Grundlagen zum Psychoseseminar

Voraussetzung für ein Seminar
Notwendige Voraussetzung für ein Psychose-Seminar ist ein neutraler Raum. Ein Raum also, der die Nutzer in seinem Charakter und seiner alltäglichen Nutzung nicht auf bestimmte Rollenerwartungen festlegt. Folglich ist ein Raum, der sonst für eine Gruppentherapie genutzt wird, weniger geeignet als ein normaler Seminarraum. Gut geeignet sind auch Räume außerhalb der Psychiatrie, also etwa Räume der Volkshochschule, der Bibliothek oder der Kirchen. In Altenburg hat sich das Café HORIZONTE Treff der HORIZONTE gGmbH in der Ohlschen Klinik als günstig erwiesen.

Zeitstruktur
Manche Psychose-Seminare laufen mit einer begrenzten Zahl von einzeln angekündigten Veranstaltungen zu bestimmten bewährten Themen wie etwa: «Wie ist eine Psychose zu verstehen?» oder «Was braucht man in einer Psychose?». Die Psychose-Seminare an sich erstrecken sich dann in der Regel über einen längeren Zeitraum von einem Semester/Halbjahr bis zu einem Jahr. Jedes Seminar umfasst dann je nach Turnus acht bis zwanzig Treffen.
Die einzelnen Termine dauern meist zwei Stunden lang. In der Mitte findet eine festgelegte Pause statt. Diese Pause hat eine wichtige Funktion. Sie erlaubt nämlich Entlastung und wechselseitige informelle Gespräche. Das zweistündige Psychoseseminar in Altenburg findet monatlich, jeweils am zweiten Dienstag im Monat, statt. Im Angebot steht ein kompletter Jahreszyklus und kein separates Sommer- und Wintersemester.

Freiwillige Teilnahme
Der Besuch eines Psychose-Seminar kann nicht verordnet werden. Jeder Teilnehmer entscheidet für sich selbst, zu welchem Zeitpunkt seiner Erfahrung er sich in welcher Weise anderen zeigt oder sich deren Erfahrungen öffnen will. Da zu den einzelnen Terminen geschlossene Themen abgehandelt werden, ist auch eine punktuelle Teilnahme an einem bestimmte Thema oder ein vorsichtiges »Schnuppern« möglich. Natürlich ist es jedoch sinnvoller, am dargebotenen Diskussions- und Gruppenprozess längerfristig teilzunehmen.

Anonymität
Es ist in Psychose-Seminaren weder üblich noch sinnvoll, am Anfang alle Teilnehmer in ritualisierten Vorstellungsrunden zur Veröffentlichung der eigenen Perspektive zu zwingen. Ganz im Gegenteil ist die Möglichkeit geboten, auch »unerkannt« daran teilzunehmen. In jedem Fall ist es jedem selbst überlassen, wann er etwas von sich einbringen will.
Mittlere Grösse
Psychose-Seminare sollten weder zu gross noch zu klein sein. Ist die Gruppe zu klein, dann kann sie einer Therapiegruppe ähnlich werden und es besteht ein indirekten Zwang zur Intimität. Jedes Schweigen gewinnt dann an Bedeutung und das gemeinsame Gespräch verliert an Leichtigkeit. Ist die Gruppe jedoch zu gross, dann kann dies zuviel Fremdheit erzeugen. Den einzelnen Teilnehmern fällt es dann schwerer, sich zu äussern. Die Erfahrungen der Gruppengröße sind aber recht unterschiedlich. Manche Seminare verkraften sogar je nach Zusammensetzung kleine Teilnehmerzahlen; in Hamburg waren dagegen manche Veranstaltungen trotz der Anzahl von bis zu hundert Teilnehmern fruchtbar.

Grundfragen
Vor allem zwei Grundfragen beschäftigen das Psychose-Seminar :

  • Wie sind Psychosen umfassend und eben nicht nur medizinisch zu verstehen?
  • Was brauchen Menschen in Psychosen, und was brauchen Angehörige und Mitarbeiter, um zu einer offenen und ehrlichen Begegnung und Auseinandersetzung in der Lage zu sein?

Ermittlung der Themen
Verschiedene Themen erlauben einen immer neuen Zugang zu den weiter oben benannten Grundfragen. Im Idealfall sollten die Themen gemeinsam festgelegt und nicht von einer Person oder Teilgruppe dominiert werden. Manche Psychose-Seminare legen die Themen am Ende einer Stunde für die nächste, andere am Anfang eines Semesters für den anstehenden Zeitraum fest. Einige bleiben bei einem Thema, bis es »zu Ende« ist, andere zirkulieren nach einer einmal vereinbarten Reihenfolge.
In Altenburg beginnt das Psychoseseminar für 2011 mit einem festgelegten Themenkatalog. Gleichzeitig werden 2011 Themen gesammelt, welche 2012 behandelt werden sollen.

Kerngruppe
Es existiert eine trialogisch zusammengesetzte Kerngruppe, welche in sogenannten Impulstreffen die organisatorischen Belange der Psychose-Seminare abwickelt.

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