Entstehung des Trialogs

Die Idee des Trialogs
Der Trialog-Gedanke entstammt der Psychose-Bewegung und fußt auf einer Idee von Dorothea Buck und Thomas Bock. Die beiden versuchten 1989 alle drei an der Erkrankung beteiligten Gruppen an einen Tisch zu bringen. Das Ziel war es, im gemeinsamen Gespräch zu einem besseren gegenseitigen Verständnis zu gelangen. Psychose-Seminare - man spricht auch vom Trialog - sind heute in der Psychiatrie-Landschaft weitverbreitet. Das Gespräch zwischen den Betroffenen, Angehörigen und professionellen Helfern, welches auf gleicher Augenhöhe und auf neutralem Boden stattfindet, hat sich bewährt als Mittel zu einem besseren Verständnis aller Beteiligten. Der gemeinsame Austausch hat vieles bewirkt und ist nicht mehr weg zu denken.

Um beim Trialog professionelles Know-how und Erfahrungswissen sinnvoll miteinander zu verknüpfen sind einige Grundregeln zu beachten : Unter anderem sind folgende Punkte zu beachten :

  • Bewertung und Verurteilungen werden gemieden,
  • die Rollen sind gleichberechtigt,
  • der Austausch geschieht auf gleicher Augenhöhe,
  • die Wahrheit ist subjektiv.

Schon im Alltag bietet das gemeinsame Gespräch einen sonst nur schwerlich wahrnehmbaren wechselseitigen Lernprozess an, der von allen Beteiligten gleichermaßen beeinflusst wird und genutzt werden kann. Als Nebenwirkung des Trialogs ergibt sich die Betroffenen mehr Verantwortungsübernahme und hat eine aktive Selbstbestimmung. Der Trialog öffnet sich einer Kritik am sozialpsychiatrischen Versorgungssystem durch die offene Gesprächsform, den Verzicht auf Diskriminierung und die gleichberechtigte Verteilung der Rollen als Gesprächspartner. Diese Kritik kann im Sinne einer Qualitätssicherung konstruktiv genutzt werden und bietet neue Impulse und Anreize, den Psychiatriealltag, und die -planung neu und effektiver zu gestalten.

Trialogische Entwicklung

  • 1989 erstes Psychoseseminar in Hamburg
  • 1992 Gründung des Bundesverbandes Psychiatrieerfahrener, seitdem Trialog auch auf Verbandsebene Erste trialogische Bücher, Ausweitung der Trialogidee, Trialogforen beim Stimmenhörer-Netzwerk
  • 1994 Weltkongress für soziale Psychiatrie »Abschied von Babylon« mit trialogischem Konzept, seit dem viele trialogische Kongresse und Fortbildungen
  • 1994 erste Behandlungsvereinbarung (Bielefeld)
  • 1998 Veröffentlichung der Broschüre Es ist normal, verschieden zu sein in deutscher und englischer Sprache. Mit einem breiten (anthropologischen) Verstehensmodell und sehr differenziertem Behandlungskonzept
  • bis 1999 ca. 150 Psychoseseminare, bundesweite Treffen in Bonn (1992), Schwerin (1999), Potsdam (2007)
  • 1999 Beginn der »Antistigmakampagne von unten«, trialogische Aufklärungsarbeit gegenüber Journalisten, in Schulen, Betrieben usw., Start Irre menschlich Hamburg u. a.
  • Etablierung der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störung (DGBS) als trialogische Fachgesellschaft
  • Trialogforen von Borderline-Patienten u. a.
  • Trialogforen bei der jährlichen DGPPN-Tagung trialogische Beschwerdestellen, ein Projekt, das von der DGSP gefördert wurde
  • Start des EU-Programms zu Förderung eines Curriculums »Experienced Involvement«
  • Durchführung erster EX-IN-Kurse in Bremen und Hamburg
  • Start eines gemeinsamen EX-IN-Fortbildungskurses »Train the trainees«
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