Psychische Erkrankungen

Psychische Erkrankungen
Die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion (WHO) definiert in ihrer Verfassung Ge­sund­heit als Zu­stand des voll­stän­digen kör­per­lichen, geisti­gen und so­zialen Wohl­er­gehens und nicht nur das Feh­len von Krank­heit oder Ge­bre­chen. Die psy­chische Ge­sund­heit wird da­bei an­ge­se­hen als Zu­stand des Wohl­be­findens, in dem der Ein­zel­ne sei­ne Fä­hig­keit aus­schöp­fen, die nor­malen Lebens­be­lastun­gen be­wäl­ti­gen kann.

Psychische Erkrankungen in der Gesellschaft

Psy­chische Er­kran­kung­en sind häufig. Viele psy­chische Be­schwer­den ent­wi­ckeln sich schleichend über einen längeren Zeit­raum und wer­den dann als mehr oder weniger nor­mal hin­ge­nommen. Männer nehmen häufig nicht oder erst spät ärztliche oder psychologische Hilfe in Anspruch. Auch aus Scham su­chen Be­trof­fe­ne oft­mals keine The­ra­pie­an­ge­bote auf.

Ursachen psychischer Erkrankungen
Die Ur­sa­chen psy­chischer Er­kran­kung­en sind vie­lfäl­tig. Zum einen können Ver­än­derungen der Lebens­ver­hält­nisse und Schick­sals­schlä­ge, zum Bei­spiel Tren­nung, To­des­fall, Arbeits­platz­ver­lust so­wie Kon­flikte in der Fa­mi­lie oder im Be­rufs­le­ben ei­ne Ur­sa­che für psy­chische Er­kran­kung sein. Eben­so lö­sen Ge­walt­er­fahrungen und an­de­re Trau­ma­ti­sierungen oder kör­per­liche Krank­heit­en bei man­chen Men­schen ei­ne psy­chische Er­kran­kung aus. Zum an­de­ren schei­nen man­che Men­schen ei­ne erb­liche Ver­an­la­gung (ge­ne­tische Dis­po­si­ti­on) für psy­chische Er­kran­kung­en wie De­pressionen zu haben. In ei­ni­gen Fällen ist die Ur­sa­che bis­lang nicht er­kenn­bar.

Psychische Erkrankungen erkennen
Jeder Mensch hat mal ei­nen schlechten Tag und fühlt sich kraft­los, er­schöpft oder auch ängst­lich. Auch hat je­der Mensch per­sönliche Eigen­arten und Ri­tuale, vielleicht auch „Ma­cken“ oder „Schrul­len“. Nicht im­mer handelt es da­bei um ei­ne psychische Er­kran­kung. Wenn aber die „schlech­ten Tage“ länger an­hal­ten sollten Sie pro­fessionelle Hilfe in An­spruch neh­men.

Die erste An­sprech­person ist die Haus­ärztin bzw. der Haus­arzt. Sie bzw. er macht sich zu­nächst in ei­nem aus­führ­lichen Ge­spräch ein Bild über den Zu­stand. Oft helfen speziell ent­wickelte Frage­bögen und Tests bei der Di­a­gno­se. Auch ei­ne kör­per­liche Un­ter­su­chung ist hilf­reich. Je nach ver­muteter Ur­sa­che kön­nen wei­tere Un­ter­su­chungen fol­gen, zum Bei­spiel ei­ne Blut­un­ter­su­chung. Unter Um­stän­den über­weist die Haus­ärztin bzw. der Haus­arzt zu ei­ner Fach­ärz­tin bzw. ei­nem Fach­arzt für Psycho­so­ma­tische Me­di­zin und Psy­cho­the­ra­pie, zu ei­ner Psy­ch­ia­te­rin bzw. ei­nem Psy­ch­ia­ter oder zu ei­ner Psy­cho­lo­gischen Psy­cho­the­ra­peu­tin bzw. ei­nem Psy­cho­lo­gischen Psy­cho­the­ra­peu­ten.

Behandlungsmöglichkeiten psychischer Erkrankungen
Die Be­hand­lung psychischer Er­kran­kung­en richtet sich un­ter anderem nach ihrer Art, ihrem Schwere­grad und nach in­di­vi­duellen Kri­te­rien. Häu­fig wer­den Psy­cho­the­ra­pie und Me­di­ka­men­te ein­ge­setzt, al­lei­ne oder in Kom­bi­na­ti­on. Die häufigsten Psy­cho­the­ra­pie-Ver­fahren sind die Ver­haltens­thera­pie, die Psy­cho­a­na­ly­se/Ana­ly­tische Psy­cho­the­ra­pie und die tiefen­psy­cho­lo­gisch fun­dier­te Psy­cho­the­ra­pie. Meistens findet die Psy­cho­the­ra­pie am­bu­lant statt; nur in schwe­ren Fällen, zum Bei­spiel bei Sui­zid­ge­fahr, oder auch bei spe­zi­fi­schen Pro­blemen, wie einer Ess­stö­rung oder chro­nischen Schmer­zen ist manch­mal ein sta­tionärer Auf­ent­halt not­wen­dig. Welches Ve­rfahren in Fra­ge kommt, wie häufig und über wel­chen Zeit­raum die The­ra­pie an­hält, ent­schei­den die Ärzte und Be­trof­fe­ne zu­sam­men im Ein­zel­fall. Die Kosten für die Psy­cho­the­ra­pie über­neh­men in der Re­gel die ge­setz­lichen Kran­ken­kas­sen. Die The­ra­peu­tin bzw. der The­ra­peut stellt hier­zu einen An­trag bei der Kran­ken­kas­se, in dem sie bzw. er be­gründet, wa­rum die Be­hand­lung an­ge­bracht und Er­folg ver­sprech­end ist. In ei­ni­gen Fällen wer­den auch Me­di­ka­men­te bei psy­chi­schen Er­kran­kung­en ein­gesetzt.

Günstig auf den Krank­heits­ver­lauf haben sich bei psy­chi­schen Er­kran­kung­en auch Ent­spannungs­ver­fahren oder regel­mäßiger Sport er­wie­sen, vor allem Aus­dauer­sport­arten wie Laufen oder Schwimmen. Am besten be­spricht man mit der Ärz­tin bzw. dem Arzt, wel­che Ent­spannungs- und Sport­art im Ein­zel­fall ge­eig­net ist.

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