheit, ihre Vorschläge für neue strukturierte Behandlungsprogramm (Disease-Management-Programme – DMP) beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) einzureichen.

Vorschläge für Programme

Das Spektrum an Indikationen für mögliche Entwicklungen von neuen DMP ist breit gefächert. So wurden unter anderen folgende Vorschläge eingereicht:

Osteoporose,
Allergien,
Psoriasis (Schuppenflechte),
Aufmerksamkeits-Defizit-(Hyperaktivitäts)-Störung (ADS/ADHS),
Demenz,
Adipositas (Übergewicht),
Prostatakrebs.

Auch die im Koalitionsvertrag erwähnten Erkrankungen chronischer Rückenschmerz und Depression sind darunter. Sämtliche Vorschläge sollen nun in den zuständigen Gremien des G-BA eingehend beraten und auf ihre Versorgungsrelevanz und Umsetzbarkeit hin überprüft.
Disease-Management-Programme (DMP)
Wichtigstes Ziel der DMP ist die Verbesserung des sektorenübergreifenden Behandlungsablaufs und der Qualität der medizinischen Versorgung von chronisch kranken Patienten. Bislang hat der G-BA die Anforderungen an DMP für Patienten mit Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 1 und 2), Erkrankung der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit, KHK), chronischen obstruktiven Atemwegserkrankungen (Asthma bronchiale und COPD) und Brustkrebs formuliert. Für das DMP KHK wurde zudem das Modul Chronische Herzinsuffizienz entwickelt.
Richtlinien werden erstellt
In Richtlinien legt der G-BA geeignete chronische Krankheiten fest, für die strukturierte Behandlungsprogramme entwickelt werden sollen. Bei der Auswahl müssen besonders folgende Kriterien berücksichtigt werden:

Zahl der betroffenen Versicherten,
die Möglichkeiten zur Verbesserung der Qualität der Versorgung,
die Verfügbarkeit von evidenzbasierten Leitlinien,
der sektorenübergreifende Behandlungsbedarf,
die Beeinflussbarkeit des Krankheitsverlaufs durch Eigeninitiative des Versicherten sowie
ein hoher finanzieller Aufwand der Behandlung.

Empfehlungen an das Gesundheitsministerium
Der G-BA hatte zunächst die gesetzliche Aufgabe, die inhaltlichen Anforderungen an die DMP zu bestimmen und entsprechende Empfehlungen an das Bundesministerium für Gesundheit abzugeben. Die praktische Umsetzung in der Versorgung erfolgt dann auf Basis regionaler Verträge zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern am Ort.

Weitere Informationen:
www.g-ba.de
Vorschläge für neue strukturierte Behandlungsprogramme (Disease-Management-Programme, DMP).

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