Crystal Meth auch in Thüringen ein Problem

04. Juni 2014

PM - Crystal Meth auch in Thüringen ein Problem

Anja Siegesmund, Fraktionsvorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN machte sich bei einem Fachgespräch im Sucht- und Drogenhilfezentrum „Knackpunkt“ in Erfurt ein Bild über die aktuelle Situation des Suchthilfesystems in Thüringen. Unter dem Dach der niedrigschwelligen Anlaufstelle befinden sich neben einem Kontaktcafé mit Lebensmittelabgabe, die Beratungsstelle, Notschlafmöglichkeiten und eine Substitutionsausgabestelle.

Anja Siegesmund besuchte die Beratungsstelle in Trägerschaft der SIT gGmbH gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertreter der Grünen Jugend, der Böll Stiftung Thüringen und der Landesstelle für Suchtfragen Thüringen e.V. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Runde sind besorgt über die vermehrte Ausbreitung der Droge Crystal Meth in Deutschland, insbesondere in Thüringen. Diese hochpotente Droge macht sehr schnell abhängig, kann zu Psychosen führen.

„Der Konsum der Droge ist auch in Thüringen im achten Jahr in Folge gestiegen. Laut einer kleinen Anfrage, welche Anja Siegesmund an die Landesregierung stellte, besteht aus polizeilicher Sicht die Einschätzung, dass Crystal Meth in der Rauschgiftkriminalität immer mehr an Bedeutung gewinnt. Im Jahr 2013 nahmen die Zahlen in der Drogenberatungsstelle in Erfurt der Menschen mit Hauptdiagnose Methamphitaminabhängigkeit zu und schnellten auf fast 36 Prozent der gesamten Beratungsgruppe an.“

Eine Steigerung der Klientenzahlen mit einer Methamphetaminproblematik, von + 36 Prozent allein von 2012 auf 2013, ist auch in den anderen Suchtberatungsstellen in Thüringen zu verzeichnen. Insbesondere zeigen diese Klienten einen symptombedingten höheren Bedarf an Beratungsleistungen, wie die Vertreterinnen und Vertreter der Thüringer Landesstelle für Suchtfragen e.V. feststellen.

„Für die Grüne Landtagsfraktion ist das eine besorgniserregende Entwicklung“, sagt Siegesmund. Wir fordern die Gruppe der Erstkonsumenten besonders in den Fokus der Suchtberatungsstellen, Jugendsozialarbeit und Präventionsangebote zu nehmen. Dafür braucht es eine Aufstockung der Personalmittel in den Thüringer Suchtberatungsstellen, damit besonders in der Frühintervention, der Prävention und in der Beratung u.a. von Angehörigen Schwerpunkte gelegt werden können.“

„Andere Bundesländer sind da schon einen Schritt weiter. Sachsen und Bayern stellten zusätzliche Mittel in ihre Haushalte ein, um passende Präventionsangebote zu schaffen. Für Thüringen bedarf es dringend einer interministeriell abgestimmten Konzeption, die auf die angespannte Lage angemessen reagiert. Wir werden in Kontakt mit der Bundesdrogenbeauftragten treten, um uns mit ihr über die Situation in Thüringen und bundesweit zu auszutauschen“, so Siegesmund abschließend.

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